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Skandal nach RobBubble-Video: Undercover-Report erhebt schwere Vorwürfe gegen Influencer-Firma, mittlerweile reagiert Streamer Knossi

Einer Undercover-Recherche des Influencers RobBubble zufolge sollen eine Influencer-Agentur auf der Plattform Fanblast mutmaßlich gewerbsmäßigen Betrug begehen.

Der Influencer RobBubble hat ein Jahr recherchiert. (Bildquelle: https:www.youtube.comwatch?v=LfpYumZbbEI) Der Influencer RobBubble hat ein Jahr recherchiert. (Bildquelle: https://www.youtube.com/watch?v=LfpYumZbbEI)

Das Geschäft mit Influencern boomt. Die Internetstars verkaufen Lebensmittel wie Eistee- und Energydrinks, Mode, Beautyprodukte und angeblich auch ihre private Handynummer. Letzteres ist das Geschäftsmodell der Firma Fanblast, die unter anderem vom berühmten deutschen Twitch-Streamer Knossi mitgegründet wurde.

Auf der gleichnamigen Plattform können Influencer und Stars ihre Handynummer anbieten, sodass Fans diese erwerben und mit ihren Idolen privat chatten können. Soweit die Idee – in der Realität sah das aber offenbar anders aus.

Bereits im Mai 2025 (Az. 416 HKO 62/25), als auch im Juli 2025 (Az. 15 W 17/25) klagte der Konkurrent Bestfans gegen Fanblast wegen unlauterer Werbung und Irreführung – und gewann. Den Gerichtsurteilen zufolge warb Fanblast zwar mit dem direkten Kontakt zwischen Star und Fan, in Wirklichkeit kommunizierten die Fans aber mit Dritten.

Wie perfide die Kommunikation mit Dritten über Fanblast war, zeigt jetzt der Influencer RobBubble in einem Enthüllungsreport:

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Agenturmitarbeiter geben sich für Influencer aus

Ein Jahr lang recherchierte der Content Creator, Schauspieler und Moderator Robin Blase aka RobBubble zum Thema. Laut eigenen Aussagen sprach er mit zwei Whistleblowern, bekam Einblick in interne Chats und fuhr sogar in die Schweiz, um Firmenbeziehungen zu überprüfen.

Sein Vorwurf: Die Agentur Oasis Agency rekrutiere Chatter, die im Namen der Streamerinnen und Streamer mit den Fans chatten und versuchen, ihnen systematisch Geld aus der Tasche zu ziehen. Nach dem Kauf der Nummer können Fans nämlich weiterhin Geld bei ihren Idolen ausgeben, etwa für exklusive Bilder.

In seinem Video spricht RobBubble von Fällen, bei denen Fans emotional erpresst und unter Druck gesetzt wurden, um mehr Geld auszugeben. Das Ganze sei außerdem an ein Bonus-System für die Chatter geknüpft, sodass auch für die Agentur-Angestellten ein Anreiz entstünde, Gewinne durch die Fans zu maximieren.

Wusste Fanblast von den Praktiken der Oasis Agency?

Im Verlauf des Videos stellt RobBubble die Frage, ob Fanblast als Plattformbetreiber von den Praktiken der auf ihrer Plattform agierenden Agentur wusste. Er legt dann diverse Indizien vor, die auf eine mutmaßliche Kooperation beider Firmen hinweist.

Unter anderem scheinen sich Fanblast und Oasis Agency Email- und WhatsApp-Gruppen zu teilen. Außerdem bestätigt ein Mitarbeiter der Oasis Agency laut Gedächtnisprotokoll gegenüber einem Undercover-Journalisten, der sich für einen Job als Chatter bei der Agentur bewarb, dass beide Firmen im selben Büro sitzen. Darüber hinaus wurde einer am Fanblast-Produkt interessierten Influencerin der Oasis-Agency-Kontakt von einem Fanblast-Mitarbeitenden vermittelt.

Zum Schluss konfrontiert RobBubble die mutmaßlich beteiligten Firmen mit seinen Vorwürfen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Videos bekam er nur von zwei Parteien eine Rückmeldung. Der COO von Fanblast schrieb ihm in einer Mail, dass man sich wegen eines laufenden Verfahrens nicht äußern dürfe. Laut ihm geht und wird es auch in der Zukunft nicht um irgendwelche vermeintliche ›Abzocke‹ gehen.

Die Invictus Agency (ehemals Fan up Fast, die ebenfalls an der gleichen Adresse wie die Oasis Agency in der Schweiz sitzt und der Streamerin im Gespräch mit Fanblast als Alternativ-Agentur zu Oasis genannt wurde), lässt als zweite antwortende Partei über einen Anwalt ausrichten, dass die Agentur kein operatives Geschäft mehr ausführt.

Video starten PLUS 22:06 Wie Social Media die Gamingbranche verändert - Deutsche Entwickler über YouTube, Twitch & Co. - Deutsche Entwickler über YouTube, Twitch & Co.

Knossi meldet sich unter dem Video zu Wort

Schon kurz nach der Veröffentlichung des Videos schlug es große Wellen im Netz. Mittlerweile (Stand: 15.12.25, 13:40) steht es bei knapp 800.000 Aufrufen auf YouTube und wird seitdem tausendfach im Netz geteilt. Mittlerweile hat sich auch der Mitbegründer der Fanblast-Plattform Knossi unter dem Video mit einem Kommentar zu Wort gemeldet. Dort schreibt er:

Hab mir das ganze Video angesehen und bin ehrlich gesagt schockiert.
Als wir vor vielen Jahren Streamblast gegründet hatten, ging es nur darum, Streaming interaktiver zu machen.

Man muss klar sagen: Es war nie »meine Firma«. Wie einige andere auch, war ich Teil des Gründungs- und Investorenteams und es gab weder Ausschüttungen, noch finanzielle Gewinne. Auf die neue Positionierung und Änderung zu Fanblast hatten wir keinen Einfluss.

Ich bin seit über zwei Jahren nicht mehr in die operativen Aktivitäten der Firma eingebunden und habe weder Entscheidungsgewalt noch Kenntnisstand über die Vorgehensweise. Ich bin ausgestiegen, als die Diskussion aufkam, Abo-Modelle etc. einzuführen. Denn: Die Firma hatte damit nichts mehr mit dem zu tun, was wir zu Anfang bauen wollten. Ich kann mich daher nur ausdrücklich von den aktuellen Inhalten und dem Angebot von Fanblast distanzieren und bin seit längerem dabei auch meine letzten Firmenanteile nach und nach abzustoßen.

Unter seinem Statement finden sich viele User in ihrer Erwartung bestätigt. Ihnen zufolge war es erwartbar, dass Knossi eine Beteiligung oder Mitwissen an den Praktiken dementieren würde – gerade weil er noch vor drei Jahren im Rahmen der OMR Werbung für sein Unternehmen machte. Andere wiederum fragen, warum man nicht auf die Statement-Anfrage bis Redaktionsschluss geantwortet hätte.

Kein neues Phänomen

Die Ergebnisse der Recherche von RobBubble sind zwar erschreckend, leider aber kein neues Konzept. Immer wieder gibt es Berichte von Ghostwritern auf einschlägigen Plattformen wie Onlyfans und Co. (via srf.ch), bei denen Fans von Influencern und Erotikmodels eine emotionale Bindung vorgegaukelt wird, um sie zum Geldausgeben zu bewegen.

Auch auf Dating-Plattformen versuchen Menschen, vulnerable Personen an sich zu binden, um ihnen durch das Auftischen von falschen Versprechungen und Geschichten Geld aus der Tasche zu ziehen. Erst vor kurzem machte die Meldung eines Fake-Brad-Pitt die Runde (via Spiegel), bei der eine Französin etwa 830.000 Euro ausgab, weil sie dachte, sie habe eine Beziehung mit dem Schauspieler.

Was ihr tun könnt, um euch vor ähnlichen Angeboten zu schützen

Solltet ihr selbst betroffen sein und wie die Beispiele im Video eine hohe Geldsumme in vermeintlichen Influencer-Chats bezahlt haben, solltet ihr euch Hilfe im Rahmen einer Rechtsberatung holen.

Darüber hinaus hilft es, die Pflichtangaben wie ein vollständiges Impressum oder klare Datenschutzhinweise zu prüfen, um die Seriosität der Plattform festzustellen. Sind die Angaben unvollständig oder im Fall von deutschen Angeboten nur auf Englisch verfügbar, ist das meist ein Indiz auf unseriöse Anbieter (via Verbraucherzentrale).

Seid euch außerdem bewusst, dass bei solchen Angeboten oft sogenannte parasoziale Beziehungen ausgenutzt werden. Damit sind Beziehungen zu Personen gemeint, die man nur aus den sozialen Medien kennt. Dabei entstehen einseitig emotionale Bindungen, die von der anderen Seite meistens nicht erwidert werden (können), weil die Influencer uns als einzelne Personen nicht kennen. Durch diese einseitige Bindung entsteht für den Nicht-Influencer oft ein einseitiges Gefühl von Nähe und Vertrautheit, was zwar Einsamkeit lindern kann, jedoch auch ein hohes Potenzial für Manipulation birgt.

Hinterfragt auf Basis dieses Wissens, ob Werbungen oder Personen euch aufgrund von parasozialen Beziehungen manipulieren wollen und sprecht mit vertrauten Personen darüber, die euch gegebenenfalls dabei helfen, Dinge und einseitige Beziehungen zu hinterfragen.

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