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Seite 3: Pimax 5K+ und Pimax 8K - NextGen-VR mit extrem großem Sichtfeld

Auflösung und Pixelgitter

Die bereits verfügbaren VR-Headsets wie Oculus Rift, HTC Vive sowie die Windows Mixed Reality Headsets nutzen Displays mit Auflösungen von 2160x1200 Pixel (WMR: 2880x1440 Pixel), Vive Pro und die in Deutschland nicht erhältliche Samsung Odyssey kommen auf 2.880x1600 Pixel. Pimax suggeriert mit der Pimax 8K eine Steigerung auf eine 8K-Auflösung, was allerdings nicht ganz korrekt ist - zwar kommen zwei Displays mit jeweils 3840x2160 Bildpunkten, insgesamt also 7680x2160 Pixel zum Einsatz.

Allerdings steuert die VR-Brille die Displays nicht mit der nativen Auflösung an, sondern mit lediglich 5120x1440 Pixel. Angesichts der für die native Auflösung nötigen GPU-Rechenleistung sicherlich keine schlechte Entscheidung, zudem hatten Kickstarter-Unterstützer zusätzlich die Wahl einer Pimax 8Kx, die tatsächlich die volle Auflösung nutzen kann.

Beim Digital Combat Simulator (DCS) fallen die Unterschiede im Pixelraster von Pimax 5K+ und Pimax 8K besonders stark auf. (Bild: SweViver) Beim Digital Combat Simulator (DCS) fallen die Unterschiede im Pixelraster von Pimax 5K+ und Pimax 8K besonders stark auf. (Bild: SweViver)

Die Pimax 8K nutzt einen internen Upscaler, vergleichbar mit einem UHD-Fernseher, der mit Full HD-Signalen beliefert wird und diese auf 4K hochrechnet. Die vom PC geforderte Rechenleistung unterscheidet sich bei der Pimax 8K also nicht von der, die die Pimax 5K+ benötigt.

Bis auf einen Punkt: Die Pimax 5K+ steuert ihre Displays mit 91 Hertz an, die Pimax 8K aus technischen Gründen nur mit 80 Hertz, das auf dem Papier kleinere Modell benötigt ohne den Einsatz von Supersampling also sogar etwas mehr Leistung, wenn die fps mit der Wiederholrate übereinstimmen sollen.

Höhere Auflösungen gelten als Lösung für das bei aktuellen VR-Brillen teils noch deutlich sichtbare Pixelgitter. Dieser Screendooreffekt (SDE) entsteht durch die Abstände zwischen den einzelnen Bildpunkten, die als schwarze Gitter durch die Nähe des Auges zum Display sichtbar sind. Wer mit dem Gesicht sehr nah an einen Monitor herangeht, kann dieses Gitter ebenfalls wahrnehmen, bei VR wird es durch die Linsen vor den Displays verstärkt.

Die Pimax 8K hätte durch die höhere Display-Auflösung tatsächlich die Chance, den Screendooreffekt zu minimieren. Im direkten Vergleich zur Pimax 5K+ mit geringerer Auflösung, die aber nativ angesteuert wird, ist allerdings kein wirklich großer Unterschied beim SDE wahrzunehmen. Das liegt auch daran, dass Pimax bei der 5K+-Brille Displays mit einer anderen Pixelanordnung einsetzt.

Auch wenn es auf durch die Linsen fotografierten Bildern nur schwer zu erkennen ist: Der Fliegengittereffekt ist bei der Pimax 8K weniger stark sichtbar als bei der HTC Vive Pro. Auch wenn es auf durch die Linsen fotografierten Bildern nur schwer zu erkennen ist: Der Fliegengittereffekt ist bei der Pimax 8K weniger stark sichtbar als bei der HTC Vive Pro.

Bislang nutzen die meisten VR-Headsets eine sogenannte Pentile- oder auch Diamond-Matrix mit leicht diagonal angeordneten Bildpunkten. Die 5K+ hingegen setzt auf horizontal angeordnete Bildpunkte mit einer RGB-Stripe-Matrix. Das sorgt vor allem bei Texten und Anzeigen beispielsweise von Cockpit-Instrumenten für eine deutlich bessere Lesbarkeit und verbessert den Bildeindruck generell, auch ohne eine noch höhere Auflösung zu benötigen.

So ist bei der Pimax 5K+ zwar ein minimal größerer Screendooreffekt zu sehen (zumindest wenn man sich in Standbildern darauf konzentriert), der aber durch die geänderte Pixelanordnung weniger stark stört. RGB-Stripe ist VR-Spielern unter anderem von Playstation VR und der Oculus Go bekannt.

Field of View - der VR Gamechanger

Während sich die meisten Nutzer auf einen deutlich geringeren Fliegengittereffekt freuen, gibt es bei den Pimax-Brillen jedoch einen beim Spielen viel wichtigeren Pluspunkt: Das Field of View (FOV) steigt von 110 Grad (diagonal gemessen) auf 200 Grad diagonal. Horizontal gemessen stehen sich hier ca. 95 Grad bei Vive, Rift und WMR gut 160 Grad bei Pimax 5K+ und 8K gegenüber.

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Das Sichtfeld schafft den Eindruck, bei aktuellen VR-Brillen durch ein Fernglas oder eine Taucherbrille zu schauen, da das natürliche Sichtfeld des menschlichen Auges bei etwa 220 Grad liegt. Schwarze Ränder rund um das eigentliche VR-Bild sind die Folge.

Dieser Taucherbrilleneffekt fehlt bei den Pimax-Brillen fast vollständig. Allerdings muss man den Unterschied tatsächlich selbst gesehen haben um ihn würdigen zu können – Bilder können nur einen schwachen Eindruck davon vermitteln. Nach der Nutzung einer VR-Brille mit größerem FOV fällt es aber tatsächlich sehr schwer, freiwillig wieder auf das kleinere Sichtfeld der aktuellen VR-Generation zurück zu wechseln.

Vor allem an den Seiten des VR-Bildes sind mit gestiegenem FOV deutlich mehr Bildinhalte sichtbar – wie bei etwa einem Monitor im 21:9-Format, allerdings in einem viel stärkerem Ausmaß. Ein Spaziergang durch die Fantasy-Länder von Skyrim VR beispielsweise wirkt nun endlich fast real, von der nicht fotorealistischen Grafik einmal abgesehen.

Tatsächlich hat mich beim Testen der Pimax-Brillen vor allem das vergrößerte Sichtfeld nachhaltig beeindruckt - die Debatte um potenzielle Fliegengitter rückt angesichts dieses Ausmaßes an Immersion stark in den Hintergrund.

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