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Seite 5: Pimax 5K+ und Pimax 8K - NextGen-VR mit extrem großem Sichtfeld

Zweite Generation VR?

Wie definiert sich eine neue Hardware-Generation? Und wie definiert sich eine neue Generation in der Nische der VR-Headsets? Hier gibt es viele unterschiedliche Meinungen - allerdings ist ein größeres Sichtfeld sogar bei Oculus ein definitives Merkmal, auf der Oculus Connect 5 bezeichnete Oculus die für das Frühjahr 2019 angekündigte autarke VR-Brille Oculus Quest als letztes Gerät der aktuellen Generation, während die wohl frühestens 2020 oder 2021 erscheinende Oculus Rift 2 bereits der nächsten Generation angehören soll. Unter anderem aufgrund des vergrößerten Sichtfeldes von 140 Grad.

Pimax bietet ein noch größeres Field of View, allerdings sind auch die 140 Grad, die am ehesten dem mittleren FOV der Pimax-HMDs (Head Mounted Display) entsprechen dürften, bereits ein fast perfekter Sweetspot. Daher ist es wohl legitim, ein FOV von mindestens 140 Grad als unverzichtbares Merkmal der zweiten VR-Generation anzunehmen. Hier punktet Pimax als erster Hersteller mit entsprechender Hardware auf dem Markt. Allerdings mit Problemen wie den bereits angesprochenen Verzerrungen und enormen GPU-Anforderungen.

Ein Wireless-Modul soll laut Pimax später angeboten werden, die Entwicklung läuft bereits, sogar ein Geruchsmodul will der Hersteller anbieten. Auch Eye-Tracking ist bei Pimax in der Entwicklung und könnte in Zukunft mit dem sogenannten Foveated Rendering genutzt werden, um die Hardware-Anforderungen massiv zu senken.

Spannend wird es in Verbindung mit der kommenden Pimax 8Kx, die tatsächlich mit der vollen 2x4K-Display-Auflösung angesprochen wird und aktuell jede verfügbar Grafikkarte überfordern dürfte.

Eigene Erfahrung mit Pimax-VR

Bei Sebastian Ang, Betreiber der MRTV-Youtubekanäle, konnten wir selbst Hand an die Pimax-Hardware legen. Angeschlossen war die VR-Hardware an einen aktuellen High-End-PC mit Intel Core i7 8700K und GTX 1080 Ti. Das zuvor von Ang eingesetzte Notebook mit GTX 1070 erwies sich als zu langsam für den Hardwarehunger der Pimax-Brillen.

Für mich als VR-Enthusiast der ersten Stunde, Gründer der VR-Webseite VR-Legion.de und täglichem Nutzer von Oculus Rift und HTC Vive war der Erstkontakt mit den Pimax-HMDs beeindruckend: Die VR-Brillen entfernen die Taucherbrille und ermöglichen ein deutlich natürlicheres Sichtfeld. Der Effekt geht weit über den eines Ultrawide-Monitors hinaus, es ist als öffne sich das Visier eines Ritterhelmes.

Bei Skyrim VR war der Effekt besonders beeindruckend: Das Herumstreifen in finsteren Dungeons und belebten Fantasy-Städten wirkt alleine durch das größere Sichtfeld um einiges immersiver. Zudem lassen sich beispielsweise Feinde schneller wahrnehmen, da das erweiterte Sichtfeld natürlich auch mehr Überblick verschafft.

Das folgende Video zeigt einen Teil meiner eigenen ersten Eindrücke, ungefiltert aufgenommen:

Über ein Fliegengitter habe ich mir während des Spielens allerdings absolut keine Gedanken gemacht - das Bild war sowohl mit der Pimax 5K+ als auch mit der 8K knackig und scharf. Nur wenn ich mich beim Stillstehen auf einzelne Bildinhalte konzentriert und wirklich aktiv nach einem Pixelgitter gesucht habe, war es schwach wahrzunehmen. Bei der 5K+ fand ich es allerdings weniger auffällig als bei der 8K - hier gibt es aber unterschiedliche Aussagen je nach Betrachter.

Generell haben mich bei der Pimax-Hardware nicht nur die offensichtlichen Vorteile wie das große FOV beeindruckt, sondern vor allem auch die Punkte, auf die ich bewusst gar nicht geachtet habe: Der hervorragende Sweetspot beispielsweise, die fast vollständige Abwesenheit von Godrays und Fresnel-Effekten. Und auch der selbst mit dem recht simplen beiliegenden Kopfgurt gute Tragekomfort aufgrund des niedrigen Gewichts.

Fliegengitter ist kein großes Thema mehr, in meinen Augen lohnen sich die Diskussionen, welche der Pimax-Brillen den geringeren SDE bietet, kaum - beide agieren auf einem sehr hohen Niveau, vor allem in bewegten Szenen ist ein SDE sowieso nur schwer zu erkennen. Auf durch die Linsen fotografierten Nahaufnahmen liegt die Pimax 5K+ allerdings vorne. Nur: die meisten VR-Nutzer dürften recht selten auf starre Bildinhalte schauen, am ehesten lohnt sich die Diskussion daher für begeisterte Sim-Racer, die ihre Cockpit-Instrumente im Blick haben müssen.

Das auf Leap Motion basierende Handtrackingmodul wird Pimax später auf den Markt bringen – es funktioniert aber jetzt schon sehr gut. Das auf Leap Motion basierende Handtrackingmodul wird Pimax später auf den Markt bringen – es funktioniert aber jetzt schon sehr gut.

Die Befürchtung, das große Sichtfeld würde sich als »Wow-Effekt« schnell abnutzen halte ich für unbegründet. Im Gegenteil - auch mehr als eine Woche nach dem Termin bei MRTV starre ich wehmütig auf die schwarzen Ränder meiner VR-Brillen und vermisse das Sichtfeld der Pimax.

Sebastian Ang sagt dazu:

"Das große FOV fällt einem nach kurzer Zeit kaum mehr auf, genauso wie man sich schnell an die Auflösung eines neuen 4K-Fernsehers gewöhnt hat. Dann aber wieder durch die Brillen der ersten Generation zu schauen, ist fast unmöglich, und man fragt sich, wie man das jemals gut finden konnte. Pimax muss aber weiterhin stark daran arbeiten, das PiTool zu verbessern und vor allem die Verzerrungen zu verringern. Ansonsten kam zumindest mir die Pimax-Hardware tatsächlich wie eine lang ersehnte zweite VR-Generation vor - auch ohne die frühestens 2019 erscheinenden Erweiterungen wie den besseren Kopfgurt und ein Wireless-System oder gar das Geruchsmodul."

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