Ragnarok Online - EU-Spieler werden von amerikanischen Servern verbannt

Das neue Datenschutzgesetz der EU sorgt dafür, dass europäische Spieler von Ragnarok Online künftig nicht mehr auf amerikanischen Servern antreten dürfen. Scheinbar waren die Kosten für eine Anpassung der Services zu hoch.

von Martin Dietrich,
26.04.2018 13:29 Uhr

Das Free2Play-Spiel Ragnarok Online ist bereits 2004 erschienen.Das Free2Play-Spiel Ragnarok Online ist bereits 2004 erschienen.

Ab dem 25. Mai 2018 erreichen EU-Bürger nicht mehr die Services und Spiele der Online-Plattform WarPortal. MMO-Publisher Gravity Interactive hat bekannt gegeben, dass aufgrund neuer Datenschutzrichtlinien in der Europäischen Union sämtliche Spiele aus dem Portfolio von WarPortal in den entsprechenden Ländern per IP-Blocking gesperrt werden. Zu den bekanntesten Titeln gehören Ragnarok Online und Ragnarok 2.

Was bedeutet das für uns? Wegen dem Blocking werden alle europäischen Spieler künftig von den amerikanischen Servern verbannt. Die EU-Server bleiben allerdings unangetastet, da sie nicht von WarPortal, sondern von der französischen Firma WhyBe-Online organisiert werden. Ihr könnt also weiterhin Ragnarok Online zocken, nur eben nicht mehr auf allen Servern.

Richtigstellung:
Auf die Hinweise einiger GameStar-Leser hin mussten wir diese News noch einmal überarbeiten, da wir zunächst fälschlicherweise geschrieben haben, dass die EU-Server von Ragnarok Online geschlossen würden. Dem ist nicht so. Stattdessen haben EU-Bürger nur künftig keinen Zutritt mehr zu den amerikanischen Servern. Wir bitten vielmals um Entschuldigung für diesen Fehler und bedanken uns bei allen Kommentatoren, die uns darauf aufmerksam gemacht haben.

Nicht davon betroffen sind außerdem GUS-Länder (Gemeinschaft Unabhängiger Staaten) wie Russland, Armenien, Moldau oder Aserbaidschan.

Ende Mai tritt die neue Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in Kraft und gleicht auf europäischer Ebene das Datenschutzniveau an. Firmen müssen stärker auf den Schutz ihrer Kundendaten achten sowie bereits bei der Entwicklung von Software Datenschutzmaßnahmen dokumentieren und einplanen. Bei Verletzungen der neuen Regularien drohen Bußgelder in Höhe von mehreren Millionen Euro.

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Einige Spieler bekommen Entschädigungen

Wieso Gravity Interactive konkret ihren Service einschränkt, teilte das Unternehmen nicht mit. Aber es scheint so, als ob die nötigen Anpassungen, wie sie mit Kundendaten in Ragnarok Online und Co. verfahren, im Vergleich zum tatsächlichen Nutzen zu umfangreich und teuer gewesen wären.

Spieler, die zwischen dem 1. Februar 2018 und 30. April 2018 Käufe getätigt haben, sollen entschädigt werden. WarPortal hat im Zuge dieser Ankündigung auch ihre Nutzungsbedingungen und Datenschutzrichtlinien aktualisiert. Ragnarok Online erschien 2004 in Europa und verzeichnete zum Start mehr als 500.000 registrierte Mitglieder.

Quelle: WarPortal

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