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Nach großem Erdbeben bei Ubisoft: Mitarbeiter soll nach Kritik am Unternehmen gefeuert worden sein

Ubisoft hat einen erfahrenen Assassin's-Creed-Entwickler entlassen, nachdem dieser zuvor öffentlichkeitswirksam die Rückkehr zur permanenten Office-Pflicht beim Publisher kritisiert hatte.

Die schlechten Nachrichten rund um den angeschlagenen französischen Publisher Ubisoft reißen nicht ab. Nachdem das Unternehmen Ende Januar eine große Umstrukturierung inklusive zahlreicher Entlassungen und der Rückkehr zur Office-Pflicht angekündigt hatte, soll nun ein Mitarbeiter entlassen worden sein, weil er genau diese Rückkehr öffentlichkeitswirksam kritisiert hat.

Wie unter anderem Kotaku und Insider Gaming berichten, sei der erfahrene Entwickler David Michaud-Cromp, der seit über 13 Jahren für Ubisoft tätig ist, mutmaßlich wegen seiner Kommentare auf LinkedIn zunächst für mehrere Tage suspendiert und nun entlassen worden. Zuletzt hatte Cromp als Team Lead für Level Design an Assassin's Creed Shadows mitgearbeitet.

Was ist passiert?

Am 27. Januar meldete sich der kanadische Entwickler auf der Business-Plattform LinkedIn zu Wort. Er schrieb, er sei von Ubisoft darüber informiert worden, dass er als Disziplinarmaßnahme für drei Tage unbezahlt suspendiert werde. Der Grund seien öffentliche Kommentare über die Rückkehr der Firma zur Office-Pflicht. Angeblich habe er damit die Pflicht eines Angestellten zur Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber verletzt.

Im Zuge des jüngst angekündigten Konzern-Umbaus und der Auslagerung seiner Spielemarken in sogenannten Creative Houses hatte die Konzernführung nämlich bei Ubisoft beschlossen, die Präsenzarbeit im Büro in allen Niederlassungen weltweit wieder zum Standard zu machen. Diese Präsenzpflicht war im Zuge der Corona-Pandemie aufgeweicht worden.

Video starten 10:08 Assassin's Creed Shadows: Ubisoft liefert endlich das richtige Ende

Angesichts einer verpflichtenden Rückkehr regt sich allerdings bei vielen Mitarbeitern Unzufriedenheit. So auch bei David Michaud-Cromp. Kurz nach der Ankündigung der Maßnahme schrieb er auf LinkedIn:

So ... Ubisoft will uns wieder für fünf Tage ins Büro zurückholen … weil sie ›an Zusammenarbeit glauben‹ … Aber mal ehrlich. Wir sind doch nicht dumm. Wir wissen ganz genau, warum ihr wieder zur permanenten Büroarbeit zurückkehren wollt.

Konkrete Gründe führte Michaud-Cromp in dem Posting nicht aus, verlinkte allerdings ein Video, das einen Zusammenhang zwischen der Rückkehr ins Büro und absoluter Kontrolle durch den Arbeitgeber herstellt. Darin wird außerdem behauptet, Arbeitgeber würden die Rückkehr zur Präsenzpflicht gerne als verdeckten Grund nutzen, um die Belegschaft zu verkleinern, weil viele Angestellte eine permanente Bürowoche schlicht nicht leisten könnten.

Michaud-Cromp selbst behauptete, diese Kommentare hätten zu seiner Suspendierung geführt. Ubisoft selbst hatte die Vorgänge damals nicht kommentiert.

Kündigung nicht meine Entscheidung

Wie der Entwickler nun selbst auf LinkedIn mitteilte, sei ihm Anfang Februar die Kündigung ausgesprochen worden. Einen Zusammenhang zu seinen vorherigen Kommentaren wollte er nicht herstellen; Medienberichten von Kotaku und Insider Gaming zufolge liegt dieser allerdings nahe. Der Betroffene schreibt lediglich, die Kündigung sei nicht seine Entscheidung gewesen.

Auch Ubisoft selbst möchte keinen konkreten Zusammenhang zu dem LinkedIn-Post herstellen. Ein Firmensprecher teilt jedoch mit:

Das respektvolle Teilen von Feedback oder Meinungen führt nicht zu einer Entlassung. Wir haben einen klaren Verhaltenskodex, der unsere gemeinsamen Erwartungen für eine sichere und respektvolle Zusammenarbeit festlegt und den die Mitarbeiter jedes Jahr lesen und unterschreiben. Bei Verstößen kommen unsere geltenden Verfahren zur Anwendung, einschließlich einer Eskalation der Maßnahmen je nach Art, Schwere und Wiederholung des Verstoßes.

Branchen-Insider Tom Henderson beruft sich jedoch auf Screenshots interner Firmenchats von Ubisoft, in denen Michaud-Cromp die angekündigte Umstrukturierung noch deutlich schärfer kritisiert habe. Dabei sei es unter anderem erneut um Kritik an der Rückkehr ins Büro, die Schließung von Studios und die Ausrichtung der Firma auf Games-as-a-Service (GaaS) gegangen.

Zudem soll der Level Designer die Eignung von Yves Guillemots Sohn als neuen Chef der Vantage Studios infrage gestellt haben. Dieser habe zu wenig Erfahrung. Außerdem soll er gefordert haben, dass mit den Kosteneinsparungen bei Ubisoft im Management, also am oberen Ende der Nahrungskette, angefangen werde, statt immer nur einfache Angestellte rauszuschmeißen.

Angesichts dieser Art von fundamentaler und öffentlicher Kritik an Management und Unternehmensstruktur sei es Ubisoft unmöglich gewesen, ihn weiterhin zu beschäftigen, vermutet Michaud-Cromp gegenüber Insider Gaming. Belege für einen konkreten Zusammenhang gibt es in Ermangelung einer Bestätigung seitens Ubisoft allerdings nicht. Theoretisch könnte es sich also um einen Zufall handeln. Doch das Timing spricht hier nicht unbedingt für Ubisoft.

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