John Wick, Mad Max: Fury Road, The Punisher - ein paar meiner liebsten Action-Filme laufen gerade bei Netflix! Doch wenn ich ehrlich bin, habe ich die fast schon zum Erbrechen oft gesehen. Nicht, dass sie mir langweilig werden würden, aber als Filmfan schadet es definitiv nicht, immer wieder mal über meinen eigenen Tellerrand zu linsen.
Und so bin ich beim Stöbern durch die Netflix-Bibliothek auf Verirrte Kugel gestoßen: eine 2020 gestartete Filmreihe aus Frankreich, deren deutscher Titel schon irgendwie komisch klingt. Lasst euch davon aber nicht abschrecken, denn Verirrte Kugel hat echt was unter der Haube!
Wenn sich die französische Polizei für Straßenkrieg rüstet
Um was geht es in Verirrte Kugel? Lino (Alban Noir) ist ein begnadeter Mechaniker und Fluchtwagenfahrer. Um seinem Bruder Quentin (Rod Paradot) aus der Patsche zu helfen, lässt er sich auf einen eigentlich simplen Raubüberfall ein, der aber ordentlich in die Hose geht.
Lino wird verhaftet, bekommt aber von der Polizei ein Angebot unterbreitet, das er nicht ablehnen kann. Weil Frankreichs alternde Polizeiautos mit den BMWs und Audis von Verbrechern nicht mithalten können, soll Lino als Schrauber eine ganze Spezialeinheit ausrüsten.
Allerdings befinden sich unter den Polizisten gleich mehrere schwarze Schafe, die Lino einen Mord anhängen. Um seinen Namen reinzuwaschen und seinen Widersacher Areski (Nicolas Duvauchelle) zur Strecke zu bringen, ist Lino nahezu jedes Mittel recht.
Den Trailer zu Teil 1 gibt es zwar nur auf Französisch mit englischen Untertiteln, aber keine Sorge, auf Netflix kommen alle drei Filme mit einer deutschen Vertonung daher:
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Verirrte Kugel - offizieller Trailer zum Netflix-Actionfilm aus Frankreich
Mad Max 1 trifft auf Prügeleien à la David Leitch
Was macht Verirrte Kugel so gut? Linos persönlicher Rachefeldzug ist kurzweilig und konzentriert sich auf das Wesentliche. Mit etwas mehr als 90 Minuten pro Film verschwendet kein Teil der Reihe unnötig Zeit: Entweder werden sinnvoll Story und Charakterentwicklung vorangetrieben oder es gibt hart auf die Backen - häufig sogar beides.
Tatsächlich wird in Verirrte Kugel 1 mehr geprügelt als Auto gefahren. Das macht aber nichts, denn die Schlägereien der französischen Produktion sind so brachial inszeniert, dass Fans von John Wick, Tyler Rake: Extraction oder Bullet Train definitiv auf ihre Kosten kommen.
Gefühlt hatten die Macher von Verirrte Kugel in Teil 2 dann mehr Budget und Kapazitäten, um in Bezug auf die rasante Auto-Action aufzuholen. Wer Mad Max liebt, dürfte sich wohlig an George Millers allerersten Film von 1979 erinnert fühlen.
Dass eine Spezialeinheit der Polizei mit aufgemotzten Rennboliden Jagd auf Verbrecher macht, erinnert von der Idee und Inszenierung her schon stark an die MFP, zu der einst Max Rockatansky zählte. Gleichzeitig kommt Regisseur Guillaume Pierret aber mit genügend eigenen Kniffen und Ideen daher, sodass Verirrte Kugel nicht wie eine müde Kopie, sondern viel eher wie eine liebevolle und kompetente Hommage wirkt.
Verirrte Kugel kann außerdem bei der Story punkten, beziehungsweise bei dem Umstand, wie viel Zeit und Aufmerksamkeit von Linos Fehde mit Areski gewidmet wird. Der Konflikt wird nicht gleich im ersten Teil aufgelöst, sondern erstreckt sich stattdessen über die gesamte Trilogie. Dadurch fühlt sich Verirrte Kugel als aufwendiger Dreiteiler intensiver und fast schon ein kleines bisschen episch an.
Alle drei Filme von Verirrte Kugel könnt ihr aktuell bei Netflix streamen. Tatsächlich ist Teil 3 am 7. Mai 2025 und damit gerade erst erschienen. Einen besseren Zeitpunkt um eine - meiner Meinung nach - sträflich unterschätzte Actionreihe von unseren französischen Nachbarn nachzuholen, gibt es damit eigentlich nicht.
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