Gescheitertes Battle Royale will mit hochriskantem Geschäftsmodell wieder relevant werden

The Culling kehrt zurück und setzt auf ein fragwürdiges Finanzierungsmodell, das bei Fans auf wütende Reaktionen stößt.

von Christian Just,
13.05.2020 19:25 Uhr

Das viel kritisierte und schlussendlich gescheiterte Battle Royale The Culling will mit einem neuen Geschäftsmodell von den Toten auferstehen. Das viel kritisierte und schlussendlich gescheiterte Battle Royale The Culling will mit einem neuen Geschäftsmodell von den Toten auferstehen.

Seit 2016 versucht der Battle-Royale-Klopper The Culling immer wieder, doch noch ein Happy End zu erringen. Erfolgreich zu werden. Nach einem starken Launch geht es seit Jahren bergab. Patches, Free2Play-Umstellung, ein kurzweiliger Nachfolger - half alles nichts. Jetzt soll ein weiterer Relaunch die Rettung bringen. Doch die Community reagiert in erster Linie wütend.

Was ist da passiert?

Der Blick zurück: Das war The Culling
The Culling war ein Battle Royale mit Nahkampf-Fokus und kleinem 16-Spieler-Format. Das Spiel startete 2016 und versammelte zeitweise über 12.000 Spieler gleichzeitig auf Steam. Die Spielerzahlen sanken aber rasch. Die Kritik: Gameplay-Updates hätten grundsätzlich die falsche Richtung eingeschlagen.
Zum Battle-Royale-Hype im Jahr 2018 wollten die Entwickler mit einem PUBG-Klon namens The Culling 2 punkten, scheiterten aber ebenfalls und nahmen das Spiel nach nur einer Woche offline. Die ohnehin schon genervte Community begeisterte sich nicht für das eilige Nachfolgeprojekt, der Rest der Gaming-Welt hatte mit PUBG und Fortnite bessere Alternativen. Schließlich stellte Xaviant den ersten Teil auf ein Free2Play-Modell um und rollte fast alle Updates zurück, um dem Spiel unter dem Namen The Culling: Origins zu einem zweiten Frühling zu verhelfen. Dieser blieb aber aus und Xaviant stellte den Mehrspieler-Support in der Folge komplett ein.

So soll The Culling jetzt werden

Jetzt wendet sich Josh Van Veld, Director of Operations bei Entwickler Xaviant, in einem YouTube-Video an die Community, um über die Zukunft von The Culling zu sprechen. Das Battle Royale kehrt zurück - und zwar schon am 14. Mai 2020. Auch eine PC-Version befindet sich in Arbeit, dauere aber wegen »besonderer Herausforderungen« etwas länger.

Doch die vermeintlich gute Nachricht kommt alles andere als gut an. Für den großen Aufreger sorgt das hochriskante Geschäftsmodell. Denn The Culling will auf mehreren Wegen Geld verdienen:

  • Das Spiel selbst kostet 6 Dollar
  • bloß ein einziges Match pro Tag ist pauschal kostenlos
  • ein Sieg bringt einen kostenlosen »Online Match Token« - nur wer eine Gewinner-Serie hat, kann also weiterspielen
  • Verlierer müssen zusätzliche Match Tokens kaufen: 3 Tokens (1 Dollar), 10 Tokens (3 Dollar), 20 Tokens (5 Dollar)
  • alternativ ein Wochen- (2 Dollar) oder Monatsabo (6 Dollar)

Somit setzt The Culling künftig auf einen Mix aus Pay2Play, Zugangs-Paywall und Abo-Modell. Nachdem das Spiel bereits in der Vergangenheit einiges an Kritik einstecken musste, reagieren die ohnehin schon enttäuschten Fans auf diese Nachricht extrem negativ.

Wütende Reaktionen

Auf YouTube überschütten Nutzer das Video mit Downvotes und posten wütende Kommentare. Stand jetzt kommt das Video auf über 6.000 Downvotes und 250 Upvotes bei rund 36.000 Aufrufen.

Xaviant will also auf dem bislang größten Erfolg von The Culling noch einmal aufbauen. Ein schwieriges Unterfangen, wenn man sich die von massiver Kritik begleitete Geschichte des Spiels anschaut. Am Ende mögen die Beträge zwar auf Einzelbasis eher gering ausfallen, doch pro Match Geld zu verlangen, nachdem die Spieler bereits das Produkt käuflich erwerben musste - hier liegt Community-Dynamit.

Ob der Relaunch dem gescheiterten Battle Royale nochmal aufhelfen kann, müssen letztlich die Spieler entscheiden. Angesichts der bisherigen Reaktionen ist das aber zumindest fraglich.

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