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Seite 2: Star Citizen - Chris Roberts greift nach den Sternen

15.000 Dollar ausgegeben, nichts bereut

Oben auf dem Balkon für VIP-Gäste verfolgt Bruce Wooten das Geschehen. Der ehemalige Navy-Kapitän im Ruhestand fuhr bis vor zwei Jahren die oberen Zehntausend dieser Welt auf ihren Luxusyachten durch die Welt und verdiente damit selbst nicht schlecht. Dann erkrankte seine Mutter an Alzheimer. Seit zwei Jahren ist die Krankheit so weit fortgeschritten, dass sich Wooten nicht mehr traut, sie allein zu lassen. Sein Leben als Yacht-Kapitän hat er seitdem gegen ein Zimmer im Haus der Mutter eingetauscht.

Bruce Wooten alias Captain Bruce auf der Enthüllungsfeier für das Dogfighting-Modul in Boston.Bruce Wooten alias Captain Bruce auf der Enthüllungsfeier für das Dogfighting-Modul in Boston.

Er hat Kameras in den meisten Zimmern des Hauses installiert, weil er Angst hat, dass ihr etwas zustößt, wenn er gerade mal nicht hinsieht. Die Wohnung verlässt er nur noch selten. Im Oktober 2012 macht ihn einer seiner drei erwachsenen Söhne auf »das Spiel von diesem Wing-Commander- Typen« aufmerksam, die Serie hatte Bruce Wooten früher so gern gespielt. Wooten liest nach und ist sofort begeistert. Von zuhause aus Kapitän seines eigenen Weltraumkreuzers zu sein und fremde Welten zu erkunden, ist genau was er zu diesem Zeitpunkt gerade braucht. Er kauft sich für 1.000 Dollar ein, gründet seine eigene Organisation – so nennen sich die Gilden in Star Citizen – und legt sich nach und nach immer mehr Schiffe zu.

Inzwischen hat Captain Bruce, wie er im Forum heißt, rund 15.000 Dollar in das Spiel gesteckt. Eine scheinbar irrwitzige Summe dafür, dass er mit diesen Raumschiffen eigentlich noch gar nichts anfangen kann. »Es war jetzt schon jeden Cent wert«, findet er, allein wegen der Menschen, die er darüber kennengelernt hat. Weil es ihn aus der Isolation geholt und in einer bedrückenden Phase seines Lebens einen positiven Impuls gesetzt hat. »Es kam einfach genau zur richtigen Zeit«, sagt Captain Bruce. Die Präsentation hat er sich trotzdem nicht anschauen können. »Ich habe mich lieber mit meinen Leuten unterhalten. Es lief so schlecht, ich hatte Angst, wenn ich hinsehe, verderbe ich mir alles.«

Wie in Battlestar Galactica

Nach der live ins Internet übertragenen Präsentation können wir das Spiel dann erstmals ausprobieren. Es läuft immer noch nicht stabil, aber ein paar kleine Multiplayer-Partien sind möglich. Dabei fällt schnell auf, wie eingängig und präzise die Steuerung funktioniert, egal ob mit Maus und Tastatur oder via Flightstick. Nur von der hochkomplexen Spielphysik, spüren wir zunächst wenig. Das ändert sich jedoch, als wir den Flugcomputer ausschalten, der wie eine Fahrhilfe im Rennspiel die Steuerung vereinfacht.

Star Citizen unterstützt 4k-Auflösung und Multi-Displays. Bei Cloud Imperium schwört man auf ein Setup mit drei größeren Monitoren.Star Citizen unterstützt 4k-Auflösung und Multi-Displays. Bei Cloud Imperium schwört man auf ein Setup mit drei größeren Monitoren.

Plötzlich lässt sich das Raumschiff unabhängig von seiner Bewegungsrichtung frei rotieren. So sind coole Manöver wie aus Battlestar Galactica möglich, bei denen wir das Schiff mitten im Kampf um 180 Grad drehen und rückwärts fliegend unserem Verfolger noch zuzwinkern, bevor wir ihm das Cockpit zerschießen. Aber die korrekte Ausrichtung des Schiffs ist schwer in den Griff zu kriegen, insbesondere weil Star Citizen zwar eine externe Kamera anbietet, aber nur im Cockpit ein Fadenkreuz einblendet. Ohne die Hilfestellungen des Flugcomputers passiert es außerdem sehr leicht, dass man dem Piloten zu extreme Richtungsänderungen zumutet.

Übersteigen die Fliehkräfte das zulässige Limit, wird er bewusstlos und unser Raumschiff treibt kurze Zeit führerlos durchs All. Selbst ohne Flugcomputer sind aber schnelle, präzise Stopps und Kursänderungen kein Problem. Wer ein ausgeklügeltes Spiel von Schub und Gegenschub erwartet und dafür bereits seine Formeln zur Berechnung von Masseträgheit neben dem Rechner liegen hat, wird enttäuscht. Selbst die Landung auf einem der Terraformer, die in der »Broken Moon«-Karte bereits möglich sein sollte, gestaltete sich sehr simpel: Schiff im freien Steuerungsmodus waagerecht zur Plattform ausrichten, nach unten absenken – Programm abgestürzt. Verdammt!

»Chris ist sehr risikofreudig«

Erin Roberts kann sich ein amüsiertes Lächeln nicht verkneifen, als wir ihm am nächsten Tag von unserer Beinahe-Landung erzählen. »Im Grunde, haben das die Leute ja eingekauft«, sagt er. »Hätte ich ein paar Stunden vor dem Event noch diesen Patch aufgespielt? Vermutlich nicht. Chris schon. Er ist sehr risikofreudig, will immer das Maximum rausholen «. Der kleine Bruder von Chris Roberts, heißt es, ist der vernünftige Roberts. Einer, der ebenfalls große Ideen hat, aber dabei nicht völlig die Bodenhaftung verliert.

GameStar TV: Star Citizen - Folge 41/2014 PLUS 14:21 GameStar TV: Star Citizen - Folge 41/2014

In den letzten sieben Jahren hat Erin Roberts das zuvor unbekannte englische Studio Traveler’s Tales zum weltbekannten Lieferanten der meisten Lego-Spiele aufgebaut. Jetzt leitet er die Entwicklung der Einzelspieler-Kampagne Squadron 42. Manche sagen, es wäre besser, wenn er das letzte Wort hätte, in der Entwicklung von Star Citizen. Wenn er Chris Roberts bremsen könnte, weil der mal wieder zu viel will. »Wer sowas denkt, versteht nicht, worum es hier geht«, sagt Erin Roberts, »und er kennt meinen Bruder nicht«.

Er beschreibt Chris Roberts als Menschen, der sich noch nie damit abgefunden habe, dass Träume keine Realität werden können. Im Alter von acht Jahren baut Chris Roberts deshalb im Garten seiner Eltern ein fast lebensgroßes Flugzeug allein aus Haushaltsgegenständen zusammen. Mit zehn entwirft er eigene Lego-Bauteile, damit die Schiebetüren in seinen nach eigenen Entwürfen zusammengesteckten, hüfthohen Raumstationen wie die aus Star Wars funktionieren.

Mit sechzehn verkauft er seine ersten Spiele an den englischen Publisher Ocean. Mit neunzehn hat es jedes seiner drei ersten professionellen Spiele an die Spitze der englischen Charts geschafft. Er bricht sein Studium der Physik ab, zieht in die USA und begründet zusammen mit Warren Spector und Richard Garriott maßgeblich den legendären Ruf des Publishers Origin Systems. Als Roberts mit Wing Commander seinen ersten Welthit abliefert, ist er 23. Wenn es irgendjemanden gibt, der Star Citizen Wirklichkeit werden lassen kann, dann heißt er Chris Roberts.

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