Sowohl im echten Leben als auch in Rollenspielen bin ich ein penetranter Gutmensch. Bei der Steuererklärung wird nicht geschummelt, jeder NPC muss gerettet werden, Vorschriften und Regeln halte ich stets ein und der Omi helfe ich über die Straße - ob sie will oder nicht!
Während meine Freunde davon schwärmen, wie toll es doch sei, in Mass Effect, Fallout, Baldur's Gate 3 und Co. auch mal durch und durch böse zu sein, nicke ich stumm und nippe an meinem Kaffee, denn mitreden kann ich nicht. Ich kriege es einfach nicht hin. Das schlechte Gewissen plagt mich zu sehr.
Bis jetzt! Endlich habe ich einen Weg gefunden, meine dunkle Seite auszuleben: Diebstahl in Cyrodiil!
Meins? Deins? Das sind doch bürgerliche Kategorien!
Items in Elder-Scrolls-Spielen zu klauen, ist für viele von euch ein alter Hut, schon klar. Für mich aber ist es eine völlig neue Erfahrung. Und ich treibe es auch absichtlich auf die Spitze, bis zu dem Punkt, an dem mein Abenteuer im Oblivion Remaster nur noch reinster Klamauk von der vergnüglichsten Sorte ist!
Ich stopfe mir alles in die Tasche, was ich kriegen kann. Die Schmiedin in Cheydinhal hat zu hohe Preise? Nachts kehre ich zurück und schnappe mir ihre Schwerter und Rüstungen. Und die Bücher … und die Kerzenständer … und das rote Kleid. Das Stück Käse muss auch mit.
Ich klaue Fürsten das Besteck vom Tisch, kralle mir die Unterwäsche des unfreundlichen Orks, mopse dem Bettler den kurz zuvor geschenkten Groschen und stehle Frauen nicht nur das Herz, sondern auch ihre Geldbörse.
Besonders angetan haben es mir jene Orte, an denen meine Plündertour maximal unpassend und deshalb umso lustiger ist. Die Magiergilde in Chorrol etwa befördert mich in den Rang eines Gesellen, kurz nachdem ich sämtliche Vitrinen im Gildenhaus komplett leergeräumt habe.
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Oblivion Remastered: Wir klauen uns ein Einhorn und werden von Minotauren verfolgt
Die Spielwelt ganz neu entdecken
Das ich den dunklen Sören in mir endlich rauslasse, hat noch einen positiven Nebeneffekt: Ich habe über 1.000 Stunden in der Welt von Cyrodiil verbracht, aber jetzt entdecke ich sie noch einmal völlig neu.
Früher gab es für mich keinen Grund, in ausnahmslos jedes Haus zu spazieren, jede Stadt auf den Kopf zu stellen und statt der Rettung der Welt lieber meinen nächsten Raubzug zu planen. Jetzt schon! Dadurch erblicke ich alle Nase lang neue Orte und lerne neue Opf… äh, Leute kennen. Sogar die ein oder andere Quest habe ich aufgespürt, die mir 19 Jahre lang unbekannt war.
Werde ich jetzt immer ein Lausbub bleiben? Gewiss nicht. Unbescholtenen Bürgern die im Keller gelagerten Schw. Tr. d. Le.en.-W. zu klauen ist für mich etwas ganz anderes, als die Rachni-Königin in Mass Effect umzubringen, Megaton in Fallout 3 hochzujagen oder Oma Kaschulzke mitten auf der Straße abzusetzen. Ich bin zwar ein Dieb, aber doch kein Bösewicht!
Jetzt interessiert mich brennend, wie ihr so tickt. Spielt ihr in Rollenspielen auch eher wie ich herzensgute, tugendhafte Recken oder doch lieber fiese Zeitgenossen, die nichts Gutes im Schilde führen? Was wir die bislang schlimmste Tat, die ihr in Elder Scrolls, Fallout, Baldur's Gate und anderen Titeln begangen habt? Verratet es mir gerne in den Kommentaren, es bleibt auch unter uns, versprochen!
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