Ja, ich liebe schwere Spiele. Ich habe mich durch Dark Souls, Hades, Cuphead, I Wanna Be The Guy und Darkest Dungeon durchgebissen. Ich weiß, was es heißt zu leiden, wenn man einfach zu wenig Skill für ein Spiel hat und trotzdem bis zum Ende kommen will.
Damit ich dafür aber weiterhin Kraft für derlei Eskapaden habe, brauche ich hin und wieder einen Ausgleich. Als ich mich vor ein paar Jahren durch Sekiro gekämpft habe, stand mir dafür Concrete Genie zur Seite. Da prügelt man sich zwar auch mit allerlei dämonischem Getier, aber das ist im Vergleich zu Soulslikes doch eher eine Schneeballschlacht.
Ähnlich ging es mir, als ich das Action-Adventure Usual June im Rahmen des derzeit laufenden Steam Next Fest ausprobiert habe.
Zur kostenlosen Demo von Usual June auf SteamWas ist Usual June?
Usual June fällt zunächst einmal durch den malerischen Stil auf, was auch einer der Gründe ist, weshalb ich mich zu Concrete Genie zurückerinnert fühle. Es wird nicht nur auf knallbunte Neonfarben gesetzt, sondern auch ein interessanter Animationsstil genutzt, der den Bewegungen der Figuren eine Art Stop-Motion-Look verleiht.
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In Usual June löst ihr mysteriöse Fälle und jagt Bösewichte in der Geisterwelt
Im Spiel übernehme ich die Rolle der titelgebenden Heldin June, die für einen Sommer in die Kleinstadt Fen Harbor reist. Dort tummeln sich statt Touristen allerhand Geistergestalten, die nur sie zu sehen scheint.
In der spielbaren Demo werde ich mitten in die Geschichte geworfen, sodass es etwas schwierig ist, den konkreten Aufhänger für die turbulenten Geschehnisse auszumachen. Fest steht aber, dass June versucht, das Verschwinden eines Jungen namens Teddy aufzuklären, der bei einem zwielichtigen Experiment eines Wissenschaftlers verschwunden ist.
Dafür führt Teddys Geist mich in eine verschwurbelte Parallelwelt, wo ich dem Bösewicht auf der Spur bin.
Ein Hack'n'Slash für den kleinen Action-Hunger
Mir stehen also gleich zwei Welten offen. In der Menschenwelt durchforste ich gemeinsam mit meiner Freundin verschiedene Orte von Far Harbor, um Hinweise zu diesem mysteriösen Fall zu finden.
Dabei stoßen wir hin und wieder auf Hindernisse, wie den Straftatbestand des Hausfriedensbruchs, aber das hat uns noch nie aufgehalten. Ein paar gelöste Rätsel später verschaffen wir uns Zugang zu allen wichtigen Orten, die wir erreichen müssen.
So stoßen wir im verlassenen Observatorium der Stadt auf eine merkwürdige Maschine, die mein Geisterfreund zum Laufen bringt und uns in die Paralleldimension verfrachtet. Dort angekommen heißt man mich nicht gerade willkommen und ich greife zum Schraubenschlüssel, um mich zu verteidigen.
In typischer Hack'n'Slash-Manier verdresche ich die verschiedenen insektenartigen Gegner, bewerfe sie mit explodierendem Konfetti oder platzieren Astralwände, um mich vor ihrer Giftspucke zu schützen. Kurzweilig und spaßig!
In den Kämpfen stehen mir zudem verschiedene Verbrauchsgegenstände zur Verfügung. In den meisten Fällen geht dabei irgendeine Art Projektil in die Luft und das Spiel ist nicht gerade knauserig mit Nachschub, also kann ich ruhig die Fetzen fliegen lassen. Das ist allerdings nicht unbedingt notwendig - ich kann die Gegner auch mit einer Mischung aus Ausweichen und Draufhauen einfach platt machen.
Und? Hat das Potenzial?
Es handelt sich bei der spielbaren Demo um einen sehr frühen Prototyp, deshalb kann ich mir natürlich noch kein abschließendes Urteil erlauben. Stilistisch bin ich auf jeden Fall ein Fan. Ich mag Optik und Stimmung von Usual June und kann auch dem unbeschwerten, humorvollen Umgang mit dem Tod und weiteren Mysterien einiges abgewinnen.
Gewöhnungsbedürftig ist für mich hingegen die seltsame Sprachausgabe
. Eingesprochen hat hier niemand etwas, sondern uns wird eine roboterartige Fantasiesprache ins Ohr gesäuselt. Da passt nicht so ganz zum sonst sehr runden Stil.
Das Leveldesign wirkt darüber hinaus noch sehr eindimensional und linear, es gibt weder in der Menschen- noch in der Geisterwelt wirklich Raum für Erkundungen und Rätsel wurden bisher auch nur angedeutet. Da bleibt mir nichts anderes übrig, als auf die Vollversion zu warten.
Die Kämpfe finden in kleinen, abgegrenzten Arenen statt und sind meist von kurzer Dauer. Sie bieten zwar nichts weltbewegend Innovatives, machen aber dennoch Spaß, besonders wenn man den Stil und das Sounddesign mag. Einen Punktabzug gibt es allerdings für das antiklimaktische Ende der Testversion, denn die endet augenscheinlich direkt vor einem Bosskampf. Mhpf!
Ja, Usual June hat durchaus Potenzial. Das klingt erstmal toll, bedeutet aber auch, dass es noch eine Menge Luft nach oben gibt. Während die Demo sich vor allem auf die Lakaien-Kämpfe in der Geisterwelt fokussiert, bleibt offen, was das restliche Gameplay und die Story angeht.
Was bieten die Bosskämpfe? Gibt es noch mehr Abwechslung für die Kämpfe? Wie clever sind die Rätsel? Ist die Geschichte mitreißend? Und wer zur Hölle ist dieser Teddy denn jetzt eigentlich?
Wenn ihr wollt, könnt ihr ja einfach mal selbst in die Gratis-Demo reinschauen. Bis zum 21. Oktober habt ihr noch Zeit, dann endet das Steam Next Fest nämlich.
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