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Inhaltsverzeichnis
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Stellaris: Nemesis macht Micha böse - nicht nur im Spiel

Im neuen DLC für Stellaris kann Michael Graf zum Imperator werden oder sogar Sterne sprengen. Coole Sache, nur eines gefällt ihm daran gar nicht.

von Michael Graf,
14.04.2021 05:00 Uhr

In Stellaris: Nemesis darf Micha so richtig böse sein. In Stellaris: Nemesis darf Micha so richtig böse sein.

Wir sind die Kälte. Nukleares Feuer hat unsere Heimatwelt gereinigt, seither preisen wir den Tod. Unsere gläubigen Diener opfern sich zum Wohle aller, verewigt in den Chroniken der Priester. Die Nekromanten entreißen unsere Gefallenen dem Jenseits und schicken sie zurück auf das Schlachtfeld, auf dass sie den wahren Glauben in der Galaxis verbreiten. Noch sind wir zu schwach, zu klein, um all die Ungläubigen zu bekehren. Doch seit Kurzem hören unsere Priester ein Flüstern aus der Welt zwischen den Welten, eine Stimme, ein Versprechen. Es ist, als hätte uns ein Fieber erfasst. Wir werden Götter sein.

Nichts, was so beginnt, kann gut enden. Zumindest nicht, wenn ich es beginne. Schon vor dem Release konnte ich Nemesis spielen, den neuen DLC für Stellaris, der vor allem ein neues Feature verspricht: Ich darf selbst zur Endgame-Krise werden und richtig böse sein. Ich darf Völker versklaven (okay, das ging schon vorher) und manisch lachend Sterne sprengen (das ist neu!).

Natürlich muss ich das nicht. Ich kann mich stattdessen als Retter der Galaxis heldenhaft gegen die Krise stellen, zum Wohl der freien Völker und der galaktischen Gemeinschaft, die - wenn wir ehrlich sind - recht korrupt und ineffizient ist, oder? Vereint unter meiner Führung wäre die Galaxis ein besserer Ort für alle - außer vielleicht die Schleimbatzen von Beta Centauri, die ich noch nie gemocht habe.

Nichts explodiert so schön wie ein Sonnensystem. Aber Moment, so weit sind wir noch nicht. Nichts explodiert so schön wie ein Sonnensystem. Aber Moment, so weit sind wir noch nicht.

Deshalb kann ich, sobald die Krise besiegt ist, meine Notstandsrechte behalten, die Palpatine-Gedächtnis-Kutte überstreifen und ein galaktisches Imperium ausrufen. Der Senat möchte das nicht? Also bitte: Ich bin der Senat!

In Nemesis scheinen also alle Wege zum Bösen zu führen - zumindest, wenn ich sie beschreite.

Mit im Vorabpaket steckt der zugehörige Stellaris-Patch 3.0, der keinen so epochalen Umschwung bringt wie das Update 2.0, dafür aber »Dick« heißt. Und während ihr - je nach Gemüt - beim Klang des Namens infantil grinst: Benannt ist Patch 3.0 natürlich nach Philipp K. Dick, einem meiner Lieblings-SciFi-Autoren neben dem »Hyperion«-Schöpfer Dan Simmons (nach dem, ein Unding, noch kein Stellaris-Patch getauft wurde!)

Die Voraussetzungen könnten also kaum besser sein: Endlich mal richtig niederträchtig sein, dazu ein geschmackvoll benannter Patch. Tatsächlich ist Nemesis ein cooler DLC, doch der Teufel steckt nicht nur in meinem Kopf, sondern auch im Detail.

Vor allem in einem überraschend rostigen Detail, das etwas verkörpert, das ich überhaupt nicht ausstehen kann.

Der Autor
Michael Graf liebt Science-Fiction und deshalb auch die wiedererkennbaren Sci-Fi-Motive, die in Stellaris stecken. Aus Babylon 5 (der besten Sci-Fi-Serie), aus Star Trek oder Warhammer 40K, aus Star Wars natürlich oder aus Romanklassikern von Niven, Heinlein, Asimov & Co. Die immer neuen Kombinationen dieser Motive - gefallene Imperien, archäologische Ausgrabungen, Ringwelten, Robotervölker und und und - verschmelzen für Micha in jeder Partie zu einem neuen Universum.

Ein Volk, sie zu knechten

Zunächst ein kleiner Einwurf: Das hier ist kein Test, sondern ein Erfahrungsbericht auf Basis einer fast fertigen Version von Stellaris: Nemesis. Ich erhebe hier also keinen Vollständigkeitsanspruch und habe nicht jedes neue Feature auf Herz und Nieren getestet. Stattdessen habe ich Stellaris einfach gespielt, wie ich es immer spiele - als eine Art strategisches Space-Rollenspiel.

Dazu gehört das richtige Volk. Weil ich vorhabe, selbst zur Krise zu werden - der Weg vom galaktischen Retter zum Imperium dauert mir drei Prequel-Filme und eine Animationsserie zu lange -, erdenke ich eine entsprechend düstere Fraktion, siehe der Text am Anfang. Wobei das eigentlich gar nicht nötig wäre, ich könnte auch fröhliche Echsengnome zur Geißel der Galaxis machen, was sogar reizvoll wäre: Alle fänden uns unglaublich süß, bis wir ihre Sterne in die Luft jagen!

Nur unverbesserliche Pazifisten, xenophile Alienschmuser und Roboter-Pfleger dürfen nicht abgrundtief böse werden. Aber wer spielt denn sowas?!