50% aufs erste Jahr – nur für kurze Zeit!

50% aufs erste Jahr – nur für kurze Zeit!

Erdbeben bei Ubisoft: Publisher-Gigant stellt mindestens sechs Spiele ein, schließt mehrere Studios und will sich neu erfinden

Der französische Publisher verkündet in einer Unternehmensnachricht einen gewaltigen Umbruch. Wir fassen die wichtigsten Punkte zusammen.

Das Remake von Prince of Persia: The Sands of Time wird nicht mehr erscheinen. Das Remake von Prince of Persia: The Sands of Time wird nicht mehr erscheinen.

Wir schreiben von einem Erdbeben und nichts Geringeres dürfte die frisch veröffentlichte Pressemitteilung von Ubisoft in der Branche auslösen. Denn der französische Publisher kündigt weitreichende Umstrukturierung samt folgenschwerer Konsequenzen an.

Wir haben uns für euch durch die am Abend des 21. Januar veröffentlichte Unternehmensnachricht gewühlt und die wichtigsten Aussagen aufgearbeitet, damit ihr in wenigen Minuten im Bilde seid. Also, legen wir los!

Spiele werden gestrichen

Kernaussage Nr. 1: Wir werden mehrere Projekte, die sich derzeit in der Entwicklung befinden, einstellen und bestimmten Spielen zusätzliche Zeit einräumen, um eine verbesserte Qualität zu gewährleisten und deren langfristigen Wert zu maximieren.

Ubisoft-CEO Yves Guillemot nennt zunächst keine Namen, doch weiter unten in der Pressemitteilung findet sich dann zumindest ein Titel, der im Zuge der Neuausrichtung des zuletzt krisengebeutelten Konzerns betroffen ist:

Podcast

Absturz von Ubisoft: Aktie im freien Fall, droht die Tencent-Übernahme?

Die Ubisoft-Aktie fällt wie Ezio vom Glockenturm - nur wartet am Ende kein weicher Heuhaufen. Wir diskutieren, woran das liegt, und an welche Bedingungen eine Geldspritze aus China geknüpft wäre.

Mehrere Studios werden geschlossen

Kernaussage Nr. 2: Wir werden auch mehrere Studios schließen und die Umstrukturierungen im gesamten Konzern fortsetzen. Diese Entscheidungen sind zwar schwierig, aber notwendig, damit wir langfristig eine fokussiertere, effizientere und nachhaltigere Organisation aufbauen können.

Nach derzeitigem Kenntnisstand ist noch unklar, welche Studios von Ubisoft dichtgemacht werden. Erst vor wenigen Tagen mussten bereits fast 130 Beschäftigte ihren Hut nehmen. Spätestens jetzt ist klar: Dabei wird es nicht bleiben. Laut Informationen von GamesIndustry.biz trifft es Ubisoft Stockholm, das komplett geschlossen wird.

Ob und wie auch deutsche Studios betroffen sein werden, ist derzeit noch unklar.

Ubisoft wird umgebaut

Kernaussage Nr. 3: Im Zentrum dieser Transformation stehen unsere Creative Houses, integrierte Geschäftseinheiten, die nun Produktion und Veröffentlichung vereinen und somit die Beziehung zu den Spielern vereinheitlichen. Jedes davon ist auf ein klares Genre und eine klare Marke ausgerichtet, trägt die volle Verantwortung und finanzielle Eigenverantwortung und wird von engagierten Führungsteams geleitet.

Heißt im Klartext: Alle unter Ubisoft arbeitenden Studios werden neu strukturiert und in sogenannte Creative Houses sortiert. So sieht das zukünftige Ubisoft aus:

  • Vantage Studios: Die dank Tencent-Milliarden ins Leben gerufene Sparte existiert weiter und wird sich wie vorgesehen um die wirtschaftlichen Speerspitzen Assassin's Creed, Far Cry and Rainbow Six kümmern.
  • Creative House 2: Fokus auf kompetitive (Koop-)Shooter, darunter Marken wie Ghost Recon, Splinter Cell und The Division.
  • Creative House 3: Wird sich um ausgewählte, intensive Live-Erlebnisse kümmern, etwa Brawhalla, For Honor, Riders Republic, Skull and Bones und The Crew.
  • Creative House 4: Widmet sich voll und ganz immersiven Fantasy-Welten und narrativ-getriebenen Universen, worunter laut Ubisoft Anno, Beyond Good and Evil, Might and Magic, Prince of Persia und Rayman fallen.
  • Creative House 5: Konzentriert sich auf familienfreundliche Casual-Games wie Just Dance, UNO, Hungry Shark, Invincible: Guarding The Globe und lizensierte Hasbro-Titel.

So sieht die neue Ubisoft-Struktur rund um die »Creative Houses« als Organigramm aus. So sieht die neue Ubisoft-Struktur rund um die »Creative Houses« als Organigramm aus.

Die Zukunft: Games-as-a-Service und Generative KI

Kernaussage Nr. 4: Die heutige Ankündigung stellt […] eine stärker auf Gamer ausgerichtete Organisation [vor], die sich an kreativen Genres orientiert und auf […] einer größeren Fähigkeit zur schnellen Anpassung an die Erwartungen der Spieler basiert. […]

Das neue Betriebsmodell wird […] sich auf Open-World-Abenteuer und GaaS-native Erlebnisse konzentriert und durch gezielte Investitionen, eine tiefere Spezialisierung und modernste Technologie unterstützt, einschließlich beschleunigter Investitionen in spielerorientierte generative KI.

Die neue Zukunft von Ubisoft stellt also drei wichtige Kernthemen in den Mittelpunkt der zukünftigen Spieleentwicklung:

  • große Open Worlds wie in den jüngsten Teilen der Assassin's-Creed-Reihe
  • Games-as-a-Service-Titel, also kontinuierlich weiterentwickelte Spiele, deren Konzept auf eine langfristige Spielerbindung abzielt. Das wohl erfolgreichste Beispiel aus dem Hause Ubisoft ist Rainbox Six: Siege.
  • den Einsatz von generativer KI

Letzterer Punkt überrascht nicht, schließlich hat Ubisoft erst Ende 2025 seine neue, speziell für Spiele entwickelte KI vorgestellt – mit der wir bereits sprechen konnten, schaut und hört selbst:

Video starten 46:11 Gruselig oder Genial? Wir haben mit Ubisofts Spiele-KI gesprochen | FYNG Talk

Wozu das alles?

In der Pressemitteilung betont Ubisoft vor allem, dass der Konzern durch die gewaltigen Umwälzungen agiler und wettbewerbsfähiger werden soll. Ein weiterer wichtiger Grund verbirgt sich aber sehr weit hinten in dem 7-seitigen PDF: Kosteneinsparungen.

Das bereits im vergangenen Jahr ausgerufene Ziel, 100 Millionen Euro einzusparen, wird durch die neuen Maßnahmen bereits ein Jahr früher als prognostiziert erreicht. Obendrein sollen die nun eingeleiteten Schritte weitere 200 Millionen Euro einsparen.

Die Kehrseite: Zunächst wird Ubisoft für den Konzernumbau und Abfindungen noch einmal tief in die Tasche greifen müssen. Ubisofts Chief Financial Officer Frederick Duguet spricht gegenüber Gamesindustry.biz von einem Verlust von über einer Milliarde Euro für das derzeit laufende Finanzjahr 2026.

Auch Beschäftigte, die von den Studioschließungen nicht betroffen sind, werden Auswirkungen zu spüren bekommen: Ubisoft möchte die Home-Office-Regelung aufweichen und zu einer verpflichtenden 5-Tages-Woche im Büro zurückkehren, wie sie vor Beginn der Corona-Pandemie beim Publisher Standard war.

zu den Kommentaren (193)

Kommentare(192)
Kommentar-Regeln von GameStar
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.