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Die Story-Experten von Quantic Dream wollten den MOBA-Markt erobern, jetzt wird ihr neues Spiel nach nur 3 Monaten beerdigt

Das jüngste Spiel der Heavy-Rain-Macher war kein weiteres Story-Adventure, sondern ein MOBA im Stil von League of Legends. Jetzt wird das Spiel nur drei Monate nach dem Early-Access-Release eingestellt.

Dieses Spiel hat keine Zukunft: Spellcasters Chronicles wird nur wenige Monate nach Release abgeschaltet. Dieses Spiel hat keine Zukunft: Spellcasters Chronicles wird nur wenige Monate nach Release abgeschaltet.

Schlechte Nachrichten für Fans von Story-Adventures im Stil von Heavy Rain und Detroit: Become Human. Denn das Entwicklerstudio Quantic Dream steckt offenbar in Schwierigkeiten. Das letzte Projekt des Studios, ein MOBA im Stil von League of Legends, wurde nur drei Monate nach seinem Early-Access-Release überraschend eingestellt; jetzt soll eine interne Neuaufstellung folgen.

Warum das Projekt gescheitert ist und welche Folgen das für das angekündigte Story-Adventure Star Wars: Eclipse haben könnte, erfahrt ihr hier.

Video starten 1:32 Spellcasters Chronicles ist das neue Spiel von Quantic Dream und sieht ganz anders aus, als ihr vielleicht erwartet

Neues MOBA nach nur drei Monaten vor dem Aus

Spellcasters Chronicles kam wie aus dem Nichts. Als das Spiel Ende Oktober 2025 angekündigt wurde, war die Community zunächst gespannt, was Quantic Dream da vom Stapel lassen würde. Schließlich ist das französische Studio für seine hervorragenden Story-Spiele bekannt. Genau das war Spellcasters Chronicles dann aber nicht; denn beim neuesten Projekt der Detroit-Macher handelte es sich um eine Multiplayer Online Battle Arena (MOBA) mit 3-gegen-3-Gefechten und Deckbuilding-Komponente.

Mit dem Spiel wollte Quantic Dream auf einen Markt vordringen, der bereits seit Jahren von den Platzhirschen League of Legends und Dota 2 beherrscht wird. Daraus wurde allerdings nichts. Wie das Studio nur drei Monate nach dem Early-Access-Start bekanntgab, soll Spellcasters Chronicles am 19. Juni abgeschaltet werden. Damit war das Spiel dann gerade einmal vier Monate am Netz.

In einer auf X geposteten Nachricht schreibt das Team zur Einstellung:

Mit diesem Projekt wollten wir neue kreative Territorien erschließen und eine mutige Multiplayer-Erfahrung erschaffen. [...] Doch in der derzeitigen, außerordentlich herausfordernden Marktumgebung konnte das Spiel nicht das Publikum erreichen, das nötig gewesen wäre, um das Spiel nachhaltig zu betreiben. Daher haben wir die schwierige Entscheidung getroffen, unsere Anstrengungen auf andere Projekte zu fokussieren. Infolgedessen wird das Studio eine interne Neuaufstellung durchlaufen.

- Quantic Dream

In diesen Zeilen zeigt sich bereits das Kernproblem, mit dem Spellcasters Chronicles von Anfang an zu kämpfen hatte: Das Spiel war schlichtweg nicht das, was das Publikum von Quantic Dream erwartet hatte und scheiterte daran, sich eine stabile Spielerbasis aufzubauen. Laut Steam-DB konnte Spellcasters Chronicles zum Launch gerade einmal 888 gleichzeitige Spieler aufweisen und konnte diesen Wert auch nie wieder überbieten - deutlich zu wenig, um eine weitere Entwicklung finanziell zu rechtfertigen.

Welche Folgen hat das für Quantic Dream?

Schon seit der Ankündigung von Spellcasters Chronicles gab es zudem Gerüchte, dass der chinesische Publisher NetEase Quantic Dream dazu gedrängt haben soll, ein vermeintlich lukratives Live-Service-Spiel fernab von den eigentlichen Qualitäten des Studios zu entwickeln. NetEase hatte Quantic Dream im Jahr 2022 gekauft. Weder das Studio noch der Publisher wollten diese Gerüchte aber je kommentieren.

Die Beziehung zwischen NetEase und Quantic Dreams scheint aktuell angespannt zu sein. Bereits im April hatte Insider-Gaming auf Basis von Mitarbeiter-Aussagen berichtet, dass NetEase aktuell zögere, weiter in das Studio zu investieren, da Star Wars Eclipse noch weit von der Fertigstellung entfernt sei und somit keine baldigen Gewinne zu erwarten sind.

In der jüngsten Mitteilung des Studios heißt es zwar, die Entwicklung von Star Wars: Eclipse werde durch die Einstellung von Spellcasters Chronicles und die daraus resultierenden Entlassungen nicht beeinflusst und schreite wie geplant voran. Ob das allerdings stimmt, darf angezweifelt werden.

Denn laut den Informationen von Insider-Gaming versuchte das Studio aufgrund ausbleibender neuer Finanzmittel von NetEase zuletzt, die Entwicklung von Eclipse mit den Einnahmen aus Spellcasters Chronicles gegenzufinanzieren.

Diese Einnahmen scheint es allerdings nie im erhofften Maße gegeben zu haben. Tatsächlich könnte sich Spellcasters Chronicles nun sogar als Totalverlust für Quantic Dream herausstellen. Denn das Studio hat angekündigt, allen Spielern, die in der Early-Access-Version des Spiels Geld ausgegeben haben, eine Rückerstattung auszuzahlen.

Wenn Quantic Dream also nicht bald eine neue Geldquelle auftreibt, könnte das Studio in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Und sollte NetEase sich nicht mit neuerlichen Investments zu Star Wars: Eclipse bekennen, droht hier zudem ein Star-Wars-Projekt über die Planke zu gehen, auf das viele Fans seit Jahren sehnlichst gewartet haben.

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