Starfield wird wieder mehr Rollenspiel als Fallout 4

Starfield zeigt im neuen Video winzige Gameplay-Schnipsel und verrät viele Details zu Fraktionen, NPCs und Dialogen im Weltraum-Rollenspiel. Aber was bedeutet das genau?

von Peter Bathge,
16.03.2022 15:00 Uhr

Starfield bringt das Minispiel aus Oblivion in veränderter Form zurück und soll sich allgemein wieder stärker an alten Bethesda-Rollenspieltugenden orientieren. Starfield bringt das Minispiel aus Oblivion in veränderter Form zurück und soll sich allgemein wieder stärker an alten Bethesda-Rollenspieltugenden orientieren.

Der Releasetermin von Starfield ist mit 2023 jetzt wahrlich keine Lichtjahre mehr entfernt, aber mit Infos zum Rollenspiel hält sich Bethesda Softworks bislang zurück.

Doch nun bringt immerhin ein neues Video etwas Licht ins Dunkel: In Teil 2 der »Inside the Starfield«-Serie mit dem Untertitel »Für alle Wanderer« sprechen die Entwickler um Designer Todd Howard über Fraktionen, Begleiter-NPCs und die spielerische Freiheit, die Starfield bieten soll.

Was sich hinter diesen Aussagen abzeichnet, ist das Bemühen, mit Starfield wieder deutlich mehr an klassische Rollenspielstärken anzulehnen und ein Stück weit von dem auf den Massenmarkt zugeschneiderten Fallout 4 zu entfernen. Wir fassen für euch alle wichtigen Erkenntnisse zusammen.

Starfield: Im neuen Trailer ist die Ingame-Grafik gut versteckt 5:37 Starfield: Im neuen Trailer ist die Ingame-Grafik gut versteckt

Alle Infos aus dem neuen Starfield-Video

Game Director Todd Howard, Design Director Emil Pagliarulo, Lead Quest Designer Will Shen und Lead Artist Istvan Pely erklären im neuen Video, was Starfield abseits eines riesigen Open-World-Universums bieten soll:

  • Bei der Charakterrstellung bestimmt ihr Hintergrund und Wesenszüge (Traits) eurer Spielfigur. Bethesda will damit laut eigener Aussage die Spieltiefe seiner früheren Elder-Scrolls-Teile zurückbringen.
  • Die Spielwelt wird offenbar sehr dynamisch. Angeblich kann ein Komet einen Planeten treffen. Das Spiel müsse laut Entwickler auf solche chaotischen, unvorhersehbaren Momente vorbereitet sein und dynamisch darauf reagieren.
  • Bei der Story will Bethesda die »großen Fragen« stellen: Liebe, Abenteuer und Mysterien seien Bestandteile des Spiels, dazu gebe es aber auch noch eine übergeordnete Ebene um den Kosmos und das Universum an sich. Laut Todd Howard solle Starfield sich auch mit den wichtigsten aller Fragen beschäftigen: »Warum sind wir alle hier, was ist das Ziel und wohin geht es für die Menschheit als Nächstes?
  • In Dialogen kommt eine neue Version des Überreden-Minispiels aus The Elder Scrolls 4: Oblivion zum Einsatz. Dabei soll es aber nicht den einen richtigen Weg geben, denkbar wäre etwa eine Art Gefühlsscanner wie in den Deus-Ex-Spielen. Todd Howard nennt die neue Version eines der »erfolgreichsten neuen Dialogsysteme, die wir je hatten«.
  • Der Held des Spiels wird von computergesteuerten Figuren begleitet, unter anderem zeigen die Entwickler einen Roboter. In Starfield soll es besonders wichtig sein, wie die Meinung der Gefährten zu eurem Avatar ausfällt. Außerdem kommentieren sie regelmäßig das Geschehen.

Der Roboter ist einer eurer möglichen Begleiter in Starfield. Der Roboter ist einer eurer möglichen Begleiter in Starfield.

  • NPCs sollen glaubwürdiger als in der Fallout- oder Elder-Scrolls-Serie wirken. Dafür habe man echte Menschen, ihre Gesichter und Bewegungen mit einer Vielzahl an Kameras eingescannt, ähnlich der Photogrammetrie-Technik, die Bethesda für die Gestaltung der Landschaften nutzt.
  • Im Video werden einige der Fraktionen im Spiel genauer vorgestellt.
    • Die United Colonies sind eine idealisierte Weltraumrepublik und entsprechen am ehesten der Vorstellung einer guten Fraktion.
    • Das Freestar Collective ist dagegen etwas für Western-Fans mit Kolonisten, die am Rande der Zivilisation leben und breitkrempige Cowboy-Hüte tragen.
    • Ryujin Industries ist ein Megacorp-Konzern, der direkt aus Cyberpunk 2077 stammen könnte.
    • Crimson Fleet nennen sich die Piraten im Spiel und auch dieser eher bösen Gruppierung könnt ihr euch in Starfield anschließen.
    • Die Fraktionen besitzen allesamt eigene Einstiegs-Quests, für Ryujin etwa müsst ihr euch erst einmal beweisen, bevor ihr den Job bekommt.
    • Auch wenn ihr einen moralisch guten Charakter spielen wollt, könnt ihr andere Spielweisen ausprobieren. So soll es etwa möglich sein, die Piraten der Crimson Fleet als Undercover-Cop zu unterwandern.

Bereits der allererste Trailer zu Starfield hielt erstaunlich viele Informationen zum Spiel bereit. Warum ihr Starfield nicht ignorieren solltet, erzählt euch Géraldine in ihrer Kolumne:

Starfield geht euch wirklich alle an   84     26

Meinung

Starfield geht euch wirklich alle an

Was das für Starfield bedeutet

Den neuesten Informationen zufolge sieht es so aus, als würde Bethesda bei Starfield versuchen, wieder ein Stück weit von dem in Fallout 4 verfolgten Kurs abzurücken. Die Rückkehr zu alten Mechaniken aus vergangenen »Hardcore-RPGs«, wie es Todd Howard im Gespräch ausdrückt, spricht dafür, dass der Titel weniger Shooter und wieder mehr Rollenspiel sein soll.

Hier sind auch klare Parallelen zu The Outer Worlds oder Fallout: New Vegas zu erkennen, etwa bei der Charaktererstellung mit den Traits oder dass es mehr Möglichkeiten geben soll, wie ihr mit Fraktionen interagiert und deren Quests löst.

Starfield - Artworks und Trailer-Bilder ansehen

Ob die Versprechen bezüglich der Open-World tatsächlich eingehalten werden können? Lead Quest Designer Will Shen fragt: »Was, wenn irgendwo ein Komet einschlägt? Denn das könnte passieren! Du kannst es nicht kontrollieren, aber das Spiel muss irgendwie darauf regieren.«

Bethesda betont im Video, dass man »nicht bloß ein Spiel spielen, sondern in diesem Universum leben« solle. Dabei versprechen sie »einen spürbaren Einfluss auf die Welt« . »Wir machen nicht einfach nur Rollenspiele, wir machen Simulationen«, fasst es Design Director Emil Pagliarulo zusammen. »Verrückte Sachen können passieren, etwas mit dem keiner rechnet«.

Im Podcast sprechen wir darüber, was uns an Science-Fiction-Szenarien wie in Starfield so reizt:

Link zum Podcast-Inhalt

Starfield erscheint 2023 und soll ein »gigantisches, offenes Universum bieten, indem der Spieler machen kann, was er will«. Mit längeren Gameplay-Szenen und einem konkreten Blick darauf, wie sich das alles spielen wird, rechnen wir im Sommer.

Denn unabhängig davon, ob und in welcher Form eine E3 passieren wird, werden Bethesda und Microsoft garantiert wieder einen Showcase veranstalten, um ihre Spiele fürs Weihnachtsgeschäft zu präsentieren. Und dort dürfte Starfield mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eines der Fokusthemen sein.

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