We Are Football: Wie drei Fans ein besseres Handbuch schrieben als die Erfinder

Um den neuen Fußballmanager von Gerald Köhler zu verstehen, haben Fans Tipps gesammelt. In vier Tagen entstand daraus ein 47-seitiges Handbuch.

von Peter Bathge,
21.07.2021 17:00 Uhr

Wer im neuen Fußballmanager von Gerald Köhler den Durchblick behalten will, braucht Hilfe. Das inoffizielle Handbuch zu We Are Football gibt Tipps, die sich Fans vom Spiel gewünscht hätten. Wer im neuen Fußballmanager von Gerald Köhler den Durchblick behalten will, braucht Hilfe. Das inoffizielle Handbuch zu We Are Football gibt Tipps, die sich Fans vom Spiel gewünscht hätten.

Taktik, Transfers, Team-Chemie - PC-Spielern, die in We Are Football ihren Lieblingsverein in die Champions League führen wollten, geht's aktuell ähnlich wie echten Fußballtrainern: Sie brauchen eine Menge Fachwissen, um erfolgreich zu sein. Das liegt teils in der Natur der Sache, denn (Wirtschafts-)Simulationen sind nunmal komplex, teils sind aber auch die Entwickler schuld.

Denn das Team um Anstoss-Entwicklerlegende Gerald Köhler hat bei seinem jüngsten Projekt nicht in allen Belangen für absolute Transparenz gesorgt. Einige Mechaniken sind undurchsichtig, bei anderen fehlen Informationen im Interface und vieles davon sollen zukünftige Patches für We Are Football verbessern.

Aber bis dahin müssen sich die Fans selbst helfen - so wie Mike, Simon und Sören. Die Drei waren frustiert über die fehlende Dokumentation zum Release des Fußballmanagers und entschieden sich kurzerhand dazu, es besser zu machen als Entwickler Winning Streak Games. Ihr inoffizielles Handbuch zählt mittlerweile fast 50 Seiten - und hat den Support der Macher.

Wir wollten für GameStar Plus wissen: Wie entsteht so ein Projekt? Und was halten die Hardcore-Fans von We Are Football? Dafür sprachen wir mit zwei der drei Autoren, die inzwischen sogar offizielle Unterstützung von Gerald Köhler bekommen haben. Ach ja: Wenn ihr auf der Suche nach Hilfe seid, schaut euch doch mal unsere Tipps zu We Are Football an.

Unsere Gesprächspartner

Mike, Username ekim1991, ist 29 Jahre alt und im Beruf Teamleiter bei der Telekom. Er startete das Handbuch-Projekt im Discord-Channel zu We Are Football. Zusammen mit den Zufallsbekanntschaften Simon (Bishopsuey) und Sönke (SUS) machte er sich daran, eine zentrale Anlaufstelle für Fragen zum neuen deutschen Fußballmanager zu erstellen. Inzwischen hat das Dokument mehrere tausend Aufrufe gesammelt und bekam sogar den Segen von Publisher THQ Nordic.

Simon, der sich im Discord den Namen bishopsuey gegeben hat, ist 34 Jahre alt und arbeitet als selbstständiger Dienstleiter in den Bereichen Digitalisierung und Archivierung. Früher hat Simon viel den Karrieremodus von FIFA gespielt, war aber über die fehlende Evolution der Serie enttäuscht. Er verwechselte We Are Football zuerst mit Anstoss 2022, liebt inzwischen aber die knackig-kurzen Spieldarstellungen und freut sich über den hohen Wirtschaftsanteil am Spielprinzip.

We Are Footballs Erfolg ist typisch deutsch

»Uns Deutschen gefällt die Arbeit«, mutmaßt Simon, als wir ihn auf die besondere Beziehung deutscher Spieler und Wirtschafts-Management-Spiele ansprechen. »Bei Anno und Co. merkt man das auch. Ich glaube, das ist ein rein deutsches Phänomen.« Tatsächlich: Auch We Are Football hat seine größte Fanbasis in Deutschland; global ist Segas Football Manager das weitaus populärere Spiel. Aber für Mike, der die Idee für einen zentralen Guide zu allen We Are Football-Fragen hatte, wäre das keine Alternative.

"Ich bin mit dem Sega-Manager nie warm geworden. Da kommt die Wirtschaft zu kurz, das ist letztlich ein Trainer-Simulator. [...] We Are Football schließt für mich eine Marktlücke. Manche Leute spielen ja bis heute noch Anstoss oder den EA-Fussballmanager, da gibt es bis heute aktuelle Userdaten für, aber auch einige Bugs, die bis heute nicht behoben wurden. Für We Are Football hat sich Gerald Köhler stark von Anstoss inspirieren lassen und ich glaube, das war der richtige Weg."

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