Shooter-Spieler eilen einem Museum zur Hilfe - was steckt dahinter?

Ein Shooter-Clan mobilisiert mal nicht die virtuellen Truppen, sondern die Echtwelt-Mitmenschen - um ein in Not geratenes historisches Museum zu retten.

von Christian Just,
01.07.2020 13:53 Uhr

Ein Clan aus Post Scriptum und Co. will helfen, einem durch die Coronakrise in Not geratenen Weltkriegs-Museum wieder auf die Beine zu helfen. Ein Clan aus Post Scriptum und Co. will helfen, einem durch die Coronakrise in Not geratenen Weltkriegs-Museum wieder auf die Beine zu helfen.

Das »Airborne Museum Hartenstein« in den Niederlanden gerät in Not und ein Clan von Shooter-Enthusiasten eilt zur Hilfe. Rasch nutzen die Spieler ihre Vernetzung, um eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben zu rufen und inzwischen steuern zahlreiche Unterstützer etwas bei. Was ist passiert?

Museum wegen Coronakrise in Not

Eine teure Runderneuerung der Ausstellungsräume hat das Airborne-Museum im ehemaligen Hotel Hartenstein in Oosterbeek, Niederlande vor erhebliche finanzielle Probleme gestellt. Die Wiedereröffnung sollte am 13. März stattfinden - genau an dem Tag, als in den Niederlanden der Corona-bedingte Lockdown in Kraft trat.

In der Folge stornieren rund 20.000 Kunden ihre Reservierungen und Reiseunternehmen organisieren 2020 keine Ausflüge zum Museum mehr, wie die Verantwortlichen in einem Blogpost mitteilen. Dadurch entsteht dem Unternehmen eine voraussichtlicher Verlust von 300.000 Euro.

Shooter-Clan macht mobil

Der Shooter-Clan Easy Company 506th PIR, der unter anderem taktische Weltkriegs-Shooter wie Post Scriptum oder Hell Let Loose spielt, bekam Wind von den Problemen. Die Spieler entschlossen sich, dem Museum in Not zu helfen und richteten eine GoFundMe-Seite ein.

Der Kurator des Hartenstein-Museums, Jory Brentjens, bestätigte uns diese Geschichte auf Nachfrage:

"Wir wurden von Mitgliedern der »Easy Company«-Spielgemeinschaft kontaktiert und sie entwickelten den Plan."

Und die Aktion entwickelt sich zu einem großen Erfolg: Die Crowdfunding-Kampagne bringt inzwischen mehr als 13.000 Euro von knapp 500 Spendern zusammen.

Auch Entwickler helfen

Die Kampagne rief indes weitere Clans und sogar den Entwickler des Weltkriegs-Shooters Post Scriptum auf den Plan. So änderte Periscope Games das Hotel im Spiel mit einem Graffiti, das an den realen Örtlichkeiten von einem Soldaten an die Wand gekritzelt wurde:

In Erinnerung an das reale Hotel Hartenstein aktualisierte der Entwickler von Post Scriptum den virtuellen Ort. In Erinnerung an das reale Hotel Hartenstein aktualisierte der Entwickler von Post Scriptum den virtuellen Ort.

In einem Steam-Blogpost rufen die Entwickler zudem Spieler dazu auf, das Museum zu unterstützen. Wenn ihr auch helfen möchtet, steht euch entweder die GoFundMe-Seite oder die offizielle Website zur Wahl.

Hintergründe zum Museum

Das Airborne-Museum widmet sich der Ausstellung zahlreicher Objekte rund um Operation Market Garden im Zweiten Weltkrieg. Die Alliierten versuchten, zusammen mit niederländischen Streitkräften, den deutschen Westwall zu umgehen, um rasch ins Kerngebiet des Deutschen Reichs vorstoßen zu können.

Im Zweiten Weltkrieg, als der Ort noch als »Hotel Hartenstein« bekannt war, dienten die Räumlichkeiten der britischen »1st Airborne Division« als Hauptquartier. Seit 1949 läuft der Betrieb als Museum, zuletzt wurde das 155 Jahre alte historische Gebäude über den Zeitraum von drei Jahren restauriert.

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