Die Gaming-Branche hat mit 2024 ein hartes Jahr hinter sich. Noch immer machen sich die Nachwehen der Corona-Pandemie in vielen Studios bemerkbar. Gestiegene Produktionskosten bei gleichzeitig sinkender Nachfrage zwingen viele Entwickler, ihre Personalpolitik zu überdenken. Und am Ende dieses Prozesses stehen in den meisten Fällen dann Studioschließungen und Entlassungen.
Im Dezember erst traf es 277 Entwickler bei Ubisoft. Mit dem Aus für den Multiplayer-Shooter XDefiant werden die Produktionsstandorte in San Francisco und Osaka geschlossen; das Studio in Sydney wird verkleinert. Und auch Warner Bros. Games in Kanada trennt sich nach den gefloppten Projekten Gotham Knights und Suicide Squad von rund 100 Mitarbeitern.
Drei Schließungen in zwei Wochen
Doch auch nach dem Jahreswechsel hält die Entlassungswelle in der Branche offenbar an. Denn wie jetzt bekannt wurde, mussten in den ersten 2 Wochen des Jahres bereits ganze drei Entwicklerstudios schließen. Betroffen sind die Firmen Toadman Interactive, Counterplay Game und Freejam.
Toadman kennt ihr unter anderem als Macher des Third-Person-Shooters Immortal: Unchained. Dachfirma Enad Global 7 teilt in einem Statement zur Schließung mit, die Entscheidung sei ihnen nicht leichtgefallen. Sie sei allerdings unausweichlich geworden, nachdem Sparmaßnahmen im letzten Jahr nicht die gewünschte Wirkung gezeigt hätten.
Zusätzlich würden unter dem Dach von Enad Global 7 auch 38 Angestellte beim Studio Piranha Games entlassen, da sich die jüngsten Titel der Machwarrior-Reihe unter den Erwartungen verkauft hätten.
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Neben Toadman schließt auch das Studio Freejam, Macher der Roboter-Kampfspiele Robocraft 1 und 2, für immer die Pforten. Wie die Entwickler auf ihrem Discord-Server mitteilten, sei die Fortführung von Robocraft 2 nicht mehr profitabel. Man werde daher alle Arbeiten im Studio in den kommenden Wochen einstellen (via TechRaptor).
Der dritte Unglückliche im Bunde ist das Studio Counterplay Games, das unter anderem für den PlayStation-5-Lauchtitel Godfall verantwortlich war. Gründe für die Schließung wurden nicht kommuniziert; Godfall wurde von Spielern damals allerdings nur gemischt aufgenommen.
Der Vorgang war bekannt geworden, nachdem ein Geschäftspartner von Counterplay auf LinkedIn geschrieben hatte, man habe die Partnerschaft mit dem Studio nicht fortsetzen können, da das Studio aufgelöst worden sei (via PlayStation Lifestyle).
Aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Situation ist davon auszugehen, dass die drei bereits erfolgten Schließungen nur ein trauriger Anfang sind und dieses Jahr noch weit mehr Entlassungen und Studioschließungen folgen werden.
Auch mit Entwicklungsstopps bereits begonnener Projekte ist zu rechnen, sollten die zuständigen Firmen darin nicht mehr den nötigen finanziellen Erfolg sehen. So kündigte das Studio Splash Damage bereits vor einigen Tagen an, den Multiplayer-Titel Transformers: Reactivate einzustellen.
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