PRIDE Month: Was unserer queeren Community beim Spielen wichtig ist

Wir haben den PRIDE Month zum Anlass genommen, derunserer queeren Community die Frage zu stellen, was sie am liebsten spielt und warum. Hier sind eure Antworten.

Wir haben queere Personen gefragt, was ihnen beim Spielen wichtig ist. Wir haben queere Personen gefragt, was ihnen beim Spielen wichtig ist.

Der PRIDE Month soll der LGBTQAI+ Community Sichtbarkeit verschaffen. Indem wir auf GameStar.de die Regenbogenflagge hissen, zeigen wir uns nicht nur solidarisch und als Teil der PRIDE-Bewegung, sondern sagen noch einmal ganz deutlich, dass Werte wie Toleranz, Akzeptanz und Inklusion für uns nicht zur Diskussion stehen

Zum einen, weil wir das für selbstverständlich halten. Zum anderen aber auch, weil queere Personen ein ebenso wichtiger und geschätzter Teil unserer Community sind wie alle anderen Menschen – unabhängig von Nationalität oder geschlechtlicher Identität.

Hallo, schön, dass ihr da seid! Anlässlich des PRIDE Months wollten wir ganz speziell von euch wissen, was euch beim Spielen wichtig ist. Wann mögt ihr an einem Spiel besonders? Worauf achtet ihr? Was fällt euch besonders auf? Das sind eure Antworten, die ihr uns auf Facebook, X und Instagram gegeben habt.  

Diversität bei der Charaktererstellung

Wenn man sich am Anfang eines Spiels einen eigenen Charakter erstellt, möchte man, in den meisten Fällen, dass dieser einem selbst auch ähnelt. So ist die Spielerfahrung persönlicher. Bei der Erstellung des Charakters sollte es also so viele Auswahlmöglichkeiten wie möglich geben, damit die Diversität in der Gesellschaft auch in Videospielen widergespiegelt werden kann. bastiankerks sagt dazu:

Gerade bei der Charaktererstellung wäre [es] schön, wenn man alle Individualisierung geschlechtsunspezifisch [macht] oder diese komplett entfernt. Jeder Charakter sollte jede Frisur, Make Up oder sonstige visuelle Anpassungen bekommen können.

Triumph und Untergang der Rollenspiele: Charakter-Editoren Video starten 1:09:03 Triumph und Untergang der Rollenspiele: Charakter-Editoren

Queerness in Storys

Auch wenn euch eine Repräsentation der verschiedenen Sexualitäten und Geschlechter wichtig ist, so sollte die Geschichte unserer Umfrage zufolge nicht darunter leiden. Queere Themen sollten nicht in den Vordergrund gedrängt werden, außer sie sind ein zentraler Bestandteil der Geschichte. Aber selbst dann ist euch wichtig, dass sich das Thema nicht aufgesetzt anfühlt … diebumblebea meint dazu:

Horizon hat mich sehr begeistert, aber auch die Life-is-Strange-Reihe war super schön. Generell finde ich unterschiedliche Sexualitäten eher unterrepräsentiert, aber ich finde es gut, dass es eben nicht in den Vordergrund gedrängt wird (zwanghaft), weil die Story an erster Stelle stehen sollte. Trotzdem wäre eine pansexuelle Hauptfigur schön.

… und auch coasterfreakde meint etwas Ähnliches dazu: Mir gefällt Minecraft und nahezu alle Survival Games, die nicht auf PvP aus sind. Storytiefe, Charaktertiefe und/oder einfach nur ‘ne tolle Sandbox. Sexualität und Identitäten der Charaktere sind mir völlig egal. Wenn es reinpasst, gerne, aber wenn nicht, dann halt nicht. Es sollte nur nicht gezwungen wirken.

Unpacking als queeres Glück

Unpacking: Auspacksimulator zeigt beeindruckendes Audiodesign im Trailer Video starten 1:26 Unpacking: Auspacksimulator zeigt beeindruckendes Audiodesign im Trailer

Nele hat das Spiel Unpacking besonders … sorry … gepackt. Sie meint: Unpacking! 

Man begleitet eine junge Frau durch ihr Leben und ihre Umzüge. Das Gameplay besteht daraus, dass man ihre Kartons auspackt. Irgendwann zieht man in eine Wohnung mit einer anderen Person und es sind nur Frauensachen, aber mit nur einem Schlafzimmer! Und dann zieht man in ein gemeinsames Haus mit einem Kinderzimmer. Ich habe vor Glück geweint, als ich das gesehen habe. 

Und auch bei der The Legend of Zelda-Reihe sieht sie ein Vorbild in Sachen Umgang mit anderen Menschen:

Ansonsten fällt mir noch The Legend of Zelda ein, weil die in der Welt sehr viele verschiedene Ethnien haben, die sich alle optisch wirklich sehr unterscheiden und die leben trotzdem alle zusammen in einer Welt und finden sich nicht gegenseitig doof und akzeptieren sich so wie sie sind.

Fortschritt durch Repräsentation

Nur wenn queere Inhalte genauso in den Medien vertreten sind wie heteronormative Inhalte, wird ein Umfeld geschaffen, in dem sich alle Menschen wohlfühlen. Auch Menschen, die vorher noch keine Berührungspunkte mit Queerness hatten, können sich so ein Bild von Dingen außerhalb ihres Kosmos machen. Besonders für jüngere Menschen, die sich nicht in den heteronormativen Sexualitäten oder Identitäten wiederfinden, sind queere Vorbilder eine gute Möglichkeit, sich selbst zu finden. Magnus von Keil schreibt dazu:

Meine sexuelle Orientierung spielt für mich persönlich beim Spielen eine sehr untergeordnete bzw. überhaupt keine Rolle. Eine Geschichte muss glaubhaft und spannend erzählt werden, das ist für mich immer die Hauptsache. Dennoch halte ich es generell für eine gute Sache, wenn auch queere Inhalte abgebildet werden - am besten natürlich, ohne dabei forciert oder erzwungen zu wirken.

The Last of Us 2 hat das meiner Meinung nach toll hinbekommen (auch in Bezug auf weibliche Perspektiven). Gerade für jüngere Spieler*innen, die in ihrer sexuellen Identität noch nicht so gefestigt sind, kann ein selbstverständlicher medialer Umgang mit Queerness und das Schaffen von Identifikationspunkten eine große Hilfe sein.

17 Spiele mit LGBTQIA+-Repräsentation Video starten 15:10 17 Spiele mit LGBTQIA+-Repräsentation

Mehr schwule Männer!

Bei der queeren Repräsentation in Videospielen gab es in den letzten Jahren gleich mehrere prominente Beispiele. Etwa die lesbische Ellie in The Last of Us oder auch Aloy in Horizon Forbidden West, die sich zu ihrem eigenen Geschlecht hingezogen fühlt. Schwule Liebesgeschichten sind dagegen zumindest bei großen Mainstream-Produktionen noch absolute Ausnahmen! Das nimmt auch nichoo_bk wahr:

Ich mag besonders gerne Open World Spiele wie The Legend of Zelda: Breath of the Wild oder Tears of the Kingdom und Horizon Forbidden West. Eine gute Story muss es haben. Und wenn noch ein paar hübsche Kerle dabei sind, umso besser. Ein paar mehr schwule Lovestorys in Games wäre echt schön, bisher gibt es die (wenn überhaupt) nur als lesbische Beziehungen (wie z.Bsp. Aloy). Warum nicht auch mal zwischen zwei Männern?

Weitere Empfehlungen aus der queeren Community

Am Ende des Tages möchte der queere Teil unserer Community genau das gleiche wie alle anderen: Sich mit den Charakteren identifizieren können und einfach nur Spaß mit einem guten Spiel haben.  

Dennish: Ich zocke am liebsten Open World Titel wie AC, Horizon etc. Aber auch Shooter wie Destiny. Mir geht’s um ein gutes Gameplay und tolle Geschichten. Ich freue mich immer, wenn es wie zum Beispiel bei The Last of Us auch queere Charaktere gibt.

Marylin Marx: Am liebsten spiele ich JRPGs wie Persona und Final Fantasy, spannende Story-Spiele wie Alan Wake 2 und Dating-Sims wie Monster Prom oder Mystic Messenger. Dabei ist mir vor allem wichtig, dass die Story als auch die Charaktere gut ausgearbeitet sind. Am besten finde ich es, wenn sie eine nachvollziehbare und tiefgreifende Entwicklung durchmachen und ich mit ihnen mitfühlen kann. Im Falle von Dating-Sims reicht mir aber auch eine mitreißende Backstory und viele Facetten, welche die einzelnen Charaktere definieren und voneinander unterscheiden.

Frederic Schneider: Ich zocke am liebsten RPGs (am liebsten die Dragon-Age- und Elder-Scrolls -Spiele), Sims und Anno. Bei RPGs ist mir Repräsentation wichtig, sowie, dass meine selbst erstellten männlichen Charaktere andere Männer daten können.

blackxrubin: Ich bin queer (bi), aber mich interessiert eigentlich das Thema in den meisten Spielen gar nicht. Klar freue ich mich, wenn man die Auswahl hat, aber ich gebe dem Spiel keine Minuspunkte, wenn ich keine Optionen habe. Was ich zocke: derzeit Cyberpunk 2077. Sonst zocke ich quer durch die Bank, von Indies, Racing, Open World, Ego Shooter. Was Spaß macht, wird gezockt.

KitePnP: Als Transfrau freue ich mich natürlich immer über Transmenschen in Videospielen. Genauso aber auch wenn andere Spektren des LGBTQAI+-Kosmos abgedeckt werden. Positiv sind zum Beispiel das neue Paper Mario oder aber auch Hogwarts Legacy.

Gaming ist bunt!

Vielen Dank an unsere queere Community für die Einblicke, was ihr gern spielt und was euch dabei wichtig ist.