Wenn ich in einem Spiel mit einem Möpschen reden kann, dann muss ich es haben, ganz einfach. Wenn ich wie bei Scarlet Hollow dazu noch ein spannendes Horror Mystery um eine abgehalfterte Minenstadt, Entscheidungen mit tatsächlichen Auswirkungen auf das Spiel, vielseitige Skills, und Dating-Mechaniken bekomme, umso besser.
In dem Adventure wird aus einem kurzen Ausflug in die Berge North Carolinas, bei dem ich eigentlich nur meiner Cousine bei der Beerdigung ihrer Mutter helfen will, ein Albtraumtrip. Und das, obwohl in dem verschlafenen Städtchen bis zu meiner Ankunft eigentlich alles relativ gemütlich zuging.
Sicher, bei einem Unfall im Kohlebergwerk sind vor Jahren so viele Menschen umgekommen, dass das Bergwerk abgeriegelt werden musste. Ein Haus wird von Geistern heimgesucht. Und Tiefbaufirmen werden reich, weil hier wirklich jeder eine Leiche im Keller hat ...
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Bisschen Schwund ist immer
Aber ist das nicht irgendwie in jeder Kleinstadt so? Bisschen Schwund ist immer? Kühe. Kohle. Kinder… In Sachen Horror liefert Scarlet Hollow ordentlich ab, bleibt aber im Kern ein Adventure. Verfolgungsjagden, die den Puls hochschnellen lassen, weil hinter jeder Ecke ein Jumpscare lauert, gibt es nicht.
Braucht es aber auch gar nicht. Zombies – effektiv, aber fast schon zu oft gesehen – gibt es nicht. Stattdessen steigt die Spannung langsam, aber stetig, und der Monsterreigen, inspiriert von Legenden und Folklore aus den Appalachen, ist endlich mal was Unverbrauchteres als der achtzehnte Vampir diesen Monat.
Ohne zu viel zu verraten: Tony und Abby, die beiden Devs hinter Black Tabby Games, haben auch Slay the Princess entwickelt, ihr könnt also ein kluges Narrativ, düsteren Humor viele erwartbare und überraschende Wendungen und eine gesunde Portion Horror erwarten. Und … Liebe.
Denn während ich versuche herauszufinden, was in der Nacht im Wald Jagd auf Vieh (und das Möpschen!) macht, lerne ich gleich mehrere potenzielle Love Interests kennen. Das Beziehungssystem ist dabei nicht nur eine nette Dreingabe, sondern wirkt sich spürbar auf die Story aus – und liefert wirklich spannende und vielseitige Kandidatinnen und Kandidaten.
Die Steamseite beschreibt es ganz gut: »Ganz egal, ob du auf Goths, Dads, paranormale Ermittler, mysteriöse Eremiten, Lo-Fi-Beats zum Lernen und Pflanzengießen oder echte Monster stehst, wir haben für jeden etwas in petto.«
Move over, Ethan Winters
Und wenn euch das noch nicht reicht: statt einer stoischen, gesichtslosen Hauptfigur (Looking at you, Ethan Winters!) kann ich mit den RPG-inspirierten Dialogoptionen die Person spielen, die ich will. Misanthrop, Sonnenschein, abgeklärte Zynikerin: Hier ist für alle was dabei.
Und mit den besonderen Fähigkeiten, die ich ganz zu Beginn des Spiels auswähle, spezialisiere ich meine Protagonistin noch weiter. Ich will nicht zu viel vorwegnehmen, aber eine der Optionen ist »mit Tieren sprechen«, die dazu geführt hat, dass mir das Möpschen mindestens einmal das Leben gerettet hat.
Scarlett Hollow ist aktuell noch im Early Access, weil es in Episoden erscheint. Aktuell sind schon vier davon spielbar, Nummer fünf ist gerade in Produktion. Wie viele es insgesamt werden, ist noch nicht klar. Auf Steam gibt es aber auch eine Demo, damit ihr selbst entscheiden könnt, ob das Game was für euch ist. Eine deutsche Übersetzung gibt es aktuell leider nicht.
Wichtig hier: Falls ihr nicht gespoilert werden wollt, schaut euch nicht zu viel von der Steampage an, da sieht man teilweise schon Dinge, die Schockmomente später im Spiel verderben könnten.
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