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Adventskalender 2019

Seite 3: Risen im Test - Ein altmodisches, aber sehr gutes Rollenspiel

Das Charaktersystem

Grund dafür ist das Charaktersystem von Risen, das den Spielern den Freiraum lässt, ihren Helden ganz nach eigenem Gusto zu entwickeln. Wie in der Gothic-Serie steigen durch Erfahrungsgewinn nur die Lebens- und Manapunkte automatisch.

Wer andere Talente oder die Grundwerte Stärke, Geschicklichkeit, Weisheit steigern will, muss einen Trainer engagieren. Das kostet Gold (das gerade im ersten Spieldrittel knapp ist) und Lernpunkte, die es mit jedem Rangaufstieg gibt. Vor allem die Lernpunkte erweisen sich schnell als kostbare Ressource. Zwar können Sie Ihren Helden durchaus zum Allrounder ausbauen, der ein ebenso passabler Nahkämpfer wie Magier und Schütze ist. Dann müssen Sie sich aber von dem Gedanken verabschieden, jemals die höchsten Talentränge zu erreichen. Spezialisierung ist in Risen unverzichtbar.

Aus der Nähe wirken die Texturen in Risen schlecht aufgelöst, es zeigen sich starke Filterschleier und generelle Detailarmut. Aus der Nähe wirken die Texturen in Risen schlecht aufgelöst, es zeigen sich starke Filterschleier und generelle Detailarmut.

Was bei der Wahl eines Waffentyps (zur Auswahl stehen Schwerter, Äxte, Stäbe, Bogen und Armbrüste) und eines Kampfmagie-Elements (Feuer, Eis oder magische Geschosse) noch leicht fallen mag, wird spätestens bei den Zusatztalenten knifflig, denn alles ist gleichermaßen reizvoll wie nützlich. Nur wer schmieden lernt, hat Zugriff auf exzellente Schwerter. Nur wer sich am Dietrich übt, kann die zahlreichen, mit unterschiedlich anspruchsvollen Schlössern gesicherten Truhen knacken. Nur wer Alchemie meistert, darf aus Pflanzen Tränke brauen, die Attribute dauerhaft steigern.

Insgesamt 18 in bis zu zehn Stufen ausbaubare Talente besitzt Risen. Die knappen Lernpunkte, die überschaubare Vielfalt und die stets wirkungsvollen Steigerungen werden Sie bei Rangaufstiegen regelmäßig vor spannende Entscheidungen stellen. Das Charaktersystem von Risen ist entsprechend motivierend, auch wenn es nicht ganz die Breite und Tiefe von Fallout 3 oder Drakensangerreicht.

Entscheidungen

Risen lebt von seiner herausragenden Landschaftsarchitektur, die immer wieder schicke Aussichten eröffnet. Risen lebt von seiner herausragenden Landschaftsarchitektur, die immer wieder schicke Aussichten eröffnet.

Den ersten der vier Akte von Risen verbringen Sie mit der Entscheidung, ob Sie sich den Banditen oder der Inquisition anschließen wollen. Bis das geschafft ist, vergehen – je nach Spielweise – allein schon fünf bis fünfzehn Spielstunden. Die Wahl der Fraktion ist die folgenreichste im ganzen Spiel, sie öffnet und verschließt Ihnen eine ganze Reihe von Quests. Auf den Verlauf der Haupthandlung hat sie aber keinen Einfluss. Für ein Spiel, das viel Wert auf Offenheit und Freiheit legt, bleibt Risen bei seiner Erzählung und den Handlungsoptionen letztendlich ernüchternd linear, bemäntelt dies aber ganz geschickt. Viele Entscheidungen werden Ihnen nicht abverlangt, und praktisch alle bleiben ohne tiefgreifende Konsequenz.

Am spannendsten ist noch die Hafenstadt, in der Sie zahlreiche Aufgaben entweder für die Banditen oder die Inquisition erfüllen können. Wer besonders ausdauernd und clever ist, kann die beiden Fraktionen bei einigen Aufgaben gar gegeneinander ausspielen. Durch Ihre Handlungen bestimmen Sie, wer am Schluss das Sagen in der Metropole hat, für den Verlauf der Story macht das aber keinen Unterschied. Mit der Dramatik eines The Witcher, wo Ihr Urteil oft erst viele Stunden später umwälzende Auswirkungen haben kann, oder der Intensität eines Neverwinter Nights 2, bei dem Sie das Schicksal Ihrer Kameraden mitbestimmen, kann sich Risen nicht messen.

Statt auf epische Handlungsverzweigungen und große Gefühle setzt Risen dagegen auf den Spaß an Alltagstüftelei. Denn viele Aufgaben lassen sich auf mancherlei Weise lösen, mit ein bisschen Ideenreichtum auch auf hübsch verschlagene Art. Wer in der Hafenstadt zum Beispiel ein aufgespürtes Medaillon dem Stadtwächter gibt, erntet Dank und Gold als Lohn, verscherzt es sich aber mit den Banditen. Es sei denn, man angelt dem Wachmann durch Taschendiebstahl das Kleinod gleich wieder aus der Joppe und bringt es den Schmugglern, die nun ihrerseits Anerkennung spenden. Auf solche Doppelbödigkeit weist kein Questtext hin, aber Risen erlaubt kreative Lösungen. Wie die Gothic-Serie ist auch Riseneines der wenigen Rollenspiele, in denen Bewohner unruhig werden, wenn ein fremder Mann in ihrem Haus herumspaziert, und ihm sicherheitshalber folgen. Wenn ein Diebstahl beobachtet wird, setzt es Prügel.

Das Kampfsystem

Die Vulkanfestung ist das Hauptquartier der Magier und der Inquisition. Die Adepten gehen ihrem Tagwerk nach: fegen und Kisten schleppen. Die Vulkanfestung ist das Hauptquartier der Magier und der Inquisition. Die Adepten gehen ihrem Tagwerk nach: fegen und Kisten schleppen.

Wer bis hierher gelesen hat, den wird es nicht überraschen, wie das Kampfsystem von Risen funktioniert: nämlich wie das von Gothic. In den Actiongefechten versuchen Sie, mit gut getimten Angriffsschlägen die Verteidigung des Gegners zu durchbrechen und dessen Attacken zu parieren, oft gegen mehrere Feinde gleichzeitig.

Die rechte Maustaste blockt dabei, die links hängt Schläge zu Angriffsketten zusammen. In Verbindung mit den Richtungstasten führen Sie auch Seitenhiebe und Konterattacken aus, holen zu besonders starken Brechern aus oder hüpfen zur Seite, um in die Flanke Ihres Widersachers zu gelangen. Das funktioniert präzise und nachvollziehbar. Weil fast jeder Monstertyp ein unterschiedliches Kampfverhalten besitzt, müssen Sie Ihre Taktik variieren. Wölfe kreisen zum Beispiel mit Vorliebe um Sie herum, Ghule durchbrechen Blocks mit Eiszaubern, Rottwürmer weichen normalen Angriffen fast immer aus und sollten daher in die Enge getrieben werden.

Im Laufe des Spiels lernen Sie weitere Schlagvarianten für Ihren Waffentyp, der Umstieg auf das nächstbessere Schwert oder die nächststärkere Rüstung liegen aber oft viele Spielstunden auseinander, denn Ausrüstung ist in Risenrar und entsprechend bedeutungsvoll. Fernkämpfer und Magier haben zwar den Vorteil von Distanzattacken, sind dafür aber im Nahkampf anfälliger. Simples Dauerklicken wie in Gothic 3 führt nur dazu, dass Sie einen Konterangriff einstecken müssen. Die Gegner verfolgen Sie auch recht intelligent und lassen sich nicht durch Hindernisse austricksen, es sei denn, Sie schaffen es, auf einen erhöhten Vorsprung zu klettern.

All das macht die Gefechte immer aufs Neue herausfordernd und verliert auf Dauer nur dadurch an Reiz, dass Sie ständig gegen die gleichen Monstertypen antreten. Die Feindvielfalt in Risen ist ordentlich, aber für eine Spielwelt dieser Größe doch zu gering. Immerhin kommen im Laufe der Handlung neue Monstertypen hinzu, zum Teil auch an Orten der Spielwelt, die Sie bereits von Gegnern befreit hatten.

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