Das hatte vermutlich keiner von uns auf der Bingokarte: Nach etwa fünf Stunden regulärem Stream bei Maximilian Knabe, alias HandOfBlood, kommt plötzlich Robert Habeck ins Studio.
Das Treffen war im Vorfeld nicht angekündigt worden, es war lediglich von einem Special Guest
die Rede. Die Meldung machte aber in Windeseile ihre Runde, sodass in der Spitze über 50.000 Menschen den Stream verfolgten. Zuvor waren es um die 15.000 bis 20.000 gewesen.
Wie kommt Habeck zu Hänno?
Laut eigenen Aussagen von Habeck und Hänno, wie HandOfBlood oft genannt wird, habe sich das Wahlkampfteam der Grünen bei Hännos Agentur Instinct3 gemeldet und für den Stream angefragt.
Die Entscheidung, das Event so umzusetzen, sei aber erst nach vielen Überlegungen getroffen worden. Hänno sagt dazu:
Mir war klar: […] der Mann wird im Wahlkampf sein. Da habe ich auch ein bisschen mit mir gerungen.
Schließlich entschied sich Hänno samt Team aber für den Stream, mit dem Ziel, gerade jüngere Menschen wieder dazu zu bewegen, sich mit dem Thema Politik auseinanderzusetzen.
Das ganze Gespräch könnt ihr euch hier anschauen:
Link zum YouTube-Inhalt
Darüber haben Hänno und Habeck gesprochen
In dem fast dreistündigen Gespräch galoppierten die beiden am ikonischen Fliesentisch sitzend durch allerlei Themen.
Unter anderem sprachen sie kurz über das Thema Heizungsgesetz, Habecks Einstieg in die Politik, Hass im Netz und den Wunsch des Vizekanzlers nach einer europäischen Social-Media-Plattform.
Nebenbei ließ sich Habeck von Hänno erklären, wie Twitch funktioniert und erklärte ihn zum »Obertwitcher« - zur großen Belustigung der Community.
Darüber hinaus kamen auch die Themen Tierschutz und E-Sport auf den Tisch. Habeck war in seinen letzten drei Jahren in seiner Funktion als Wirtschaftsminister auch für die Videospielförderung zuständig.
Unter anderem sprachen sie über die immer wieder von der Ampel-Koalition zugesagte Gemeinnützigkeit für den E-Sport, die niemals umgesetzt wurde. Habeck räumte hier ein, dass er sich darum bisher nicht gekümmert habe.
Was haben Spiele und Politik miteinander zu tun? Mehr als man vielleicht glaubt, sagt GameStar-Redakteur Peter im Twitch-Stream der ARD:
1:44
Politik in Spielen: Was GameStar-Redakteur Peter zur Debatte denkt
Dass Politiker in Streams auftreten, ist übrigens (außerhalb von Deutschland und der Gaming-Night
der Jungen Union) kein Novum.
Schon die amerikanische Politikerin Alexandria Ocasio-Cortez entdeckte 2020 die Möglichkeiten, über Twitch und Influencer wie Pokimane vor allem junge Wählerinnen und Wähler zu erreichen.
Auch Donald Trump gesellte sich 2024 zu Streamer Adin Ross auf der Streamingplattform Kick für ein Interview.
