50% aufs erste Jahr – nur für kurze Zeit!

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Rollenspiele müssen keine Zeitfresser sein: Meine 5 liebsten RPGs mit unter 20 Stunden Spielzeit

Ich liebe Rollenspiele, aber weiß, dass die meisten ordentlich Zeit fressen. Doch es gibt sie da draußen, kurze RPGs für ein einziges Wochenende. Das sind meine 5 Favoriten.

Ich kenne fünf grandiose Rollenspiele, für die ihr euch nicht eine Woche lang einschließen müsst. Außer, ihr wollt das. Ich kenne fünf grandiose Rollenspiele, für die ihr euch nicht eine Woche lang einschließen müsst. Außer, ihr wollt das.

Wenn ich alle Spielegenres ausradieren müsste und nur ein einziges davon retten könnte, würde ich zuerst in Tränen ausbrechen. Aber dann würde ich mich feuchten Augen, trüber Sicht und schniefender Nase selbstbewusst die Rollenspiele verschonen. Ohne RPGs kann ich einfach nicht existieren.

Umso bitterer, dass man als erwachsener, arbeitender Mensch selten noch Zeit dafür hat. Und das sag’ ich sogar als jemand, der sich immerhin beruflich gelegentlich dafür Zeit nehmen darf. Doch selbst ich wünschte, ich hätte mehr Zeit für alle diese monumentalen Rollenspiel-Epen. Diese Größe macht Rollenspiele einerseits so grandios, aber man muss sich eben auch lange darauf festlegen.

Fabiano Uslenghi
Fabiano Uslenghi

Wenn jemand in der Nähe von Fabiano auch nur die Worte Oldschool-Rollenspiel flüstert, hat er sofort seine W20er zur Hand. Sowohl am PC als auch am Tisch mit Stift und Papier träumt er sich privat und beruflich quasi täglich in fremde Welten. Er hat Faerûn gerettet, Tamriel erforscht, Mittelerde durchstöbert und Aventurien gemeistert. Also euer Mann, um euch alles über Rollenspiele zu erzählen.

Doch es gibt Ausnahmen! Nicht jedes Rollenspiel muss euch 40, 50 oder 100 Stunden vor den Rechner fesseln. Einige lassen sich sogar in ein einziges Wochenende zwängen. Ein paar meiner liebsten kurzen Rollenspiele stelle ich euch heute vor.

Die Zwerge

Video starten 5:49 Die Zwerge - Ein Spiel wie ein gutes Buch - Ein Spiel wie ein gutes Buch

Untergenre: Taktik-Rollenspiel | Entwickler: King Art | Release: Dezember 2016 | Spielzeit: ca. 14 Stunden

Kurze Rollenspiele? Wie wärs mit Die Zwerge? Höhöhö. Gut, den Witz mache ich auch nur einmal, bevor der gute Ingrimmsch mir sein Beil zwischen die Rippen jagt ... höher kommt er ja auch ni ... autsch! Ist ja gut! Keine Zwergenwitze mehr. Ich darf die Zwerge aber auch ein wenig liebevoll necken, denn ich schreibe auch immer wieder darüber, wie sehr ich sie tatsächlich liebe.

Schuld daran ist die Romanvorlage für dieses Action-Rollenspiel, das von dem Bremer Studio King Art umgesetzt wurde. Die Bücher von Markus Heitz habe ich als Teenager verschlungen und auch die PC-Umsetzung macht eine grandiose Figur. Ihr erlebt zwar grundlegend die Geschichte des ersten Romans, rund um den Zwerg Tungdil und seine Reise durch das Geborgene Land, doch hier steckt trotzdem jede Menge Rollenspiel drin.

Ihr könnt nämlich unterwegs ein paar alternative Routen einschlagen, Nebenaufgaben annehmen und durchaus überraschend konsequente Entscheidungen fällen. Für die physikbasierten Massenschlachten gegen Horden an Feinden schaltet ihr obendrein neue Fähigkeiten für eine große Auswahl an Charakteren frei. Das macht einfach Spaß! Und geht schneller, als das ganze Buch zu lesen.

Fable

Video starten 6:22 Fable Anniversary - Test-Video zum HD-Remake für Xbox 360 - Test-Video zum HD-Remake für Xbox 360

Untergenre: Action-Rollenspiel | Entwickler: Lionhead | Release: September 2004 | Spielzeit: ca. 18 Stunden

Streng genommen ist Fable kein Open-World-Rollenspiel, aber kommt dem Spielgefühl sehr nah. Immerhin könnt ihr hier durchaus recht ungebremst durch die verschiedenen Gebiete reisen und werdet Zeuge, wie euer Held sich quasi nebenbei komplett wandelt. Fable war für mich immer ein Musterbeispiel dafür, was ich von derartigen Rollenspielen erwarte.

Denn obwohl Fable gar nicht derart umfangreich ausfällt, vergeht hier spürbar eine Menge Zeit. Je länger meine Reise geht, je stärker mein Held dadurch wird, umso sichtbar älter wird er auch. Doch das bedeutet hier nicht einfach nur, dass er graue Haare und Falten im Gesicht bekommt. Ich sehe ihm auch an, welche moralische Route er eingeschlagen hat – das geht so weit, dass meinem Charakter dämonische Hörner aus der Stirn wachsen können. Das hat man davon, wenn man ständig harmlose Hühner kickt.

Ich liebe an Fable, dieses Gefühl der Progression, und zwar nicht nur aufgrund von simplen Eigenschaften. Zu einer Geschichte eines Helden gehört so viel mehr. Narben, die er für immer trägt. Entscheidungen, die sein Umfeld verändern. Das macht Fable für mich besonders!

Deltarune ... oder Undertale ... oder doch Deltarune?

Video starten 0:47 Deltarune - Das neue Spiel der Undertale-Macher ist da und wird sofort kräftig gefeiert

Untergenre: Party-Rollenspiel | Entwickler: Toby Fox | Release: Juni 2025 | Spielzeit: ca. 18 Stunden

Die meiste Arbeitszeit für diesen Artikel hat die Entscheidung gekostet, ob ich nun Undertale oder Deltarune in die Liste aufnehme. Für beides gibt es sehr gute Argumente. Etwa sollte man im besten Fall Undertale vor Deltarune gespielt haben! Nur so versteht man all die herzlichen Anspielungen und erkennt Charaktere wieder, obendrein hilft es dabei zu enträtseln, was in Deltarune eigentlich vor sich geht. Aber man muss Undertale nicht kennen, um mit Deltarune Spaß zu haben.

Für Deltarune hingegen spricht das Party-System. Das schreit für mich einfach noch mehr Rollenspiel als in Undertale, wo man sich im Alleingang dieser herrlich kreativen Spielwelt stellt, mit all ihren lebensnahen, sympathischen und wundervoll emotionalen Figuren.

Undertale auf der anderen Seite ist nochmal deutlich kürzer als Deltarune, für dessen aktuelle Kapitel man im Zweifel auch deutlich länger als 20 Stunden benötigen kann. Immerhin ist es gut möglich, dass euch die Geschichte komplett in ihren Bann zieht und ihr immer wieder die Meinungen aller neuen Bekanntschaften dazu hören wollt.

Deltarune bietet dafür viel abwechslungsreichere Umgebungen und in jeder neuen Welt warten neue Gameplay-Features, die diese Mischung aus cleveren Rundenkämpfen und toll geschriebenen Dialogen aufbrechen.

Undertale jedoch ... ach, es könnte ewig so weitergehen. Sucht euch einfach eins aus. Beide Spiele sind grandios!

Pyre

Untergenre: Action-Rollenspiel (?) | Entwickler: Supergiant | Release: Juli 2017 | Spielzeit: ca. 13 Stunden

Ist Pyre überhaupt ein Rollenspiel? Tja, öhm. Ja? Ich schätze schon? Es hat Talentbäume! Und man muss Entscheidungen fällen. Also da steckt schon viel von einem Rollenspiel drin. Ich lasse es auf jeden Fall mal zählen, wenn das bedeutet, dass noch mehr Leute dieses oftmals übersehene Juwel endlich spielen. Denn Pyre hat in meinem Herzen einen ganz besonderen Ehrenplatz.

Ich werde nie vergessen, welche Bandbreite an Emotionen dieses Spiel in mir auslösen konnte. Und das schafft Pyre mit einem grandiosen Geflecht aus miteinander verzahnten Spielinhalten, die für sich genommen bereits toll sind, in Kombination aber ein kleines Meisterwerk ergeben.

Auf dem Papier muss ich einfach nur in einer Fantasy-Sportart antreten und Spiele gewinnen. Aber es geht um so viel mehr. Ich muss neue Mitglieder für mein Team rekrutieren, die erst ganz neue Spielweisen ermöglichen. Ich muss sie besser kennenlernen, mir ihre Geschichten anhören. Ich muss mit ihnen gemeinsam bis ins Finale gelangen und um ihre Freiheit spielen – nur um dann stets aufs neue eine niederschmetternde Entscheidung zu fällen.

Ich müsste spoilern, um die ganze Brillianz dahinter zu erklären. Aber lasst euch gesagt sein: Pyre bleibt in Erinnerung.

Tyranny

Video starten 9:49 Tyranny - Test-Video: Manchmal gewinnt eben das Böse! - Test-Video: Manchmal gewinnt eben das Böse!

Untergenre: Oldschool-Rollenspiel | Entwickler: Obsidian | Release: November 2016 | Spielzeit: 20 Stunden

Ich gebe zu, bei Tyranny lege ich diese ganze »unter 20 Stunden Sache« sehr großzügig aus. Man kann das Oldschool-Rollenspiel von Obsidian durchaus in dieser Zeit durchbekommen, aber in den meisten Fällen werdet ihr mehr Zeit benötigen und euch diese vermutlich auch nehmen wollen. Immerhin lebt Tyranny, wie so viele Rollenspiele von Obsidian, von seinen Geschichten, seinen Charakteren und seiner inhärenten Tragik.

Denn in Tyranny hat der Schurke schon gewonnen und ich bin nur sein Laufbursche. Als Botschafter des tyrannischen Herrschers Kyros mache ich mich auf, den Krieg gegen Rebellen niederzuschlagen. Ich stehe also von Beginn an auf der Seite der Bösewichte – ob das so bleibt, liegt wie so oft an meinen Entscheidungen. Tyranny hat clever geschriebene Rollenspiel-Dialoge mit der Muttermilch aufgesogen und viel öfter werdet ihr mit eurem eigenen Gewissen kämpfen als gegen waschechte Gegner.

Selbst Entscheidungen, die ich bei der Charaktererstellung gefällt habe, können mir später noch in den Poppes kneifen. Ganz zu schweigen von den vielen, vielen Wegen, die ich im Verlauf der Geschichte einschlagen darf. Es ist eben ein klassisches Rollenspiel und gehört für mich damit zur Königsklasse des Genres. Aber gemessen an der Konkurrenz, ist Tyranny eben erstaunlich kompakt. Ja, 20 Stunden sind etwas sportlich betrachtet – aber für andere Rollenspiele dieser Art muss man meist über 80 investieren. Da seid ihr mit Tyranny deutlich flotter durch, ohne auch nur ein Quäntchen Qualität einzubüßen.

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