Ein halbes Jahr später ist die RTX 5000 da, wo sie von Anfang an hätte sein sollen, doch das reicht mir nicht

Sechs Monate nach dem Release der ersten RTX-5000-Grafikkarten sieht Jusuf sich die Entwicklung der GPUs an.

Wie hat sich die RTX 5090 in den sechs Monaten seit Release entwickelt? Wie hat sich die RTX 5090 in den sechs Monaten seit Release entwickelt?

Vor genau sechs Monaten hat Nvidia mit der RTX 5090 und RTX 5080 die ersten beiden Grafikkarten der Blackwell-Generation veröffentlicht. Seither kamen alle weiteren RTX-50-Modelle auf den Markt; zuletzt ist mit der RTX 5050 sogar eine neue Einsteiger-GPU erschienen.

Neben neuen Bestleistungen in der Roh- und Raytracing-Leistung hatte Blackwell aber zu Beginn auch seine Schattenseiten.

  • Insbesondere zum Release am 30. Januar 2025 hatten die RTX 5090 und RTX 5080 mit mangelnder Verfügbarkeit und hohen Preisaufschlägen zu kämpfen.
  • Hinzu kommen viele weitere Probleme, etwa mit defekter Hardware und Treibern sowie ein Fehler aus der Vergangenheit, aus dem Nvidia eigentlich lernen wollte: die schmelzenden Stromanschlüsse bei einer geringen Zahl an Modellen.

Das halbjährige Bestehen ist für mich Grund genug, um einen Blick auf die Lage heute zu werfen.

Wie haben sich die Problemzonen der RTX-5000-Grafikkarten seither entwickelt?

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RTX 5000: Preis und Verfügbarkeit mit Licht und Schatten

Wenn mich Freunde Ende Januar gefragt haben, ob sie sich die neuen RTX 5090 oder RTX 5080 holen sollten, konnte ich nur müde lächeln.

Irgendwann ging mir selbst das nicht mehr über die Lippen, denn die Verfügbarkeit war über Wochen hinweg sehr schlecht – und wenn man eine der Nvidia-GPUs ergattern konnte, dann nur zu extremen Aufpreisen. Teils wurden Aufschläge von 50 Prozent und höher gegenüber der UVP verlangt.

Ein halbes Jahr später sieht die Lage besser, aber bei Weitem nicht perfekt aus.

  • Die RTX 5090 ist zum Stand vom 28. Juli 2025 bei exakt einem Custom-Modell zur ursprünglichen UVP von 2.329 Euro zu haben. Das ist schon teuer genug und wird durch einen Faktor noch schlechter in der Bewertung.
  • Nvidia hat die UVP auf 2.229 Euro gesenkt. Der Vorgang an sich ist löblich, doch muss sich die Preisentwicklung der RTX 5090 nun eben an dieser Zahl messen lassen. Und leider sind Angebote unterhalb dieser neuen UVP nur sehr selten erhältlich.

Etwas besser sieht es bei der RTX 5080 und RTX 5070 aus, die regelmäßig auch von ihrer neuen UVP (1.119 statt 1.169 Euro / 619 statt 649 Euro) abrücken.

Die aus Käufersicht sinnvollste Preisentwicklung dürfte hingegen bei der RTX 5070 Ti (UVP: 879 Euro) stattgefunden haben. Angebote unterhalb der 800-Euro-Grenze sind inzwischen eher Regel als Ausnahme.

Abseits der RTX 5090 sind die GPU-Preise also auf einem guten Weg, wenngleich noch Luft nach oben – in dem Fall eher: unten – besteht.

RTX 5000: Schmelzstecker-Drama, Teil 2: Electric Boogaloo

Es war schon zur RTX 4090 eines der bestimmenden Themen: schmelzende Stecker und Anschlüsse infolge ungleichmäßiger Belastung einzelner Adern durch Kontaktprobleme sowie einer fehlenden Messung der einzelnen Pins.

Waren es beim ehemaligen Flaggschiff noch 450 Watt, die durch die Kabel gepumpt wurden, sind es bei der RTX 5090 sogar bis zu 600 Watt. Kein Wunder also, dass die Sorge vor Release groß war, dass sich das Drama wiederholt.

Und siehe da: Die Sorgenfalten sollten Recht behalten. Denn trotz gegenteiliger Beteuerungen seitens Nvidia tauchten die ersten Berichte über schmelzende 5090-Stecker so pünktlich wie die zugehörige Stromrechnung auf.

  • Dabei handelte es sich nicht nur um einzelne Nutzerberichte, denen man vielleicht noch einen potenziellen Bedienfehler zutrauen könnte.
  • Auch erfahrene Tech-YouTuber wie Roman »der8auer« Hartung sezierten die RTX 5090 und mussten feststellen, dass auch der überarbeitete 12V-2x6-Stecker von Anfang an ein Problem darstellen wird.
  • In diesem neuen 12V-2x6-Stecker sind unter anderem die Sensorik-Pins verkürzt, was dafür sorgen soll, dass der Strom erst fließt, wenn das Kabel auch richtig angeschlossen ist.

Mit dieser Einschätzung sollte der8auer Recht behalten: Noch immer kocht in verschiedenen sozialen Netzwerken ein neuer Bericht hoch, der sich über einen geschmolzenen Anschluss, ein geschmolzenes Kabel oder gleich beides beschwert.

Der jüngste Reddit-Beitrag, den wir zu diesem Thema finden konnten, datiert vom 27. Juni 2025. Beim Blick in die Wochen zuvor stelle ich fest, dass im PCMR-Subreddit regelmäßig neue Personen melden, denen der Stecker (fast buchstäblich) abgefackelt ist.

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Heißt für mich: Das Problem rund um die schmelzenden Stecker wird in dieser Generation nicht mehr behoben – wie auch? – und wird Blackwell für immer begleiten.

Sicher, viele Modelle sind davon nicht betroffen. Aber hier ist jedes betroffene Modell eines zu viel.

RTX 5000: Transformer-Modell aus der Beta, Treiber jetzt auch

Mit Ankunft der nächsten GPU-Generation hat Nvidia auch DLSS (»Deep Learning Super Sampling«) weiterentwickelt. In der vierten Fassung des KI-Upscalings ändert sich das zugrundeliegende Modell – vom ausgereizten CNN (»Convolutional Neural Network«) ging es zum Transformer-Modell hin.

Kurz gefasst: CNN fokussierte sich beim Upscaling nur auf einen eingeschränkten Bereich an Pixeln, während Transformer sich ganze Frames (teils sogar mehrere aufeinanderfolgende) zur Brust nimmt.

Tatsächlich war aber das neue Transformer-Modell zum Release noch in einer Betafassung; Probleme also nicht ausgeschlossen. Seit vergangenem Juni ist diese Betaphase abgeschlossen, sodass Transformer nun allmählich in kommenden Spielen auf uns wartet.

  • Inwieweit das tatsächlich zu einem Vorteil beim KI-Upscaling führt, bleibt abzuwarten. Nvidia verspricht immerhin, dass im Vergleich zu CNN wesentlich weniger Artefakte und Ghosting-Effekte zu sehen sein sollen.
  • Erste Tests zur Transformer-Beta haben ein ordentliches Zwischenfazit hervorgebracht: Tatsächlich geht die Bildqualität beim Nutzen des KI-Upscalings nach oben.

Bei den Treibern ist indes zumindest die Entwicklung positiv zu betrachten. Zum Release der RTX 5090 und RTX 5080 etwa häuften sich die Beschwerden, dass die damaligen Versionen für Abstürze verantwortlich waren.

Diese Probleme zogen sich selbst nach einigen Updates bis in den April hinein. Teilweise rieten Entwicklerstudios bei den vorhergehenden Karten aktiv davon ab, die neuen Nvidia-Treiber zu installieren:

Inzwischen scheint sich die Lage gebessert zu haben. Zumindest musste ich in den vergangenen zwei Monaten wesentlich weniger Eilmeldungen bringen, wonach Nvidia seine Treiber erneut zurückziehen oder flicken musste.

Vielleicht ist das aber auch nur mein Eindruck, den ihr im Zweifel in den Kommentaren korrigieren werdet.

RTX 5000: In dieser Form hätte ich vor einem halben Jahr nicht gemeckert

Nach all den Vergleichen zwischen damals und heute werfe ich folgende These in den Raum:

Wären die RTX 5090 und RTX 5080 mit den heutigen Preisen, Verfügbarkeiten und ja, auch Treibern erschienen, dann würde Blackwell nicht Gefahr laufen, als eine der kundenunfreundlichsten GPU-Generationen aller Zeiten in die Geschichte einzugehen.

Immerhin sind alle Grafikkarten inzwischen flächendeckend verfügbar und liegen mit Ausnahme der RTX 5090 unterhalb ihrer UVP. DLSS 4 mitsamt Transformer-Modell ist »offiziell« startklar und auch die Treiber scheinen immer stabiler zu sein.

Eine steile These zu den Hintergründen

Nun hat meine These sehr viel Konjunktiv im Satz. Entsprechend stelle ich mir die Frage, warum es nur bei diesem »wäre« geblieben ist, warum Nvidia sich diese sechs Monate Zeit nicht genehmigt hat. Meine Antwort fällt beim Blick auf bestimmte Release-Termine der vergangenen Jahre leicht aus:

  • RTX 4090: 12. Oktober 2022
  • RTX 4080 Super: 31. Januar 2024
  • RTX 5090: 30. Januar 2025

Diese drei Termine fallen in drei verschiedene Geschäftsjahre – schließlich laufen diese auch hier von April bis März. Vom FY 22/23 (RTX 4090) über das FY 23/24 (RTX 4080 Super) bis zum frisch beendeten FY 24/25 (RTX 5090) hatte Nvidia also zu jedem Geschäftsjahr ein neues High-End-Produkt auf Lager.

Oder andersherum gesagt: Nvidia wollte oder konnte es sich möglicherweise nicht leisten, das obere Ende der Blackwell-Generation weiter hinauszuzögern. Die RTX 5090 sollte vor Abschluss des Geschäftsjahres herausgebracht werden; koste es, was es wolle.

Klar, das Geschäft mit der Künstlichen Intelligenz hat bei Nvidia schon längst eine übergeordnete Rolle inne, die Umsatzzahlen belegen das.

Aber Anlegern lässt sich eine zusätzliche positive Botschaft übermitteln, wenn man zeitgleich »und im x-ten Jahr in Folge haben wir die beste Gaming-Grafikkarte herausgebracht« sagen kann.

Es hat im Kontext der RTX 5000 definitiv eine positive Entwicklung stattgefunden, versteht mich nicht falsch. Mit diesem faden Beigeschmack reicht sie nur lange nicht aus, um mich mit ihr versöhnen zu können.

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