»Grafikblender«. »Alles nur ein Scam«. »Oh, schön, das können dann meine Enkelkinder spielen«. Wann immer Star Citizen in den Nachrichten auftaucht, gibt's unten drunter schon bald höhnische Kommentare. Fans des Weltraum-MMOs springen den Entwicklern schnell bei, verteidigen teils sachlich, teils mit überbordender Leidenschaft das Projekt. Falschinformationen werden verbreitet und bekämpft, der Ton wird schnell schärfer, es kommt zu gegenseitigen Anschuldigungen und Beleidigungen.
Über Dutzende Seiten und Hunderte Beiträge hinweg werden sich regelrechte Duelle zwischen Fürsprechern und Kritikern von Star Citizen geliefert. Manchmal läuft das in geordneten Bahnen wie bei unserem Community-Report zur Zukunft des Weltraumspiels. Doch oft gerät der Diskurs außer Kontrolle, auch in unserem eigenen GameStar-Forum oder in den 129 (!) Kommentaren zu einem harmlosen Gameplay-Video:
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Star Citizen: Wir starten mit unserem Raumschiff und fliegen los
Wir wollten wissen, wieso mit so viel Gift über Star Citizen gesprochen wird - und haben eine Psychologin nach ihrer Einschätzung gefragt. Sie sagt: Spieler sind bei Star Citizen so stark investiert wie bei kaum einem anderen Projekt. Und: Chris Roberts, sein Team bei Cloud Imperium Games und die Presse tragen eine Mitschuld an der Misere.
Unsere Expertin
Jolina Bering hat einen Master in Psychologie und schreibt Artikel für unsere Schwesternseite GamePro, etwa über die Psychologie des Bösen. Zusammen mit den Berufskollegen Jessica Kathmann, Dr. Benjamin Strobel und Nicolas Hoberg betreibt sie den Podcast Behind the Screens.
Wie wir Kosten vor uns selbst (und anderen) rechtfertigen
Schauen wir uns zuerst einmal an, was die Entwicklung von Star Citizen und sein Finanzierungsmodell mit uns machen. »Bei Star Citizen greifen mehrere Prozesse ineinander, die das Thema sehr komplex machen«, sagt Psychologin Bering zu Beginn des Interviews.
Zum einen sei da das Konzept der »sunk cost fallacy« (Versunkene-Kosten-Falle): Investitionen (wie die zum Entwicklungsbudget von Star Citizen beitragenden »Spenden« oder »pledges«) werden dabei selbst dann noch nachträglich vor anderen und sich selbst verteidigt, ja sogar erhöht, wenn objektiv gesehen ein Stopp der Zahlungen angesichts ausbleibender Leistungen angebracht wäre.
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