Mit den beiden Horrorfilmen Barbarian und Weapons konnte sich der US-Amerikaner Zach Cregger in Windeseile vom Comedian und Schauspieler zu einem der gefragtesten Horror-Regisseure der Filmbranche mausern. Um ihn und sein Drehbuch zu Resident Evil ist sogar ein Bieterkrieg zwischen den Filmstudios ausgebrochen, den schließlich Sony gewonnen hat.
Inzwischen ist Resident Evil erschienen und unsere Redakteurin Natalie hat sich im Rahmen dessen mit Cregger und dem Hauptdarsteller Austin Abrams zusammengesetzt und ein Interview geführt. Als riesengroßer Fan der Videospiele brannte Natalie natürlich besonders die Frage auf dem Herzen, warum der neue Film nicht die Geschichte der Spiele erzählt, sondern eine völlig neue.
»Ich würde unweigerlich etwas falsch machen«
Cregger antwortet, dass die Entscheidung zu einem großen Teil an den Erwartungen der Fans liege. Die Geschichte der bekannten Charaktere wie Leon S. Kennedy oder Claire Redfield wurde schon in den Spielen ausführlich erzählt. Und das führe laut ihm zu einem Erwartungsdruck, dem er unmöglich gerecht werden könne. Konkret sagt er:
Nun, wenn ich zu viel über all die Erwartungen nachdenken würde, wäre das, glaube ich, lähmend. Also habe ich versucht, mir einfach zu überlegen, was für eine wirklich einfache Geschichte ich erzählen könnte, die in der Welt dieser Spiele existieren kann und die sich authentisch anfühlt im Sinne des Spielens dieser Spiele. Eine Geschichte, die die Regeln der Spiele nicht bricht.
Aber ich wollte nicht Leons Geschichte oder eine der Originalgeschichten nacherzählen, die die Spiele bereits so gut erzählen, weil ich unweigerlich etwas falsch machen würde und das dann zu einem echten Problem würde.
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Cregger wählte stattdessen den Weg, die Geschichte eines völlig neuen Charakters zu erzählen, wie sie genauso in einem Resident-Evil-Spiel stattfinden könnte. Als riesiger Fan der Reihe, und insbesondere von Teil 4, hat er sich dafür entschieden, die Geschichte eines einfachen Kerls zu erzählen, der nur ein Paket abgeben und dann nach Hause kehren möchte. Dabei kommt es dann zum ungeheuerlichen Ausbruch des T-Virus.
Also dachte ich mir, wenn ich eine Geschichte erzählen kann, die mich selbst wirklich begeistert und die sich authentisch für das Wesen der Spiele anfühlt, dann ist das alles, was ich tun kann. Und das war ein gutes Werkzeug für mich, um meinen Fokus sehr eng zu halten und all den Lärm von außen auszublenden. Es ist eine einfache Geschichte: Es geht um einen Typen, der von Punkt A nach Punkt B reist, das ist wirklich alles. Und das war etwas, auf das ich mich gut beschränken konnte.
Schon bei Resident Evil 7 entschied sich Capcom dafür, einen einfachen Menschen ohne besondere Fähigkeiten zu verfolgen, der seine Ängste in einer von Monstern verseuchten Welt überwinden muss. Das Spiel hat bekanntlich Resident Evil als Horror-Franchise zu alter Größe verholfen. Creggers Annahme, dass das funktionieren kann, ist also angebracht.
Ob Resident Evil wirklich taugt und den Geist der Spiele einfangen kann, erfahrt ihr entweder ab sofort im Kino oder in unserer ausführlichen und spoilerfreien Review. Die findet ihr in der Linkbox weiter oben. Dort erklärt euch außerdem unsere Redakteurin Miffy, warum euch die Gesundheit in Resident Evil seit jeher völlig falsch angezeigt wird sowie mit welchen Spiel ihr die Wartezeit bis zum Remake von Code Veronica überbrücken könnt.
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