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Netflix: Der 320 Millionen Dollar teure Sci-Fi-Film der Avengers-Regisseure ist laut Kritikern eine Katastrophe

Maue 23 Prozent auf Rotten Tomatoes sprechen eine klare Sprache. Wir schauen mal, ob es abseits vieler Mängel auch etwas Lob zu finden gibt.

Michelle (Millie Bobby Brown) hat angesichts des Rotten-Tomatoes-Scores allen Grund zum Weinen. Bildquelle: Netflix Michelle (Millie Bobby Brown) hat angesichts des Rotten-Tomatoes-Scores allen Grund zum Weinen. Bildquelle: Netflix

Was würdet ihr mit 320 Millionen Dollar anstellen? Euer Traumhaus bauen? Der Schwiegermutter eine Kreuzfahrt ins Bermuda-Dreieck buchen? Euch mal eine zweite Kugel im Eissalon gönnen?

Die Russo-Brüder (The Winter Soldier, Avengers: Infinity War/Endgame) fanden das alles wohl zu lahm. Sie haben mit dem Geld den bislang teuersten Netflix-Film gedreht. The Electric State ist aber offenbar nicht nur richtig teuer, sondern auch richtig mies.

Tief unten im Wertungs-Keller

Seelenlos und Verworren sind nur die Spitze des Kritiker-Eisbergs. Auf Rotten Tomatoes kann The Electric State gerade mal 28 Prozent der Kritiker von sich überzeugen.

Zum Vergleich: Damit rangiert die sündhaft teure Netflix-Produktion nur knapp vor der neuesten Verfilmung von George R.R. Martin, dem schaurigen Fantasy-Film In the Lost Lands (hier geht's zu Valis Filmkritik). Der ebenfalls oft verrissene Action-Film Flight Risk mit Mark Wahlberg in der Hauptrolle kommt sogar mit 29 Prozent auf einen leicht besseren Score.

Das sagen die internationalen Kritiker
Filmstarts

Fantastische Animationen und eine lebendige Robo-Welt können in The Electric State leider nicht über die uninspirierte Story und die an Höhepunkten arme Inszenierung hinwegtäuschen. Gerade angesichts des Rekord-Budgets hätte hier wirklich mehr drin sein müssen.

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Empire Magazine (Wertung: 60)

The Electric State verliert etwas von der ruhigen Tiefgründigkeit der Vorlage, aber als leicht zu betrachtender, retrofuturistischer Spaß hat er gerade so genug Pfiff.

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Variety (Wertung: 40)

Die Macher haben das Ausgangsmaterial verwässert und zeigen ein deutliches Desinteresse daran, ihre Kreation genauso packend, erschütternd und beeindruckend zu gestalten wie das Original.

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The Hollywood Reporter (Wertung: 20)

Die Schauspieler sind alle zu allem bereit, aber es ist eine undankbare Arbeit, bei der die Mischung aus Live-Action und Animatronik keine Magie entfaltet. Das Gleiche gilt für die talentierten Synchronsprecher, zu denen auch Colman Domingo und Hank Azaria in kleinen Rollen gehören.

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IndieWire (Wertung: 16)

Um die Wahrheit zu sagen: Es gibt keinen einzigen Lacher - oder auch nur ein bewusstes Lächeln - in dieser unerbittlich faden Tortur, die für Sci-Fi-Abenteuer-Komödien das tut, was The Gray Man für Action-Thriller getan hat: absolut nichts.

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Looper (Wertung: 10)

The Electric State ist eine seelenlose Arbeit in der Art von Borderlands oder Argylle. Eine freudlose Angelegenheit, die sich wie von Studiomanagern zusammengeschustert anfühlt, die verzweifelt versuchen, einen Publikumserfolg zu produzieren, indem sie formelhafte Genre-Beats und -Charakterisierungen wiederholen, dass sie nicht ein einziges Mal innehalten, um sich zu fragen, warum sich jemand für die Geschichte interessiert, die sie zu erzählen versuchen.

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Mashable

Die Russos haben eine Schrottplatzästhetik in einen Trashfilm verwandelt.

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In The Electric State begibt sich die taffe Michelle (Millie Bobby Brown) auf die Suche nach ihrem verschollenen Bruder. Mit an ihrer Seite sind der Schmuggler Keats (Chris Pratt) und Dr. Amherst (Ke Huy Quan). Bildquelle: Netflix In The Electric State begibt sich die taffe Michelle (Millie Bobby Brown) auf die Suche nach ihrem verschollenen Bruder. Mit an ihrer Seite sind der Schmuggler Keats (Chris Pratt) und Dr. Amherst (Ke Huy Quan). Bildquelle: Netflix

Worum geht's in The Electric State?

Falls euch die grauenhaften Bewertungen nicht abschrecken oder nun gar erst eure Lust auf Katastrophen-Tourismus angefacht haben, hier noch ein paar Infos zum Film:

  • Handlung: The Electric State findet in einer alternativen Version der 1990er-Jahre statt. Nachdem Roboter eine Revolution gestartet haben, wurden sie von den Menschen in die sogenannte Exklusionszone verbannt. Dorthin bricht die junge Michelle (Millie Bobby Brown) auf, um ihren totgeglaubten kleinen Bruder zu finden. Mit an ihrer Seite: der Schmuggler Keats (Chris Pratt).
  • Vorlage: Der Film basiert auf dem gleichnamigen Bildband des schwedischen Autors Simon Stålenhag. Das Buch kommt aber deutlich düsterer daher und beschreibt düstere, triste Szenen einer Postapokalypse, die pure Melancholie verströmen. Die Netflix-Produktion ändert die Tonalität hin zu mehr Komik und Leichtfüßigkeit.

Video starten 2:11 The Electric State: Trailer zum absurd teuren Netflix-Film der Avengers-Regisseure

  • Cast: Zur Darstellerriege gehören neben Millie Bobby Brown und Chris Pratt auch noch Ke Huy Quan (Everything Everywhere All at Once) und Stanley Tucci (Konklave). In weiteren Sprechrollen hören wir unter anderem Anthony Mackie (Captain America: Brave New World), Woody Harrelson (Venom: Let There Be Carnage) und Colman Domingo (Sing Sing).
  • Produktion: Regie führten die Brüder Anthony und Joe Russo und das Drehbuch stammt aus der Feder der Autoren Christopher Markus und Stephen McFeely - ja, das sind die vier Menschen, die uns die grandiosen Marvel-Filme The Winder Soldier, Civil War, Infinity War und Endgame beschert haben. Offenbar klappt es außerhalb von Marvel nicht ganz so gut mit dem kreativen Quartett.

Warum ist der Film so teuer?

Die genauen Gründe für das exorbitant hohe Budget kennen wohl nur Netflix und die Russo-Brüder. Ein paar Indizien gibt es aber, die auf dem Film-Blog World of Reel zusammengefasst wurden.

  • Die Dreharbeiten starteten bereits im Oktober 2022, mussten aber aufgrund eines Todesfalls am Set pausiert werden. Später gab es außerdem gleich zweimal Nachdrehs. Das spricht insgesamt für eine turbulente Produktion.
  • Der Cast vereint viele hochkarätige Namen und die wollen vermutlich fürstlich entlohnt werden.
  • Die Lizenz für eine Verfilmung des Bildbands war heißbegehrt und Netflix hat wohl ordentlich Geld auf den Tisch gelegt, um die Mitbewerber auszubooten.

Der Netflix-Release erfolgt am 14. März 2025. Dann könnt ihr euch ja ein eigenes Bild von The Electric State machen. Falls euch der Film ebenfalls nicht zusagt, solltet ihr aber nicht vor der Buchvorlage zurückschrecken. Die schlägt wie erwähnt einen ganz anderen Ton an und könnte somit dennoch etwas für euch sein, wenn ihr auf trostlose Endzeit-Szenarien steht.

Nach einigen kommerziellen Misserfolgen kehren die Russo-Brüder für ihre nächsten Projekte wieder zu Marvel zurück. Als Regisseure setzen sie die beiden kommenden Avengers-Filme Doomsday und Secret Wars um.

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