Paradox - Preise steigen kurz vor dem Steam Sale, Fans sauer, Reviews im Keller

Paradox Interactive hat die Preise einiger seiner Spiele kurz vor dem Steam Summer Sale 2017 angehoben - und erntet dafür Kritik. Viele Kunden werfen dem Publisher Kalkül vor.

von Tobias Ritter,
22.06.2017 12:55 Uhr

Paradox Interactive steht für eine Preisanhebung bei seinen Spielen kurz vor dem Steam Summer Sale 2017 in der Kritik. Paradox Interactive steht für eine Preisanhebung bei seinen Spielen kurz vor dem Steam Summer Sale 2017 in der Kritik.

Update vom 23. Juni: Mittlerweile hat Paradox doch noch einmal auf die Kritik reagiert - und nimmt die Preiserhöhungen wieder zurück. Die vollständige Stellungnahme dazu haben wir in einer separaten Newsmeldung zusammengefasst.

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Ursprüngliche Meldung: Dieses Timing fällt wohl mindestens in die Kategorie »ungeschickt«: Kurz vor dem Start des Steam-Summer-Sales am 22. Juni 2017 hat Paradox Interactive die Preise einiger seiner Spiele auf Steam für manche Regionen angehoben. Viele Nutzer vermuten dahinter nun Kalkül. Sie werfen dem Unternehmen Intransparenz und den Versuch vor, kommende Rabatte für die eigenen Produkte durch Preiserhöhungen im Vorfeld abzufedern.

Die Kritik an diesem Vorgehen hat sich zwischenzeitlich ein wenig verselbstständigt und nimmt für den Publisher bedrohliche Züge an. So sanken die durchschnittlichen Bewertungen vieler Paradox-Spiele auf Steam massiv ab, nachdem diverse Steam-Nutzer ihren Unmut über die Preiserhöhungen in Form von negativen User-Reviews kundgetan haben.

Zu sehen ist das unter anderem anhand von Europa Universalis IV, dessen jüngste Bewertungen mittlerweile zusammengefasst größtenteils negativ sind. Ähnlich bergab ging es auch für Crusader Kings 2, Hearts of Iron 4, Victoria 2 und Stellaris.

Nahezu die gesamte Produktpalette (Hauptspiele, Erweiterungen und Pakete) ist in manchen Regionen teurer geworden. Betroffen sind vor allem Länder wie Brasilien, China, Russland und die Türkei. In Europa und anderen Regionen zielt die Kritik eher auf die DLC-Politik (viele kleine Erweiterungen, elementare Features hinter »Paywalls« etc.) des Unternehmens ab und wird nun lediglich durch die regionalen Preiserhöhungen kanalisiert.

Paradox gibt Stellungnahme ab

Mittlerweile hat Paradox die Preise übrigens auch auf der GOG.com angehoben - und eine Stellungnahme zu den Vorwürfen veröffentlicht. Dem Unternehmen zufolge haben die Preiserhöhungen nichts mit dem bevorstehenden Summer Sale auf Steam zu tun, sondern wurden in Folge von geplanten Anpassungen an die Kaufkraft der Zielgruppe in den jeweiligen Regionen durchgeführt.

"Unsere Preise sind über mehrere Jahre hinweg fast dieselben geblieben und es ist vollkommen normal für uns, die Preisgestaltung in regelmäßigen Intervallen zu überdenken - und zwar auf Basis der Stärke der verschiedenen Währungen, Fluktuationen auf den Weltmärkten und vielen anderen Faktoren. Das ist etwas, das alle Publisher machen und wir sind da keine Ausnahme. "

Ob diese Erklärung ausreicht, um zum Beispiel bei Kunden aus Brasilien eine Preisanhebung des mittlerweile sieben Jahre alten Victoria 2 von 35 auf 53 US-Dollar zu rechtfertigen, bleibt abzuwarten. Allerdings hat man bei Paradox offensichtlich eingesehen, dass der Zeitpunkt dieser Aktion etwas unglücklich war.

Fredrik Wester, der CEO und Präsident von Paradox Interactive, räumte auf Nachfrage bei Twitter jedenfalls ein, dass man bei dieser Aktion Schwächen bei Timing und Kommunikation gezeigt habe. Gleichzeitig beteuerte er jedoch, dass das Ganze bereits seit einiger Zeit geplant gewesen sei.

Wenig später legte Wester dann noch einmal im offiziellen Forum seines Unternehmens nach. Dort bekräftigte er, dass Paradox Interactive trotz der Kritik hinter den neuen Preisen stehe, deren Anhebung jedoch im Vorfeld besser hätte kommunizieren müssen. In Zukunft wolle man derartige Änderungen deshalb offener und transparenter handhaben.

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