Virtuelle Formel 1 mit echten Profi-Fahrern endet in Massenkarambolage

Die Formel 1 pausiert aufgrund des Coronavirus aktuell: Als Ersatz wurde gestern ein virtuelles Rennen ausgetragen, welches chaotischer nicht hätte sein können.

von Dennis Zirkler,
23.03.2020 19:00 Uhr

Als Ersatz zur echten Formel 1 treten einige Renn-Profis nun in F1 2019 gegeneinander an. Als Ersatz zur echten Formel 1 treten einige Renn-Profis nun in F1 2019 gegeneinander an.

Das Coronavirus macht auch vor der Formel 1 nicht halt: Genau so, wie etwa auch die Bundesliga, wird die aktuelle Saison momentan pausiert und die Fahrer müssen ihre Zeit nun anderweitig verbringen.

Nachdem bereits das traditionsreiche Derby FC Sevilla gegen Betis Sevilla der spanischen Fußballliga von Spielern des Vereins in Fifa 20 bestritten wurde und für über 60.000 Zuschauer auf Twitch sorgte, hat nun auch die Formel 1 nachgezogen: Profi-Fahrer trugen am Sonntag, dem 22. März 2020, den virtuellen Großen Preis von Bahrain in F1 2019 aus. Das vollständige Rennen seht ihr im YouTube-Video:

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Massenkarambolage & Bot wird zum Fan-Liebling

Ursprünglich war geplant, dass zuerst die Startpositionen des Rennens im Qualifying ermittelt werden und anschließend ein Rennen über 28 Runden - also der halben Rundenanzahl eines realen Rennens - stattfinden sollte.

Während das Qualifying noch relativ problemlos ablief - lediglich Lando Norris verpasste dieses aufgrund technischer Probleme - zeigte sich beim eigentlichen Rennen, dass die virtuelle Formel 1 nicht wirklich mit dem realen Pendant zu vergleichen ist.

Schon zum Rennstart gab es eine große Massenkarambolage, die ausgerechnet vom deutschen Vertreter Nico Hülkenberg ausgelöst wurde. Während so ein Crash normalerweise das vorzeitige Ende für die Beteiligten bedeutet, konnten sie im Spiel nach einem kurzen Kontakt mit der Wand unbeschadet weiterfahren.

Weitere kuriose Vorkommnisse während des Rennens:

  • Sänger Liam Payne wusste nicht, dass Formel-1-Wagen mehr als sechs Gänge haben, war dementsprechend langsam unterwegs und wurde Letzter.
  • Während des Rennens gab es immer wieder zahlreiche Unfälle, da vor allem die Amateure relativ rücksichtslos fuhren.
  • Das Rennen musste auf 14 statt 28 Runden gekürzt werden und dauerte letztlich nur rund 20 Minuten.
  • Lando Norris hatte Verbindungsprobleme und verpasste das Qualifying und die ersten zehn Runden des Rennens. Die KI übernahm für Lando, kämpfte sich vom letzten auf den sechsten Platz vor und wurde von den Zuschauern liebevoll LandoBot getauft.

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Gewinnen konnte der chinesische Formel-2-Fahrer Guanyu Zhou (Renault), hinter ihm landeten mit Stoffel Vandoorne und Philipp Eng zwei weitere Renn-Profis.

Neben den Formel-1-Profis Lando Norris (McLaren-Mercedes) und Nicholas Latifi (Williams) nahmen unter Anderem der deutsche Ex-Formel-1-Fahrer Nico Hülkenberg sowie der österreichische Rennfahrer Philipp Eng teil. Auch andere Prominente wie Sänger Liam Payne, der ehemalige Profi-Golfer Ian Poulter und der sechsfache Bahnrad-Olympiasieger Chris Hoy waren Teil des Fahreraufgebots.

Das erste Rennen der virtuellen Formel 1 war zumindest bei den Zuschauern ein großer Erfolg: Bis zu 300.000 Menschen sahen den Stream gleichzeitig auf YouTube und Norris' Twitch-Kanal; das YouTube-Video hat nach nicht einmal 24 Stunden schon über 3.500.000 Aufrufe erzielt.

In den kommenden Wochen sollen weitere Rennen folgen, als nächstes steht der Große Preis von Vietnam im Rennkalender.

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