Den ganzen Tag am PC? So schützt ihr euch vor dem Coronavirus

Eine Expertin klärt auf und gibt Tipps: So verlangsamt ihr die Verbreitung und schützt euch selbst vor einer Ansteckung. Ein gratis Plus-Report für alle.

von Natalie Schermann,
19.03.2020 05:00 Uhr

Unseren Plus-Report gibt es gratis für alle: Wie schützt ihr euch selbst im Büro vor dem Coronavirus? Und helfen Masken wirklich? Eine Expertin klärt auf. Unseren Plus-Report gibt es gratis für alle: Wie schützt ihr euch selbst im Büro vor dem Coronavirus? Und helfen Masken wirklich? Eine Expertin klärt auf.

Die Situation rund um Corona spitzt sich zu. Während in großen Teilen von Deutschland nun Zwangs-Home-Office verordnet wurde, arbeiten viele nach wie vor im Büro. Unsere Expertin Dr. Charlotte von Bodelschwingh gibt Tipps und erklärt, wie ihr euch selbst im Büro vor dem Coronavirus schützen könnt:

Unsere Expertin
Dr. Charlotte von Bodelschwingh leitet das Institut für Arbeitsmedizin der ASAM praevent GmbH in Augsburg. Dabei ist sie einerseits als Betriebsärztin für verschiedene Unternehmen tätig und bietet eine umfassende Beratung zum Thema Gesundheitsschutz und Prävention im Arbeitsumfeld, andererseits leitet sie das Team von Ärzten, Assistenten, Psychologen in ihrer Untersuchungsstelle.
Bild © asam praevent gmbh

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Coronavirus: Wirklich gefährlich oder Panikmache?

Erwachsene haben in ihrer Lebenszeit bereits einige Infektionen durchgemacht und daher auch schon eine Grundimmunität gegen verschiedenste Viren entwickelt. Auch wenn sich die Viren verändern, sind wir dennoch im Normalfall durch Impfungen oder entwickelte Kreuzimmunitäten geschützt. Beim neuartigen SARS-CoV-2 hingegen ist es anders, wie Dr. Charlotte von Bodelschwingh erklärt:

"Die Hauptbelastung besteht darin, dass wir alle keinerlei Immunität gegen dieses Virus haben, weil es ganz neu in unserer Umgebung ist."

Und weil wir keinerlei Immunität dagegen besitzen, steigt dementsprechend die Anzahl der Erkrankten schnell an. Viele Menschen, die positiv auf das Corona-Virus getestet wurden, erkranken nur leicht. »Aber diejenigen, die schon Vorerkrankungen haben oder älter sind, haben ein größeres Risiko, schwer zu erkranken«, erklärt die Fachärztin für Arbeitsmedizin. Es ist also enorm wichtig, die Weitergabe der Infektionen zu verlangsamen.

Alle aktuellen Infos zur Coronasituation bekommt ihr bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Wie kann ich die Ausbreitung verlangsamen?

So banal es auch klingt: Das Einhalten der Basishygiene ist das A und O, wenn es darum geht, die Verbreitung des Coronavirus (oder Viren im Allgemeinen) zu verlangsamen.

Händewaschen

"Regelmäßiges Händewaschen verhindert die eigene Ansteckung am besten, weil man sich ungefähr 200 mal am Tag ins Gesicht fasst und darüber Keime aufnimmt."

Dr. von Bodelschwingh erklärt, dass sich das Coronavirus zwar via Tröpfeninfektion verbreitet - wenn man also direkt angehustet oder angeniest wird. Allerdings kann sich dieses Virus auch im Raum verteilen.

»Wenn man also etwas anfasst und hinterher mit der nicht gewaschenen Hand ins Gesicht geht, raucht, isst oder etwas trinkt, dann überträgt man [die Keime] auf sich selbst«, erklärt die Expertin. Daher ist das regelmäßige und richtige Händewaschen unabdingbar.

Je nach Umgebungstemperatur, Luftfeuchtigkeit, Oberfläche und anderen Einflussfaktoren kann die Überlebenszeit von Viren und Bakterien variieren. »Wir gehen [beim Corona-Virus] im Moment von wenigen Stunden bis zu sechs Tagen aus«, sagt Dr. von Bodelschwingh.

20-30 Sekunden können sich wie eine Ewigkeit anfühlen. Deshalb haben wir hier ein paar Song-Vorschläge, mit denen das Händewaschen vielleicht sogar ein bisschen Spaß machen kann:

Der Klassiker: Zwei mal Happy Birthday singen.

In der Zeit könnt ihr ein mal das Super Mario Theme summen.

Portal, Still Alive: This was a triumph! / I'm making a note here: Huge success! / It's hard to overstate my satisfaction. / Aperture Science: / We do what we must because we can. / For the good of all of us / Except the ones who are dead.

Toss a Coin To Your Witcher: Toss a coin to your Witcher / Oh, valley of plenty / Oh, valley of plenty, oh / Toss a coin to your Witcher / A friend of humanity 2x

Hust- und Niesetikette

Ist eine Person sichtlich krank, sollte man einen Abstand von etwa 1,5-2 Meter einhalten. Ist man selbst krank, sollte man lieber zuhause bleiben, um seine Mitmenschen nicht zu gefährden.

Sollte es dennoch dazu kommen, dass man in Anwesenheit anderer Menschen husten oder niesen muss, so muss man auch hier auf Maßnahmen der Basishygiene achten: »Das bedeutet, sich abzuwenden von anderen Personen, wenn ich husten oder niesen muss. Man sollte in die Armbeuge hinein husten - oder noch besser: in ein frisches Taschentuch, was direkt im Anschluss in einen Mülleimer, am besten mit Deckel, entsorgt wird«, erklärt die Expertin.

Allerdings sollte man im erkrankten Zustand davon absehen, das Haus zu verlassen. »Das gilt grundsätzlich - in der Grippesaison, wie auch für virale Infekte anderer Art«, fügt die Fachärztin hinzu.

Viele Menschen tragen herkömmliche Masken, um die eigene Ansteckung zu verhindern. Dr. von Bodelschwingh erklärt allerdings: »Der sogenannte Mund-Nasen-Schutz verhindert nur die Weitergabe [der Viren] von einem Erkrankten auf andere Personen und ist daher erstmal nur zum Fremdschutz geeignet.« Wenn ihr also krank seid, könnt ihr diesen Schutz tragen, um andere nicht anzustecken.Um sich aber selbst vor Ansteckung zu schützen, ist man »dringend darauf angewiesen, einen sogenannten Partikelfilterschutz zu tragen«, fährt die Fachärztin fort. Eine dicht anliegende FFP2/FFP3-Maske filtert aktiv Viren aus der Luft und kann somit vor Ansteckung schützen.

Wie oft sollte ich meine Hände desinfizieren?

Wenn man sich die Hände richtig und regelmäßig wäscht, werden die Keime dabei um 99% reduziert. Das zusätzliche Desinfizieren mit einem Desinfektionsmittel ist bei gutem Händewaschen eigentlich gar nicht mehr notwendig, erklärt Dr. von Bodelschwingh.

Im Krankenhaus ist es selbstverständlich, dass sich der Arzt nach jedem Patientenkontakt die Hände desinfiziert. »Im persönlichen Bereich und auch, wenn jemand an seinem eigenen Arbeitsplatz arbeitet und sich diesen auch mit niemandem teilt, ist dem regelmäßigen Händewaschen der Vorzug zu geben«, sagt die Fachärztin. »Man braucht nach dem Toilettengang die Hände nicht nochmal zu desinfizieren, wenn man sie schon gründlich gewaschen hat.«

Im privaten Bereich wird Handdesinfektionsmittel dann eingesetzt, wenn es keine Möglichkeit gibt, sich die Hände zu waschen.

Übrigens: Auf unserer Haut befinden sich auch Bakterien, die wir brauchen. »Handdesinfektionsmittel verursachen auch eine Verringerung des Säureschutzmantels unserer Haut«, fügt die Fachärztin an. »Das führt dazu, dass eine Austrocknung der Haut eintritt. Deswegen sind alle Handdesinfektionsmittel inzwischen zusätzlich mit rückfettenden Substanzen versehen, die gleichzeitig die Haut pflegen.«

»Coronaviren sind umhüllte RNA-Viren, die wie die meisten Keime durch gutes Händewaschen zu 99% eliminiert werden können«, erklärt die Expertin. Denn Seife zerstört die Fettmembran des Virus, welches dadurch abstirbt - oder inaktiv wird. Desinfektionsmittel, die 'viruzid' oder 'begrenzt viruzid' sind, haben denselben Effekt. Allerdings reicht gutes (!) Händewaschen in der Regel vollkommen aus. Auf Desinfektionsmittel sollte aber nicht verzichtet werden, wenn Händewaschen nicht möglich ist.

Wie oft sollte ich die Oberflächen von Tastatur & Co. desinfizieren?

Da Keime auch oft bis zu mehreren Tagen auf Oberflächen überleben können, wird dazu geraten, zusätzlich auch die Hardware wie Tastaturen, Mäuse, Telefonhörer, Monitore, etc. zu reinigen. Die regelmäßige Reinigung mit herkömmlichen Mitteln reduziert auch dort die Keimbelastung.

Wenn man sich den Arbeitsplatz mit niemandem teilt, kann man die Keimbelastung auch ganz gut unter Kontrolle halten: durch regelmäßiges Abwischen der Oberflächen mit herkömmlichen Reinigungsmitteln aus dem Fachhandel oder mit Reinigungstüchern - in der jetzigen Phase und in jeder Grippezeit etwa 1-2 mal am Tag - und Händewaschen vor Benutzung der Hardware.

»Es wird jetzt auch empfohlen, die Oberflächen zusätzlich noch zu desinfizieren«, sagt Dr. von Bodelschwingh. »Das muss mit speziellen Oberflächendesinfektionsmitteln durchgeführt werden, die auch nachweislich die Virenbelastung reduzieren. Das sind 'viruzide' oder 'begrenzt viruzide' Desinfektionsmittel.«

Teilt man sich den Arbeitsplatz oder das Equipment mit anderen Personen, ist es unerlässlich, die Oberflächen nach jeder Person zu desinfizieren beziehungsweise zu reinigen.

Sind Keime auf der Tastatur wirklich so gefährlich?

Wie gefährlich können Keime sein, die wir über den Kontakt mit Tastatur & Co. aufnehmen? Reicht es wirklich, einfach nur zu tippen und sich dann ins Gesicht zu fassen, um krank zu werden?

»Im allerungünstigsten Fall würde das ausreichen«, erklärt unsere Expertin. »Man muss aber dazu sagen, es wäre in den meisten Fällen keine schwere Erkrankung, sondern eher eine Erkältung.« Denn gefährliche Keime sind in den meisten Fällen nicht lange stabil an der Luft.

Doch Oberflächen wie Tastaturen oder Türklinken könnten auch von anderen Keimen kontaminiert sein. So können sich theoretisch auch Magen-Darm-Erkrankungen oder eben das neuartige Coronavirus über den Kontakt mit Oberflächen verbreiten. Allerdings ist bisher kein einziger Fall für Covid-19 bekannt, der auf eine Ansteckung über Oberflächen zurück geführt werden kann, ergänzt Dr. von Bodelschwingh.

Die Expertin erzählt von einer Studie, bei der festgestellt wurde, dass sich auf Tastaturen bis zu 400 mal mehr Bakterien befinden als auf einer WC-Brille.

Für sie ist das keine Überraschung: »Was am häufigsten zur Verunreinigung von Hardware führt, ist einerseits die Tatsache, dass am Schreibtisch gegessen wird. Es sammeln sich auch reichlich Staubpartikel an, die es den Keimen ermöglichen, sich anzuhaften. Und dann eben auch der Verzicht auf regelmäßiges Händewaschen.«

Das alles bietet einen wunderbaren Nährboden für Bakterien und Viren. Wer sich schützen möchte, sollte daher die Tipps unserer Expertin befolgen:

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