Ich habe hunderte Mäuse und Tastaturen für Spieler getestet, doch Sonys erste Peripherie ist mir bis auf die Preise nicht mutig genug

Mitte dieser Woche wurden die neuesten Sony-Inzone-Produkte präsentiert, darunter ihre erste Gaming-Maus und -Tastatur. Was ist davon zu halten?

Sony hat kürzlich einiges an Gaming-Peripherie angekündigt. Besonders spannend sind dabei die erst Gaming-Tastatur und die erste Gaming-Maus des Herstellers. (Bildquelle: Sony und etwas Nele) Sony hat kürzlich einiges an Gaming-Peripherie angekündigt. Besonders spannend sind dabei die erst Gaming-Tastatur und die erste Gaming-Maus des Herstellers. (Bildquelle: Sony und etwas Nele)

Mitte dieser Woche ist das Embargo für die neueste Sony-Inzone-Peripherie gefallen. Mit am Start sind nicht nur Produkte, wie sie Sony bereits in der Vergangenheit veröffentlicht hat, sondern auch die erste Gaming-Maus und die erste Gaming-Tastatur des Herstellers.

Ich war vorab in einer Online-Präsentation zum neuen Gaming-Line-up und möchte euch kurz erzählen, welche konkreten Geräte vorgestellt wurden. Insbesondere die Maus und die Tastatur sind als Erstprodukte aus diesen Kategorien spannend.

Zunächst aber etwas Hintergrund:

  • Im Juni 2023 ist Sony unter seiner Gaming-Marke Inzone eine Partnerschaft mit der E-Sports-Organisation Fnatic eingegangen.
  • Bereits in der Vergangenheit hatte das Unternehmen, das einst als Clan in Counter-Strike startete, Kooperationen mit anderen Firmen, um Gaming-Peripherie zu entwickeln.
  • Schon vor Jahren hatte ich Geräte wie das Fnatic React, ein Gaming-Headset oder auch die Fnatic Streak, eine Gaming-Tastatur, zum Testen da. Ich habe die Geräte als solide bis gut in Erinnerung. Bei Inzone wurde der Name Fnatic zwar mit ins Marketing genommen, jedoch nicht in den Namen.

Kommen wir nun zu allen vorgestellten Inzone-Produkte, an denen Fnatic maßgeblich beteiligt war:

Gaming-Headset: Inzone H9 II

Das Inzone H9 II ist das neuste Gaming-Headset von Sony und hält sich an das schlichte Design der direkten Vorgänger. (Bildquelle: Sony) Das Inzone H9 II ist das neuste Gaming-Headset von Sony und hält sich an das schlichte Design der direkten Vorgänger. (Bildquelle: Sony)

Sony hat mit dem Inzone H9 II ein neues Flaggschiff-Headset vorgestellt, das auf den Stärken des Vorgängers aufbaut. Darin verbaut sind die Treiber der WH-1000XM6-Kopfhörer von Sony.

Das kabellose Gaming-Headset kommt mit Noise Cancelling und einer KI-gestützten Geräuschunterdrückung für das Mikrofon. Es soll leichter und komfortabler als die vorherigen Geräte sein.

Verbunden wird es über einen 2,4-GHz-Funk-Dongle, Bluetooth oder per 3,5-Millimeter-Klinkenkabel. Die Akkulaufzeit soll bei 30 Stunden liegen. Das ist 2025 nicht unbedingt viel. Aber zumindest kann das Headset beim Aufladen weiterbenutzt werden.

Video starten 1:27 Weitere Sony-Kopfhörer: Sony ist für viele der Noise-Cancelling-König, jetzt wurde eine neue Generation vorgestellt

Ich habe schon ein paar Sony-Headsets getestet und mochte vor allem das Inzone H5 (Test) gerne, weil es wirklich leicht und bequem sitzt.

Das neue H9 II könnte sogar noch luftiger sitzen. Es hat anstelle des starren Kopfbogens des H5 einen Flexobogen, wie wir ihn bei vielen Logitech-Gaming-Headsets, wie dem G522 Lightspeed (Test) finden. Dieser sorgt für eine enorme Druckminderung auf dem Oberkopf.

Zudem wiegt es nur 260 Gramm. Leichter geht es kaum.

  • Preis: 350 Euro
  • Release: September 2025

Der Preis hat es in sich. Ich bin gespannt, ob die damit gestiegenen Erwartungen an das Gerät wirklich erfüllt werden können. Weitere Gaming-Headset-Empfehlungen, auch welche für weniger Geld, findet ihr in unserer großen Kaufberatung zum Thema:

In-Ear-Gaming-Headset: Inzone E9

Die Inzone E3 könnte alle ansprechen, die Over-Ear-Gaming-Headsets nicht mögen oder ihr Audiogerät gerade mit auf Reisen nehmen möchten. (Bildquelle: Sony) Die Inzone E3 könnte alle ansprechen, die Over-Ear-Gaming-Headsets nicht mögen oder ihr Audiogerät gerade mit auf Reisen nehmen möchten. (Bildquelle: Sony)

Die Inzone E9 sind die ersten kabelgebundenen In-Ear-Kopfhörer des Herstellers. Sie wurden speziell für E-Sportler entwickelt, die eine leichte und kompakte Alternative zu einem großen Over-Ear-Headset benötigen. Aber auch angehende Profis sollen hiermit den passenden Start bekommen.

Die E9-Hörer sollen eine starke Geräuschisolierung bieten. Beim Klangbild werden, dem Hersteller nach, Schritte und andere Ingame-Geräusche hervorgehoben, die insbesondere bei Shootern wichtig sind. Somit sieht Sony auch dieses Gerät im kompetitiven Spieleinsatz.

  • Preis: 150 Euro
  • Release: September 2025

Mauspads für Spieler: Inzone Mat-D und Inzone Mat-F

Immer mehr Peripherie-Hersteller vermarkten so genannte Gaming-Mousepads. Auch hier möchte Sony mitmischen und stellt zwei Matten vor. (Bildquelle: Sony) Immer mehr Peripherie-Hersteller vermarkten so genannte Gaming-Mousepads. Auch hier möchte Sony mitmischen und stellt zwei Matten vor. (Bildquelle: Sony)

Sony hat zwei neue Gaming-Mauspads angekündigt, die sich in ihrer Oberfläche und ihrem Einsatzzweck unterscheiden sollen.

So wird das Inzone Mat-F als ein Mauspad für Kontrolle und Präzision (Control-Type) beworben. Seine Stoffoberfläche ist laut Sony für taktische Spiele wie Ego-Shooter optimiert, bei denen punktgenaue Stopps und kleinste Bewegungen mit der Maus entscheidend sind. Hier wurde in der Präsentation Valorant als Beispiel genannt. Das Mauspad ist sechs Millimeter dick.

Das Inzone Mat-D hingegen ist für Geschwindigkeit und schnelles Gleiten (Speed-Type) ausgelegt. Diese Unterlage sieht Sony bei Battle Royal Spiele wie Apex im Einsatz. Es ist mit vier Millimetern Dicke dünner als Mat-F.

Beide Modelle haben eine gummierte Unterseite, um Verrutschen zu vermeiden, und sind an den Rändern umnäht. Dafür, dass beide Mauspads nichts machen, außer unter unserer Maus zu liegen und ihre Mindestanforderung zu erfüllen, sind die Preise, um es vorsichtig zu formulieren, ambitioniert:

  • Preis:
    • Inzone Mat-D: 60 Euro
    • Inzone Mat-F: 100 Euro
  • Release: September 2025

Zum Vergleich: Das Logitech G Powerplay 2 kostete zum Release in der UVP 110 Euro und ist aber gleichzeitig noch eine kabellose Ladestation für eure Maus:

Gaming-Maus: Inzone Mouse-A

Eine Gaming-Maus, die mir zumindest optisch schon einmal außerordentlich gefällt, obwohl sie bis auf ein geringes Gewicht kaum etwas Besonders an sich hat. (Bildquelle: Sony) Eine Gaming-Maus, die mir zumindest optisch schon einmal außerordentlich gefällt, obwohl sie bis auf ein geringes Gewicht kaum etwas Besonders an sich hat. (Bildquelle: Sony)

Die Inzone Mouse-A ist Sonys erste Gaming-Maus und wurde mit dem Ziel entwickelt, ein ultraleichtes und präzises Eingabegerät für E-Sportler zu schaffen. Sie wiegt 48,4 Gramm.

Damit ist sie zwar aktuell noch eine der leichtesten Gaming-Mäuse, aber der Trend unter den Entwicklern geht ohnehin in diese Richtung. Es ist eine Frage der Zeit, bis auch dieses Gewicht unterboten wird.

Bereits jetzt gibt es die Cooler Master MM720, die nur 49 Gramm wiegt, ebenso wie die Razer Viper Mini Signature Edition.

Ob Spielerinnen und Spieler, sei es im E-Sports-Bereich oder nicht, wirklich immer leichtere Gaming-Mäuse wollen und brauchen, würde ich zum Teil hinterfragen. Wenig Gewicht muss nicht zwangsläufig für jeden positiv sein.

  • Beim geringeren Gewicht soll es vor allem darum gehen, die Gelenke zu entlasten. Weniger Gramm bedeuten eine reduzierte Inanspruchnahme des Handgelenks und der darin liegenden Sehnen.
  • Wer jedoch beispielsweise High-Sense-Gamer ist, also lediglich kleinste Bewegungen mit der Maus ausführt, kann dabei auch im Nachteil sein.

Der Grund: Ein geringes Gewicht bedeutet auch weniger Bodenhaftung. Das sorgt dafür, dass es schwieriger ist, Mini-Bewegungen mit der Maus zu machen. Insbesondere für Scharfschützen und andere Präzisionsspieler kann es so sogar herausfordernder und weniger hilfreich sein.

Die Mouse-A soll eine Akkulaufzeit von rund 90 Stunden bieten und lässt sich via Bluetooth, Funk-Dongle oder Kabel verbinden. Das ist ordentlich, aber 2025 quasi Standard.

Sie wirkt auf den Bildern schlicht gehalten und scheint sich am Design neuerer BenQ- und Logitech-Mäuse zu orientieren.

Ausgestattet mit einem PixArt 3950-Sensor und optischen Schaltern, soll die Maus eine Abtastrate von 8.000 Hertz erreichen.

Ob man so viel Hertz wirklich braucht, sei selbst im professionellen Gaming einmal dahingestellt. Nicht alle Spiele unterstützen zudem 8.000 Hertz, was zu ruckeln führen kann.

Man benötigt zudem die entsprechende Hardware, um das Potenzial überhaupt ausschöpfen zu können, sprich: einen High-End-Gaming-Monitor, zum Beispiel mit 240 Hertz aufwärts, sowie einen modernen Prozessor, denn derartige FPS-Werte fordern viel Rechenleistung.

Unsere Gaming-Monitor-Empfehlungen findet ihr folgend:

Der Fokus bei der Gaming-Maus liegt auf Leistung und Geschwindigkeit, was sich auch im minimalistischen Design ohne RGB-Beleuchtung widerspiegelt, um das Gewicht zu reduzieren. Allerdings sehe ich hier keine speziellen Besonderheiten oder Innovationen – was natürlich nicht unbedingt schlecht sein muss.

  • Preis: 180 Euro
  • Release: September 2025

Mit der UVP siedelt sich die Inzone-Maus im oberen Preisbereich an. Wie sich die High-End-Gaming-Maus im Spielalltag schlägt, muss erst der Praxistest zeigen. Bis dahin habe ich einige andere Maus-Tipps für euch in unserer Kaufberatung mit den besten Modellen:

Gaming-Tastatur: Inzone KBD-H75

Knappere Tastaturformate wie das der Inzone KBD-H75 werden immer beliebter unter Spielern. (Bildquelle: Sony) Knappere Tastaturformate wie das der Inzone KBD-H75 werden immer beliebter unter Spielern. (Bildquelle: Sony)

Mit der KBD-H75 betritt Sony ebenfalls Neuland. Es handelt sich um eine kompakte 75-Prozent-Tastatur mit einem Gehäuse aus CNC-gefrästem Aluminium. Auch dieses Gerät soll kompetitive Spieler glücklich machen.

Optisch und zum Teil auch, was die Funktionen angeht, erinnert die Tastatur an viele, viele andere. Etwa die Glorious GMMK 3 HE (Test) oder die Mehrheit der Boards von Keychron, wie die Lemokey L5 HE.

Das Schreibbrett setzt auf magnetische Schalter, die laut Sony besonders leise sein sollen. Und wo Hall-Effekt-Schalter sind, sind Rapid-Trigger natürlich nicht weit. Und wo Rapid-Trigger sind, finden wir auch SOCD, oder? Sollte man meinen, insbesondere, da Sony das Gerät als Pro-Performance-FPS-Board vorstellt.

Aber nein, die Inzone KBD-H75 bringt das heiß diskutierte und teilweise gebannte Feature nicht mit. Ähnlich sieht es bei anderen Gimmicks aus, die man im High-End-Bereich erwartet. So bietet die Inzone KBD-H75 beispielsweise kein Hot-Swap.

Im Gegensatz zu SOCD halte ich das jedoch für essenziell in einer professionellen Gaming-Tastatur im gehobenen Preisbereich. Magnetische Schalter halten zwar lange, können sich aber stark voneinander unterscheiden. Wer mit den verbauten Modellen von Sony nicht zufrieden ist, kann sie also nicht einfach austauschen.

Die Inzone KBD-H75 unterstützt eine 8.000-Hertz-Polling-Rate über die kabelgebundene USB-C-Verbindung, um maximale Reaktionsschnelligkeit zu gewährleisten.

Mit ihrem schlichten, robusten Design und den Hall-Effekt-Schaltern zielt sie direkt auf den Markt der Enthusiasten-Tastaturen ab, die Wert auf Performance und Verarbeitungsqualität legen. Ob all das zutrifft, muss erst ein Test zeigen.

  • Preis: 300 Euro
  • Release: September 2025

Mein Fazit

Nele Wobker
Nele Wobker

Es ist eine Herausforderung für Hersteller, sich in dem üppigen Markt für Gaming-Peripherie mit neuen Geräten abzuheben. Die Konkurrenz ist hart und insbesondere wenn Firmen versuchen, in neuen Bereichen fußzufassen, so wie Sony hier, kann das schwer sein.

Allerdings ist die Gaming-Sparte an sich nichts Neues für Sony. Der Hersteller ist in diesem Feld mit ANC-Kopfhörern, der Sony PlayStation und anderen Produkten überaus populär und stellenweise sogar Marktführer.

Dennoch bin ich mir nicht sicher, ob Inzone mit der Mouse-A und der KBD-H75 bei der Community wirklich landen kann. Beide Produkte scheinen dem Ersteindruck nach zwar einen soliden Erstauftritt hinzulegen, doch sie heben sich praktisch nicht von den entsprechenden Geräten anderer ab.

Das muss nicht schlimm sein, immerhin sind etablierte Produktdesigns nicht ohne Grund beliebt und Sony ist bereits fester Bestandteil des Marktes für Gaming-Hardware. Ob sich Inzone KBD-H75 und Inzone Mouse-A, die gegenüber konkurrierenden Produkten kein Alleinstellungsmerkmal mitbringen, und auch ansonsten nicht mit Innovationen locken, durchsetzen können, bleibt abzuwarten.

Die Preise sind gepfeffert, insbesondere bei den Mauspads. Vielleicht reicht, wie so oft in der Szene, ein bekannter Markenname aus, um Käufer zu gewinnen.

Ich für meinen Teil bin skeptisch, aber vielleicht werde ich ja positiv überrascht. Wäre es nicht gerade Sony, würde ich die Chancen dafür eher schlecht einschätzen, aber wie mir mein Vater früher einst sagte: It's not a trick, it's a Sony. Ich schätze, alles ist möglich.

Auf jeden Fall freue ich mich darauf, die Geräte für euch zu testen und zu berichten.

Jetzt seid ihr gefragt: Interessiert ihr euch für eines der vorgestellten Produkte (besonders)? Was denkt ihr, wie sich Maus und Tastatur auf dem hart umkämpften Markt schlagen werden? Erzählt es mir in den Kommentaren.

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