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Saints Row: Alle Infos zum großen Open-World-Reboot - und was wir davon halten

Saints Row kehrt zurück - und zwar als Reboot. Wir liefern alle Infos zu Gameplay, Release und klären die großen Fragen.

von Dimitry Halley,
25.08.2021 22:00 Uhr

Saints Row ist ja so ein bisschen das Fast & Furious der Gaming-Welt. Angefangen als simple Gangster-Prollo-Fantasie für GTA-Fans eskalierte die Serie Teil um Teil in teils völlig abstruse Richtungen. Am Ende eroberten wir nicht nur unseren Block, unsere Stadt, sondern gleich die gesamte Galaxie - und die Hölle! Da wäre selbst Dom Toretto samt Familie beeindruckt. Aber wie soll es bitte nach Saints Row 4 weitergehen?

Die simple Antwort: gar nicht. Das neue Saints Row fängt 2022 nämlich von vorne an. Gleichzeitig erbt die Neuauflage natürlich mehr als bloß den Namen und die scheußliche Publisher-Angewohnheit, Reboots einfach den Franchise-Namen ohne Zusatz zu verpassen, sodass wir bei jedem Saints Row, Tomb Raider, Battlefront oder Hitman Erscheinungsjahr oder Reboot oder so dahinter schreiben müssen, damit irgendwer checkt, wovon wir reden.

Okay, sorry, weiter im Text: Das Reboot setzt eigentlich an jeder Saints-Row-Gameplay-Tugend ein Häkchen. Ihr bereist erneut eine US-amerikanische Stadt, rekrutiert eine eigene Verbrecherbande, erstellt euch die Spielfigur im herrlich bunten Editor, schaltet feindliche Banden entweder mit bodenständigen oder völlig abgedrehten Knarren aus und verursacht ganz generell ein heilloses Open-World-Chaos.

Mit Apache-Helikopter gegnerische Fahrzeuge torpedieren? Check. Einen Drogenschmuggelring aus Hot-Dog-Wagen organisieren? Check. Durch eine Explosion 30 Meter durch die Luft auf einen Öl-Lastwagen geschleudert werden, dessen Detonation uns dann auf einen Wolkenkratzer befördert? Yesss ...

Aber nicht alle Zutaten dürften Serienfans zwangsläufig schmecken. Saints Row 2022 drosselt den Pipi-Kacka-Humor merklich runter, fühlt sich insgesamt deutlich geerdeter an als Teil 4 - und setzt ganz klar auf den Humor und die Ästhetik von Watch Dogs 2. Mit einer Prise Fortnite.

Was haben wir gesehen? GameStar hat an einem einstündigen Pressetermin zum neuen Saints Row teilgenommen, während dem uns Entwickler Volition ausführlich durch die einzelnen Parts des Spiels geführt hat. Das gezeigte Gameplay wurde im Vorfeld aufgezeichnet.

Worum geht's im neuen Saints Row?

Saints Row (2022) spielt in Santo Ileso, einer fiktiven Stadt im Südwesten der USA, stark inspiriert von eher wüstenlastigen Bundesstaaten wie New Mexiko. Wer sich bei YouTube mal Luftaufnahmen von Phoenix, Arizona anschaut, bekommt ein gutes Bild.

Erwartet also keine verregneten Spaziergänge am Pier, sondern staubige Rennen durch die Wüste, sonnengeflutete Downtown-Panoramen und die eine oder andere Kollision mit einem Kaktus. Die Entwickler bezeichnen Santo Ileso zwar nicht als die größte, aber ambitionierteste Open World, die sie bisher zusammengeschraubt haben. Im Trailer könnt ihr euch selbst einen Überblick verschaffen:

Saints Row - Erster Trailer zeigt das Reboot für PS4, Xbox One und PC 3:32 Saints Row - Erster Trailer zeigt das Reboot für PS4, Xbox One und PC

Ähnlich ambitioniert startet auch eure Hauptfigur: Zusammen mit drei Gefährten wollt ihr euch ein Gangsterimperium errichten und der Saints-Bande zu ewiger Größe verhelfen. Wer sich das Figuren-Ensemble anschaut, versteht sofort, wen Entwickler Volition hier ansprechen will: Spät-Millenials samt Generation Z.

Wer sind die neuen Saints?

Die Saints stammen nicht wie GTAs CJ, Franklin oder Gangster-Legenden wie Don Corleone, Scarface und Co. aus echten Verbrechermilieus, sondern sind ... naja ... die Zielgruppe des Spiels. Junge gebildete Leute Anfang-Mitte-20. Kreativ-Chef Jim Boone führt sogar als Beispiel an: Stellt euch vor, ihr könnt eure Studiengebühren nicht zahlen und errichtet deshalb ein Verbrecherimperium.

Die neuen Saints sind junge, gebildete Aufsteiger, die Santo Ileso für sich erobern wollen. Die neuen Saints sind junge, gebildete Aufsteiger, die Santo Ileso für sich erobern wollen.

Die drei wichtigsten Saints neben euch:

  • Fahrerin Neenah arbeitet zwar als Mechanikerin, ist aber eigentlich studierte Kunsthistorikerin und Anthropologin.
  • Kevin verzichtet nicht nur aus Prinzip auf Oberkörperbegleitung, sondern ist eigentlich auch ein DJ, der seine Freunde genauso liebt wie die Jagd nach Adrenalin.
  • Eli hat Management studiert und möchte gerne ein Unternehmen gründen. Also wieso kein kriminelles?

Jedes Teammitglied stammt aus einer der drei großen feindlichen Banden von Santo Ileso, allerdings repräsentieren die ebenfalls keine klassischen Gangster-Klischees.

  • Die Idols lieben ausufernde Partys, wilden Punk und Daft-Punk-Helme.
  • Die Marshall Defense Industries sind eigentlich keine echte Bande, sondern kriminelle Privatmilitärs.
  • Und die Los Panteros erinnern als Bande aufgepumpter Mucki-Prollos noch am ehesten an klassische Gangster, verkörpern aber in erster Linie Fitness-Junkies.

Saints Row versteht sich generell nicht mehr als bissige Karikatur auf diesen ganzen »Get Rich or Die Tryin'«-Rummel der 2000er und frühen 2010er. Prinzipiell ist das natürlich eine völlig berechtigte Entscheidung, allerdings dürfte lange nicht jedem Fan gefallen, was wir stattdessen bekommen - zumal uns bisher keine wirklich originellen Ideen ins Auge gesprungen sind. Im Prinzip müsst ihr euch fragen: Mochte ich Humor und Ansprache von Watch Dogs 2? Also hippen Junge-Leute-Sprech, der in erster Linie auf ironische Sprüche und Situationskomik setzt? Dann taugt euch auch Saints Row. Falls nicht ...

Wie mein Kollege Peter Bathge das Spiel und sein Setting einschätzt und warum er glaubt, dass sich Saints Row zwischen alle Stühle setzen wird, lest ihr in seiner Kolumne:

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Was wird Saints Row denn für ein Spiel?

Wie auch immer zur neuen Geschichte steht: Das Gameplay sieht spaßig aus. Die feindlichen Gangs kontrollieren die Stadt und ihr nehmt an zahlreichen Haupt- wie Nebenaktivitäten teil, um das zu ändern. Es gibt eine umfangreiche Story-Kampagne, außerdem Koop für zwei Leute und Fanlieblinge wie der Insurance Fraud kehren zurück. Zerstörung und Chaos bleiben also die Leitlinien der Saints-Row-Sandbox - sehr gut.

Saints Row verzichtet auf Aliens und Superkräfte, stattdessen gibt es wieder klassische (aber noch immer überdrehte) Gang-Schießereien. Saints Row verzichtet auf Aliens und Superkräfte, stattdessen gibt es wieder klassische (aber noch immer überdrehte) Gang-Schießereien.

In den gezeigten Gameplay-Szenen ging es vor allem um Fahrzeugaction. In Trucks, Sportwagen, SUVs und Offroad-Jeeps heizt ihr durch Stadt und Land, zerlegt mit der Bazooka feindliche Fahrzeuge. Außerdem gab's wie gesagt einen Apache-Heli zu sehen, der mit zielsuchenden Raketen einen ganzen Parkplatz zerlegt. Viele Gefechte finden draußen in der Wüste statt, aber auch zwischen den Wolkenkratzern des Commercial Districts kommt es zu Schießereien. Ihr könnt natürlich alternativ per Wingsuit vom Hochhaus hüpfen. Also auch im Spiel.

Ihr springt aber nicht nur von Häusern, sondern besitzt auch welche. Immobilien sollen eine große Rolle spielen: Ihr könnt in Santo Ileso haufenweise Grundstücke erwerben und dann frei entscheiden, was dort entstehen soll. Eine radioaktive Müllentsorgung? Easy. Clubs, Stützpunkte, illegale Unternehmen - an viele Einrichtungen scheinen dann wieder Nebenmissionen gekoppelt zu sein. Im Gameplay sehen wir unsere Figur radioaktiven Giftmüll durch die Stadt transportieren.

Ihr werdet in Santo Ileso auch Immobilien besitzen. Wie das System im Detail funktioniert, bleibt derzeit noch offen. Ihr werdet in Santo Ileso auch Immobilien besitzen. Wie das System im Detail funktioniert, bleibt derzeit noch offen.

»Player expression« sowie »player customization« sind wichtige Schlagworte für Saints Row: Ihr könnt serientypisch haufenweise Krams für eure Spielfigur kaufen. Schuhe, Hosen, Hemden, Shirts, Hüte, Brillen und, und, und. Das neue Saints Row mag euch keine in sich geschlossene Gangster-Fantasie vorleben - aber dafür bekommt ihr haufenweise Werkzeuge, euch eure ganz eigene zu erschaffen.

Wann ist Release?

Saints Row wird 2022 technisch kein GTA-6-Killer. Wie auch? GTA 6 ist a) noch nicht raus und b) ist Volition natürlich weit vom Budget eines Rockstar entfernt. Aber das muss gar kein Problem sein. Was ihr hier bekommt, ist im Idealfall eine launige Großstadt-Sandbox für Last Gen wie Current Gen - und das gab's ja schließlich ein ganzes Weilchen nicht.

Vielleicht zünden Story und Stil des Spiels über Zeit - das können wir aktuell noch nicht einschätzen. So oder so macht die bisherige Präsentation schon Lust, sich mal wieder mit abgedrehten Knarren durch ein Saints Row zu schießen. Das Reboot erscheint am 25. Februar 2022 für alle aktuellen Plattformen, Current Gen wie Last Gen.

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