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Seite 3: Tarisland gespielt: Dieses MMORPG ist pures Chaos, aber es gibt Hoffnung

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Identitätskrise

Wir schreiben übrigens nicht nur Magierin, weil wir zufällig eine Frau spielen. Tatsächlich kommt Tarisland mit Rassen- und Genderlock, was in der Regel auf wenig Begeisterung stößt und auch uns bei der Klassenwahl enttäuscht. Es gibt nur Magierinnen oder Priesterinnen, genauso wie Krieger oder Paladine. Ein wenig könnt ihr Haare, Augen oder Make-Up anpassen, insgesamt bleibt aber wenig Raum, um sich beim Charakter selbst zu verwirklichen.

Magierin Barbar Magierin Barbar

Wollt ihr ein Magier sein, müsst ihr dies Elfendame spielen und als Barbar diesen Löwenmann. Geschlecht und Rasse lassen sich nicht ändern.

Auch gesammelte Ausrüstung zeigt sich nicht an der Spielfigur. Neue Looks schaltet ihr entweder über Ingame-Herausforderungen oder per Skins für echtes Geld frei. Wer nicht grinden oder zahlen will, muss also mit sehr vielen Klonen in der Spielwelt leben. 

Das grundsätzliche Design von Charakteren und Outfits fällt zwar ansprechend, aber ein Stück weit generisch aus. Elfen sehen zum Beispiel aus, als wären sie direkt WoW entsprungen und der Krieger-Archetyp mit seinem Wirbelangriff war anscheinend bei Garen aus dem MOBA League of Legends in der Lehre. Optisch fehlt Tarisland eine eigene Identität.

Ist Tarisland Pay2Win?

Noch zur Ankündigung bewarb Entwickler Tencent Tarisland als ein MMO mit fairem Preismodell, das »ganz auf Pay2Win verzichten wird«. Auch die Social-Media-Profile sprachen von einem Non-P2W-MMO. Nachdem zur Closed Beta scharfe Kritik an der Monetarisierung laut wurde, findet sich nun kein Hinweis mehr auf das Versprechen.

In der Beta ließen sich im Ingame-Shop nicht direkt spielerische Vorteile über Echtgeld erwerben. Allerdings konnte man die Ingame-Währung auf Umwegen mit echtem Geld kaufen, über die man dann wiederum den eigenen Charakter verstärken kann. Außerdem werden Boni angeboten, die Grind und Wartezeiten reduzieren.

Laut Statement entschuldigen die Entwickler sich dafür, dass »ihr Verständnis von Pay2Win offenbar von dem der Spieler abweicht«. Sie versprechen Änderungen zum Launch. In der aktuellen Form könnt ihr auf jeden Fall spielerische Vorteile mit Echtgeld erwerben, was Tarisland streng genommen tatsächlich Pay2Win macht. Wie gravierend sich das im fertigen Spiel auswirkt, muss sich aber noch zeigen.

Auch in anderen MMOs ist es möglich, Echtgeld in Ingame-Währung einzutauschen, beispielsweise bei WoW oder Guild Wars, ebenso wie sich Zeit über erkaufte Boosts einzusparen. Entscheidend wird zum Launch wahrscheinlich für die meisten sein, wie spaßig das Erlebnis ohne Echtgeld ist und wie fair die kostenlosen Ingame-Belohnungen ausfallen.

Grüne Wiesen und Technik-Chaos

Auch die Spielwelt sucht noch nach einer eigenen Identität. Die weist mit ihren saftig grünen Wiesen und verträumten Sonnenstrahlen, die sich sogar in Pfützen spiegeln, wirklich hübsche Ecken auf. Allerdings sieht eben viel auch sehr ähnlich aus, wenn man erstmal eine Weile erkundet hat. Die Umgebung erinnert zudem stark an die ebenfalls sehr bunte Spielwelt von Genshin Impact.

Gerade die Beleuchtung der farbenfrohen Spielwelt ist oft sehr stimmungsvoll. Wirklich abheben von WoW oder Genshin Impact kann Tarisland sich optisch aber nicht. Gerade die Beleuchtung der farbenfrohen Spielwelt ist oft sehr stimmungsvoll. Wirklich abheben von WoW oder Genshin Impact kann Tarisland sich optisch aber nicht.

Noch weiter getrübt wird der Eindruck von ständig präsenten technischen Problemen. Wir verlieren immer wieder für ein paar Sekunden die Verbindung zum Server oder haben mit Rucklern, Lags und langen Ladezeiten zu kämpfen. Dass Tarisland sich viel mit Zwischensequenzen inszeniert, ist eigentlich eine super Sache - auch diese kommen aber oft ins Stottern oder sorgen durch asynchrone Vertonung und hölzerne Animationen für Fremdschäm-Momente statt große Gefühle.

So richtig glauben wir nicht daran, dass Tencent all diese Probleme noch bis Ende des Jahres in den Griff kriegt. Bekommt das MMO aber noch etwas mehr Zeit, könnte hier eine unterhaltsame WoW-Alternative entstehen, die durchaus einsteigerfreundlich und vielseitig ist.

Bis wir mehr wissen, könnt ihr hier lesen, warum dieses MMO Kollege Sören nach 16 Jahren immer noch verzaubert.

Fazit der Redaktion

Elena Schulz
@Ellie_Libelle

Tarisland war für mich ein Wechselbad der Gefühle. Einerseits mochte ich viele Momente und Ideen. Man merkt, dass die Entwickler mit Inszenierung und Story viel vorhatten und sich durchaus Gedanken gemacht haben, wie man die Charaktere aufbauen und Spannung erzeugen kann. Allerdings zündet eben leider nur wenig davon, weil mir immer gefühlt die Hälfte der Infos fehlen, Passagen merkwürdig übersetzt sind oder schlicht die Technik einen Strich durch die Rechnung macht.

Und auch wenn der allgemeine Look des Spiels wirklich hübsch anzusehen ist, lässt sich das eben nicht mit gutem Design gleichsetzen. Fast alle Figuren kommen mir viel zu bekannt vor, weil sie schlicht generisch oder sogar abgekupfert wirken. Eigentlich coole Rüstungen verstecken sich dann wiederum hinter Bezahlskins, erhalte ich neue Ausrüstung nach einem harten Dungeon, fühlt sich das so denkbar unbefriedigend an. Ich sehe schließlich immer noch aus wie eine 0815-Starterelfe.

Gemeinsam mit den technischen Schwierigkeiten und Pay2Win-Vorwürfen hinterließ das bei mir einen bitteren Beigeschmack, obwohl ich durchaus Spaß mit Quests und Erkunden hatte. Tarisland fühlt sich einfach (noch) nicht zu Ende gedacht an, unfertig und nach einem WoW-Klon ohne eigene Identität. Allerdings kann das MMORPG mehr sein und seine eigene Stimme finden. Ein solides Grundgerüst dafür ist vorhanden. Die Entwickler müssen sich jetzt nur die notwendige Zeit geben, um etwas Eigenes darum aufzubauen.

3 von 3


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