Licht und Schatten: Der Army General-Modus
Die größte Neuerung in Steel Division 2 ist der Kampagnenmodus Army General. Auf einer historischen Kampagnenkarte ziehen wir rundenbasiert unsere Bataillone und versuchen über eine effektive Frontlinie, Druck auf den Gegner auszuüben. Dabei besteht unser Ziel in der Regel in der Einnahme oder Verteidigung einer Stadt. Großartig: Wir haben volle Freiheit über unsere Strategie, es gibt keine geskripteten Events. Das erhöht auch den Wiederspielwert.
Greifen wir gegnerische Einheiten an, müssen wir drei Bataillone auswählen, die je nach Entfernung in Phase A, B oder C das taktische Echtzeit-Gefecht bestreiten. Schon hier sollten wir genau wissen, was wir tun: Wenn nicht, kann es passieren, dass die Infanterietruppe aus Phase A von einer Bomberstaffel komplett plattgemacht wird, bevor unser Panzerbataillon überhaupt in die Nähe kommt.
Immerhin müssen wir nicht alle drei Phasen komplett übernehmen, wir können auch die KI Kampfgruppen steuern oder den Ausgang komplett automatisch ausrechnen lassen. Unserer Erfahrung nach kommen wir dabei aber erheblich schlechter weg, als wenn man selber den Kommandantenhut aufhat.
Der Army General-Modus ist selbst gegen eine leichte KI (es gibt drei Schwierigkeitsgrade) eine hammerharte Nuss und offenbar noch nicht ganz ausbalanciert. Das größte Problem ist jedoch das komplett fehlende Tutorial. Das Handbuch erklärt viel zu wenig und ist noch dazu schlecht übersetzt, was Verständnisprobleme provoziert. Und dann stehen wir plötzlich mit drei Bataillonen auf dem Schlachtfeld, von denen kein einziges über Flugabwehr verfügt - während die deutschen Bomber unsere Truppen für Zielübungen missbrauchen.
(Fast) Nur für Hardcore-Strategen
Insgesamt ist der Kampagnenmodus von Steel Division 2 zwar eine tolle Idee, aber noch nicht völlig durchdacht. Vor allem die fehlende Hilfestellung macht den Einstieg für Casual-Strategen fast unmöglich. Wir empfehlen unbedingt, mit Solo-Gefechten gegen sehr leichte KI zu starten, um überhaupt eine Chance zu haben, die Spielmechaniken zu lernen. Ansonsten bleibt nur Frust statt Taktik-Lust.
Wer sich aber in sehr aufwändiger Kleinstarbeit in das Spiel reinfuchst und kein Problem damit hat, hunderte Einheiten jeweils einzeln zu mikromanagen, erlebt ein sehr befriedigendes Strategiespiel mit viel Tiefgang. Je detaillierter und kleinteiliger wir unsere Truppen befehligen, desto größer ist unsere Chance auf Erfolg. Außer, wenn sich unsere Tanks weigern, die gegnerische Panzerabwehrkanone zu beschießen, nur weil diese hinter einem Auto steht, das Ding aber gleichzeitig munter auf unsere Stahlkisten ballert - vermutlich wieder der Bug bei der Sichtlinienberechnung.
Eugen Systems muss noch etwas an der Balance schrauben und auch Anpassungen bei der wenig intuitiven Benutzeroberfläche wären wünschenswert. Beispielsweise sollte sich das Truppenmenü nicht direkt schließen, nur weil wir gerade eine Einheit aufs Spielfeld gesetzt haben - das macht man nämlich ziemlich oft.
Außerdem wünschen wir uns eine ordentliche Anleitung und detaillierte Tutorials: Wir werden zwar mit Einheitenwerten geradezu zugeschmissen, aber wer als Neuling nicht die Tastaturbelegungen studiert, findet höchstens durch Zufall heraus, dass die dynamische Sicht einer Einheit mit der Taste »C« angezeigt wird. Zugänglich geht anders.

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