Terraria-Studio versöhnt sich mit Google, Stadia-Launch findet statt

Nachdem der Entwickler von Terraria "Brücken verbrannte", konnte Google doch noch eine Einigung erzählen und die Stadia-Portierung ermöglichen.

von Mathias Dietrich, Vali Aschenbrenner,
28.02.2021 10:15 Uhr

Update vom 28. Februar 2021: Das Debakel um gesperrte Accounts hat für Google, dem Entwickler von Terraria und auch Videospieler ein gutes Ende genommen: Wie Andrew Spinks in den offiziellen Foren zu seinem Spiel bekannt gab, konnte man sich mit Google wieder versöhnen und eine Einigung erzielen.

#wieso-verlor-der-entwickler-seinen-accountDamit erscheint Terraria nun doch für Google Stadia, nachdem Spinks ursprünglich auf Twitter verkündete, die (damals noch unangekündigte) Portierung abzusägen. Diese Entscheidung fällte der Leiter des Studios Re-Logic, als er wochenlang von seinen eigenen Accounts ausgesperrt wurde und von Google weder Hilfe noch Antwort erhielt - mehr dazu lest ihr in unserer ursprünglichen Meldung.

In den offiziellen Terraria-Foren teilte Spinks das folgende Statement:

"Nachdem wir einen Monat lang (mit riesiger Unterstützung unserer Fans) gekämpft haben, hat Google endlich Kontakt aufgenommen und war dazu in der Lage, uns eine Menge Transparenz um die Situation zu liefern und Zugang zu unseren Accounts wiederherzustellen. Aufgrund der harten Arbeit, die sowohl das Stadia-Team als auch unsere Partner bei 505 Games leisten, haben wir uns dazu entschieden, zu genehmigen, dass der bevorstehende Launch von Terraria auf Google Stadia stattfindet."

Wann genau Terraria auf Google Stadia erhältlich sein soll, ist aktuell nicht bekannt.

Nachdem Re-Logic erst den Terraria-Port für Stadia absägte, konnte Google die Wogen offensichtlich wieder glätten. Nachdem Re-Logic erst den Terraria-Port für Stadia absägte, konnte Google die Wogen offensichtlich wieder glätten.

Ursprüngliche Meldung vom 9. Februar 2021: Beim Entwickler von Terraria war es die letzten Wochen turbulent. Denn Google sperrte scheinbar ohne triftigen Grund die Zugänge von Andrew Spinks, dem hauptverantwortlichen Chefentwickler des Spiels.

Nachdem Spinks gemäß seiner eigenen Aussage drei Wochen lang versuchte, mit Google Kontakt aufzunehmen, um das Problem zu lösen, reagiert er nun mit der Einstellung des Stadia-Ports von Terraria.

Wieso verlor der Entwickler seinen Account?

Der offizielle Twitter-Kanal von Terraria postete Ende Januar 2021, dass die Entwickler den Zugang zu ihrem YouTube- und auch Gmail-Konto verloren hätten. Die exakten Gründe dafür sind ihnen selbst nicht ersichtlich. Die letzte Aktivität des Kanals war die Veröffentlichung des Trailers zu Terraria 1.4.1 im Oktober 2020.

Daraufhin versuchte das Team mehrere Stunden lang eine Antwort von Google zu erhalten. Als das nicht erfolgreich war, erklärten sie die Situation auf Twitter und markierten dort wiederum den Account von YouTube, in der Hoffnung, die Angelegenheit auf diese Art und Weise klären zu können. Erfolglos.

Link zum Twitter-Inhalt

Am 8. Februar 2021 meldete sich Andrew Spinks abermals zu Wort. Demzufolge seien seine Zugänge nun seit mittlerweile drei Wochen gesperrt und jegliche Anstrengung, mit Google eine Lösung zu erzielen, vergebens.

Link zum Twitter-Inhalt

Aus Frust: Stadia-Version kommt nicht mehr

Verlust von E-Mails und Cloud: Spinks ist vor allem über den Verlust seiner Daten frustriert. Nicht nur verliert er den Zugang zu Apps des Google Stores, in die er gemäß seiner eigenen Aussage »tausende von Dollar« investiert hätte. Ebenso kann er nicht länger auf sämtliche Daten im Google Drive und die E-Mails seiner Adresse, die er 15 Jahre lang besaß, zurückgreifen.

Jetzt zieht er seine Konsequenz: In insgesamt drei Tweets erklärt Andrew Spinks, dass er nicht mit einer Firma Geschäfte machen will, die ihre Kunden und Partner »so wenig wertschätzt«. Er selbst ist überzeugt davon, Googles Geschäftsbedingungen nicht gebrochen zu haben, wodurch der Bann nicht gerechtfertigt und für ihn nicht nachvollziehbar sei.

Diese Ankündigung ist zudem zeitgleich die erste offizielle Information dazu, dass das Spiel überhaupt auf der Streaming-Plattform von Google erscheinen sollte. Der einzige weitere Hinweis darauf war eine Bewertung auf der Webseite der PEGI, dem Pendant zur USK in den USA.

Link zum Twitter-Inhalt

Ob es sich hier um einen Fehler beziehungsweise ein Missverständnis zwischen Google und dem Entwickler von Terraria handelt, muss sich erst noch zeigen. Zum aktuellen Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels lag noch keine Reaktion seitens Google gegenüber dem eingestellten Stadia-Port vor. Eine Einigung beziehungsweise Versöhnung ist trotz »verbrannter Brücken« nicht völlig ausgeschlossen.

Was wird aus der Android-Version?

Während Terraria dadurch (zumindest zum aktuellen Stand der Dinge) nicht länger für Google Stadia erscheinen soll, ist die Zukunft der Android-Version noch ungewiss. Die wurde erst am 4. Dezember 2020 aktualisiert und ist seitdem zudem über Umwege mit der PC-Version Crossplay-kompatibel.

Zum aktuellen Zeitpunkt könnt ihr das Spiel nach wie vor im Google Play Store kaufen, herunterladen und auch spielen. In Anbetracht der derzeitigen Situation ist es allerdings möglich, dass sie bereits in naher Zukunft verschwinden wird. Es sei denn natürlich, dass Spinks und Google doch noch zu einer Einigung kommen.

Das Ende für die Android-Version? Das muss allerdings nicht zwangsläufig das Ende für Terraria auf Android sein. Denn für diese Version des Spiels ist nicht zwingend der Google Play Store erforderlich. Es wäre beispielsweise möglich, dass der Entwickler die mobile Variante des Spiels einfach über die eigene Webseite verkauft. Ankündigungen in diese Richtung gibt es jedoch aktuell keine.

Mehr Smartphone-Spiele, die vom PC und der Konsole auf Android und iOS portiert wurden, findet ihr in unserer Übersicht.

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Was bietet Terraria?

Passend zum finalen Update haben wir uns Terraria im Jahr 2020 noch einmal angesehen und im vergleich zum vorherigen Test um zwei Punkte aufgewertet. Somit kommt das Spiel ganze 85 Punkte von uns.

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Insgesamt konnten wir nur zwei größere Kritikpunkte entdecken. Einmal ist die Präsentation nach all den Jahren durchaus etwas veraltet. Und wer neu mit dem Spiel anfangen will, wird womöglich von den etwas unklaren Spielzusammenhängen überfordert werden.

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