ESO ist das einzige MMO, das meine Zeit wirklich respektiert

Meinung: The Elder Scrolls Online macht mich glücklich, weil es sich nicht nur an Hardcore-MMO-Spieler richtet. Deshalb kehre ich immer wieder zurück - selbst ohne neue Inhalts-Updates.

von Gloria H. Manderfeld,
15.10.2020 09:00 Uhr

Immer mehr Spiele, immer weniger Zeit: Trotz Arbeit als Gaming-Journalistin bleibt mir selten viel Luft, um mal entspannt eine Runde zu zocken. Ohne Artikel im Hinterkopf, ohne Zeitdruck oder Abgabetermine. Und damit bin ich nicht allein: Jeder, der täglich in die Arbeit geht oder eine Familie hat, sieht die Zockzeit langsam dahinschrumpfen.

Wenn ich dann aber spät nachts noch zum Spielen komme und meine Energie für knüppelharte Herausforderungen aufgebraucht ist, bleibt The Elder Scrolls Online der zuverlässigste Kandidat für meinen Spielspaß.

Die Autorin
Gloria (@nerdgedanken) stromert schon seit über zwanzig Jahren durch die virtuellen Welten von MMORPGs und kennt The Elder Scrolls Online seit Release. Entschleunigt die Inhalte eines Spiels zu genießen und im eigenen Tempo Spaß zu haben, ist für sie ebenso wichtig wie gute Geschichten und eine tiefgründige, abwechslungsreiche Welt.

Geschichten zum Abtauchen

Für mich liegt die größte Stärke des Spiels in den einfach fantastisch erzählten Quests. Abseits bisweilen etwas schwach ausfallender Hauptgeschichten in den einzelnen Regionen bieten gerade Nebenquests hervorragende Unterhaltung. Witzige Stories wechseln sich mit düsteren oder traurigen Momenten ab, die mich schlucken lassen und auch Tage danach nicht loslassen.

Je mehr diese Geschichten mit dem Hintergrund der Spielwelt zu tun haben, desto besser. Denn dadurch bekomme ich ein richtiges Gefühl für Tamriel, die darin lebenden Völker und deren Konflikte. Die Welt wird lebendig in meinem Kopf.

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Bestimmte NPCs wie Khajiit-Agent Rhazum'dar oder Rigurt, der motivierte Botschafter der Nord, wachsen mir über mehrere Kapitel hinweg richtig ans Herz und werden zu alten Bekannten, bei denen ich mich über ein Wiedersehen richtig freue.

Da viele NPCs wirklich grandiose Dialoge mitbringen, macht aber auch das Kennenlernen neuer Persönlichkeiten Spaß. Nicht zuletzt, da ich nie genau weiß, wie sich das Miteinander entwickelt - bei ESO gibt es erfreulich viele Charaktere, die sich nicht in ein Schwarz-Weiß-Schema einordnen lassen!

Eindrucksvolle Momente und einzigartige Geschichten warten bei den Haupt- und Nebenquests in The Elder Scrolls Online. Eindrucksvolle Momente und einzigartige Geschichten warten bei den Haupt- und Nebenquests in The Elder Scrolls Online.

Außerdem respektieren die ESO-Quests tatsächlich meine Zeit: Missionen dauern nicht ewig und es lässt sich fast immer abschätzen, wie lange ein Abschnitt oder die ganze Aufgabe noch ungefähr dauern wird. Das klingt für Leute mit viel Freizeit vermutlich seltsam. Aber je weniger freie Stunden ich habe, desto besser gefällt mir, wenn ich am Ende eines Abends zumindest bei ein oder zwei Quests die gesamte Geschichte erleben konnte, ohne dauernd auf die Uhr zu schielen oder am nächsten Abend neu ansetzen zu müssen.

Nur noch dieser eine Händler!

Aber ich brauche nicht immer Quests, um mich zu beschäftigen. Mit ein bisschen Gold auf der Bank und ein, zwei leeren Häusern kann ich über Wochen hinweg meine freien Abende füllen: Zum einen bin ich stets auf der Jagd nach neuen Rezepten für selbst herstellbare Möbel. Zum anderen wollen die leeren Häuser dann ja auch eingerichtet werden!

Von allen MMORPGs, die ich bisher gespielt habe, gefällt mir das Housing-System von The Elder Scrolls Online am besten. Es lässt sich einfach bedienen, punktet aber mit großer Vielfalt: Frei in drei Dimensionen platzierbare Möbel, eine riesige Menge an Deko-Gegenständen im Stil von insgesamt zehn verschiedenen Völkern und Gebäude für jeden Goldbeutel.

Schaffen, sparen, Häusle einrichten: Der Phantasie sind nur wenige Grenzen gesetzt. Schaffen, sparen, Häusle einrichten: Der Phantasie sind nur wenige Grenzen gesetzt.

Man muss keine irren Mengen der Premiumwährung Kronen auf den Tisch legen, um ein schickes Zuhause zu kaufen - mir gefallen die kleinen Buden ohnehin viel besser, weil sie sich lebensnaher einrichten lassen. Meine ESO-Charaktere sind schließlich keine superreichen Magnaten mit Mega-Villa in der Hinterhand, sondern Abenteurer, einfache Leute und Bürger der Mittelklasse, die schon mit einem Einfamilienhaus als sicherem Hafen glücklich sind.

In einem argonischen Schlammhaus, einem Stadtdomizil oder der Klause in der Wildnis kann ich mich kreativ voll mit der passenden Einrichtung und Deko ausleben. Kann ich einen Gegenstand selbst nicht herstellen, reise ich mit meinem Handwerker-Charakter zu den Händler-Hotspots und stöbere nach fertiger Einrichtung oder Bauplänen, die mir in meiner umfangreichen Sammlung noch fehlen. Bin ich wirklich k.o. nach einem anstrengenden Tag, entspannt mich die Schnäppchensuche in ESO sogar.

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Mehr Erfolge sind gute Erfolge

Bei den meisten MMORPGs gibt es inzwischen ein Erfolgssystem. Die belohnen einen in der Regel aber nur beim Erreichen größerer Gesamterfolge mit einem Titel oder vielleicht mal einem Reittier nach viel Werkelei.

The Elder Scrolls Online winkt zwar auch mit Titeln, die neuen Rüstungsfarben und vor allem eine Menge nützlicher Fertigkeitspunkte motivieren mich aber weit mehr. Gerade Himmelsscherben und Bücher für die Magiergilde stöbere ich in der freien Wildbahn gerne auf, da ich damit meinen Charakter ausbauen kann. Dafür muss ich nur Erkunden und nicht zig Dungeons fehlerfrei meistern.

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In den Büchern der Magiergilde gibt's dazu noch kleine Lore-Schnipsel und Geschichten, die meine Immersion der Spielwelt verstärken - so fühlt sich allein das Sammeln und Suchen schon belohnend und nicht nach Arbeit an. Und selbst Gewölbe, also einfache Solo-Dungeons, sind mit einer Storyquest und Himmelsscherben verknüpft.

Dadurch verschwimmt die Grenze zwischen Grind und Geschichte für mich und es wird nicht langweilig, obwohl ich massenhaftem Mob-Schnetzeln sonst nichts abgewinnen kann.

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Durch den Story-Faden will ich die Mini-Dungeons aber wirklich bis in den letzten Winkel erkunden. Das ist in den hektischen Gruppen-Dungeons kaum möglich, in denen die Spieler meist schnell zum Ziel eifern. Aber das macht bei ESO eben nichts: Es gibt schließlich genug Inhalte, die ich gemütlich allein genießen kann. Zum Abschalten.

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