Stranger Things ist zu Ende.
Neun Jahre lang habe ich mit den Charakteren aus Hawkins gelitten, gelacht und geweint. Auch jetzt, am Schlusspunkt von Staffel 5, hatte ich Tränen in den Augen.
Season 5 war für mich in vielerlei Hinsicht der schwächste Part dieser außergewöhnlichen Netflix-Serie. Aber trotz aller Probleme im Vorfeld und während des Finales haben es die Duffer-Brüder geschafft, Stranger Things für mich zu einem versöhnlichen Ausklang zu bringen - indem sie den Charakteren Luft zum Atmen geben.
Eine schwere Enttäuschung
Die Erwartungen an das große Finale waren gigantisch, noch angetrieben durch das Aufsplitten der acht Episoden in drei Teile. Das Ergebnis ist kein Totalschaden wie das Ende von Game of Thrones. Aber es ist auch nicht das Ende, das ich mir gewünscht hätte. Was ein epischer Sprint zum Ziel hätte sein sollen, fühlte sich oft wie ein zäher Marathon an. Die künstlichen Pausen gaben uns Zuschauern zu viel Zeit, jede kleinste Theorie zu sezieren, was die tatsächliche Auflösung am Ende oft blass aussehen ließ.
Besonders deutlich wurde das in der siebten Episode mit dem Titel »The Bridge«. Diese Folge fühlte sich wie ein Stolperstein kurz vor der Ziellinie an. Dass Charaktere an mehreren Stellen ausführlich den Plot für den Zuschauer erklären mussten, statt lebensechte, die Beziehungen vertiefende Dialoge zu haben, ließ mich zeitweise an den Qualifikationen der Autoren zweifeln.
Bei der Logik musste ich die ganze Staffel über beide Augen fest zudrücken, denn die Erzählung hatte viele Lücken. Hier nur einige wenige Beispiele, da die komplette Liste jeden Rahmen sprengen würde:
- Vecna und die Demorgogonen sind immer dann am schwächsten, wenn sie gegen ein paar Jugendliche kämpfen müssen, und dann unbesiegbar, wenn ihnen namenlose Soldaten gegenüberstehen.
- In brisanten Situationen nehmen sich Figuren minutenlang Zeit für Gespräche, während sie sich eigentlich schnell bewegen sollten (ja, Max, du bist gemeint).
- Figuren wie Dereks Eltern werden vom Drehbuch einfach vergessen.
Das US-Militär agiert im Finale zudem erstaunlich inkonsequent, bis hin zur Satire. Unsere Helden töten Soldaten und zerstören Ausrüstung (sogar etliche Schwangere sterben off-screen), doch im Epilog scheint all das vergessen zu sein. Jim Hopper kehrt einfach als Polizeichef zurück und die Jugendlichen gehen ihrem Alltag nach, als wäre nichts geschehen.
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Stranger Things: Der allerletzte Trailer zur Serie stimmt auf das epische Finale ein
Das passt leider dazu, dass es in Staffel 5 von Stranger Things wieder mal kaum Konsequenzen gibt. Alle Hauptcharaktere haben den God Mode aktiviert, was jeder potenziell gefährlichen Situation die Glaubwürdigkeit und Spannung raubt. Auch die Ausflüge ins Upside-Down oder die Abyss haben nichts mehr mit der Gefährlichkeit einstiger Exkursionen in den vorherigen Staffeln gemein.
Wenn Eleven sich scheinbar opfert, nur um durch eine Hintertür (vielleicht) doch zu überleben, wirkt das wie der Versuch, den emotionalen Aufprall mitzunehmen, ohne den Mut für einen echten Verlust aufzubringen.
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