Fntastic, das Entwicklerstudio, das mit dem katastrophalen Launch von The Day Before weltweit für Schlagzeilen sorgte, möchte tatsächlich einen Neuanfang wagen.
Trotz der enormen Kritik, Betrugsvorwürfen und dem schnellen Untergang ihres Shooter-Prototyps wollen sich die russischen Gotovtsev-Brüder offenbar noch nicht geschlagen geben.
Rund ein Jahr nach dem Desaster startet das Studio als Fntastic 2.0 eine Kickstarter-Kampagne, um ein neues Projekt zu finanzieren.
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Der tiefe Fall von The Day Before
Die Geschichte von Fntastic beginnt mit großen Versprechen: The Day Before sollte eine ambitionierte Survival Open World MMO werden, doch schon im Vorfeld des Releases gab es berechtigte Zweifel an der Authentizität des Projekts. Der Verdacht auf geschönte Trailer und immer wieder verschobene Release-Termine machten viele stutzig.
Als das Spiel dann schließlich auf den Markt kam, bestätigten sich die Befürchtungen: Ein kaum vorhandenes Spielgerüst, technisch miserabler Zustand und hundsmiserables Spieldesign führten zu rekordverdächtig miesen Steam-Reviews – nur vier Tage später wurde das Spiel wieder aus dem Shop genommen. Die Schließung von Fntastic folgte auf dem Fuße.
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The Day Before: Die erstaunlichsten Szenen, die ihr jemals sehen werdet
Doch offenbar war der Schlusspunkt für das Entwicklerteam noch nicht erreicht. Wenige Monate nach dem Scheitern von The Day Before kursierten Gerüchte, dass Fntastic insgeheim an einem neuen Spiel arbeitete. Aber wer würde nach einem derartigen Fiasko freiwillig weiter machen?
So soll das Comeback von Fntastic gelingen
Unglaublich, aber wahr – Fntastic ist wieder da. Mit einem neuen Namen (Fntastic 2.0) und einem neuen Spiel.
Escape Factory ist ein Koop-Puzzle-Plattformer, in dem ihr ulkige Figuren spielt, die wie eine Mischung aus Minions, Fall Guys und den Würmern aus Worms aussehen. Das Spiel hat bereits eine spielbare Demo auf Steam, der Trailer verspricht einen Release zu Halloween:
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Escape Factory: Mit diesem Spiel wollen die The-Day-Before-Macher euer Vertrauen zurückgewinnen
Doch das Erstaunlichste an dieser Rückkehr: Die Entwickler bitten euch erneut um finanzielle Unterstützung. Satte 15.000 Dollar wollen sie via Kickstarter einsammeln, um das Projekt zu finanzieren. Bisher haben nur eine Handvoll Unterstützer insgesamt knapp 350 Euro beigesteuert – das Ziel scheint in weiter Ferne.
Das Vertrauen scheint komplett verspielt
Es ist klar, dass Fntastic viel Arbeit vor sich hat, um das Vertrauen der Spieler zurückzugewinnen. In ihrem offiziellen Rettungsplan, der auf ihrer neuen Website veröffentlicht wurde, verspricht das Studio mehr Transparenz, Ehrlichkeit und eine professionelle Herangehensweise an zukünftige Projekte.
Man will regelmäßige Entwicklungsupdates liefern, offene Beta-Tests durchführen und das Marketing klarer und weniger übertrieben gestalten – genau die Punkte, die bei The Day Before für den Ärger gesorgt hatten.
Im Gegensatz zu früher will man sich auch von der Praxis verabschieden, externe Freiwillige als unbezahlte Arbeitskräfte einzubeziehen und stattdessen verstärkt auf fest angestellte Mitarbeiter setzen.
Diese Kehrtwende klingt auf dem Papier zwar vielversprechend, doch ob die Community bereit ist, nach dem Debakel von The Day Before noch einmal Vertrauen zu schenken, bleibt fragwürdig. Im Steam-Forum des neuen Spiels finden sich schon jetzt mehrere Threads, in denen die Entwickler als ausgemachte Betrüger
beschimpft werden. Auch existiert bereits eine Liste mit Assets aus dem Unity Store, die Fntastic im neuen Spiel verwendet.
Es scheint, als wolle Fntastic mit aller Macht einen Schlussstrich unter die Vergangenheit ziehen und nun kleinere Brötchen backen. Bleibt abzuwarten, ob sie mit einem deutlich bescheideneren Projekt wie Escape Factory tatsächlich abliefern können. Ob das Studio eine zweite Chance verdient, liegt jetzt in euren Händen. Aber bei einer Vorgeschichte wie dieser ist eine große Portion Skepsis ganz sicher angebracht.
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