Steam Deck: Wie Valve das größte Konsolenproblem vermeiden will

Eigentlich versteht sich das Steam Deck gar nicht als Konsole. Und trotzdem will es das größte Problem von Switch und Co. vermeiden: Controller Drift.

von Dimitry Halley,
19.07.2021 13:20 Uhr

Was ist das größte Problem der aktuellen Konsolengeneration? Dass man sie nicht kaufen kann. Okay, ja, aber wir reden jetzt von den Konsolen selbst, nicht über das Drumherum. Die Wahrscheinlichkeit ist recht hoch, dass ihr schon vom sogenannten Controller Drift (oder im Falle von Nintendo Joy-Con-Drift) gehört habt. Der plagt trotz aller Gütesiegel selbst den famosen PS5-Controller.

Dem Steam Deck soll dieser Controller Drift erspart bleiben - behauptet Valve. Gleichzeitig schränken die Entwickler ein, dass langfristig natürlich jede Hardware schlapp macht. Und Controller Drift wäre im Fall des Steam Decks gleich doppelt fatal, weil das Gamepad ja quasi im Gerät selbst verbaut ist. Schauen wir uns die Sache mal an.

Falls ihr euch übrigens für unsere Einschätzung zum Steam Deck interessiert: Wir haben alle internen Experten mit ihrer Meinung zum Steam Deck zu Wort kommen lassen.

Was ist eigentlich Controller Drift?

Nur kurz zur Einordnung: Als Controller Drift bezeichnet man einen Hardware-Defekt, der dafür sorgt, dass der Control-Stick im neutralen Zustand nicht richtig ausgelesen wird. Oder simpler: Euer Männchen bewegt sich, obwohl ihr nichts macht. In der Regel sind Abnutzungserscheinungen, Staub oder Krümel innerhalb der Stick-Motorik verantwortlich. Sehr schön zu sehen ist das hier:

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Fast alle aktuellen Controller setzen auf sehr ähnliche Hardware beim Regulieren eurer Control-Stick-Eingaben. Dass diese Verschleißerscheinung heute häufiger auftritt als früher, liegt - so zumindest einige Theorien - an den gestiegenen Ansprüchen. Ein PS5-Controller muss extrem präzise auf Inputs reagieren, gleichzeitig aber irgendwo erschwinglich bleiben - die Haltbarkeit ist der Kompromiss, den Konsolenhersteller eingehen. Im Fall von Sony, Nintendo und Microsoft lässt sich das Problem (trotz aller Ärgernisse) aber zumindest einfach lösen: Man kauft einen neuen Controller. Beim Steam Deck klappt das nicht.

Wie will das Steam Deck Controller Drift verhindern?

Im Interview mit IGN sprechen Valves Hardware-Ingenieur Yazan Aldehayyat sowie Steam-Deck-Designer John Ikeda über den Entstehungsprozess des Handhelds. Um Controller Drift zu verhindern, setzen die Entwickler auf zwei Säulen - interne Tests unter allen möglichen Bedingungen und vertraute Hardware-Teile. Yazan Aldehayyat:

"Wir haben haufenweise Tests unternommen, um die Zuverlässigkeit unserer Hardware zu gewährleisten - und das an allen Fronten, mit allen Input-Möglichkeiten in unterschiedlichsten Umgebungen. Wir sind davon überzeugt, dass die Performance wirklich gut ist. Und die Leute glücklich sein werden. Klar, jedes Teil wird irgendwann einmal den Geist aufgeben, aber wir sind überzeugt, dass die Leute sehr zufrieden und glücklich damit sein werden."

Steam-Deck-Designer John Ikeda ergänzt:

"Wir haben uns bewusst für Teile entschieden, deren Leistungsvermögen wir einschätzen können. Wir wollten hier nichts riskieren. Und ich bin mir sicher, auch unsere Kunden wollen nicht, dass wir unnötige Risiken eingehen."

Das sind beileibe nicht die konkretesten Aussagen unter der Sonne, aber zumindest ist sich Valve nach eigenen Angaben bewusst, dass Controller Drift ein echtes Problem sein kann. Sehen wir auch bei der Switch Lite, die auf fest verbaute Joy-Cons setzt und im Reparaturfall entsprechend aufwendig ist.

Wir empfehlen euch trotzdem unbedingt, die mittelfristige Performance des Steam Decks abzuwarten. Gerade weil jetzt bereits viel Schabernack mit Ebay-Angeboten getrieben wird - seid vorsichtig beim Vorbestellen. Und falls ihr euch für Hardware, Kosten und sonstiges interessiert. In unserer großen Übersicht zum Steam Deck findet ihr wirklich alles, was ihr über Valves Handheld wissen müsst.

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