AC Valhalla: Eivor ist der Grund, warum Nebenquests so zurückgeschraubt wurden

In Assassin's Creed Valhalla gibt es deutlich weniger traditionelle Nebenquests als zuvor. Der Grund liegt laut den Entwicklern beim Hauptcharakter.

von Sören Wetterau,
18.11.2020 18:05 Uhr

Eivor, je nach Wahl männlich oder weiblich, ist laut Ubisoft der Hauptfaktor, warum es weniger Nebenquests gibt. Eivor, je nach Wahl männlich oder weiblich, ist laut Ubisoft der Hauptfaktor, warum es weniger Nebenquests gibt.

Mit Assassin's Creed Valhalla probierte sich Ubisoft an einer großen Änderung: Die Reduzierung von traditionellen Nebenquests zugunsten sogenannter Weltereignisse, die kleinere und kürzere Geschichten erzählen. Ein Schritt, der einige Nachteile mit sich zieht, wie unser GameStar-Test aufzeigt:

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Nur warum hat sich Ubisoft dazu entschlossen, Nebenaufträge wie ihr sie aus dem direkten Vorgänger Assassin's Creed: Odyssey oder anderen Rollenspielen kennt, zusammenzuschrumpfen? Der Grund liegt laut Narrative Director Darby McDevitt und Game Director Eric Baptizat in Hauptcharakter Eivor und seiner Story begraben.

Wenige Nebenquests aus zwei Gründen

In einem Interview mit Gamasutra stellen McDevitt und Baptizat klar, dass die Überlegung, weniger klassische Nebenquests zu bieten, auf zwei Grundgedanken fußt.

Kein klassischer Held:

Zum einen sei Eivor als Protagonist anders in die Welt von Assassin's Creed Valhalla eingebunden, als zum Beispiel Bayek aus Assassin's Creed: Origins oder Geralt aus The Witcher 3: Wild Hunt. Die beiden Letztgenannten würden mehr oder weniger positive Rollen innerhalb der jeweiligen Welt einnehmen und seien darauf ausgelegt, anderen Menschen zu helfen. Es ist demnach völlig natürlich, dass sie abseits ihrer Hauptmotivation auch Nebenaufträge annehmen.

Eivor hingegen ist ein Eindringling, der mit seiner Wikinger-Bande von Norwegen aus nach England übersiedelt. In den Augen der dortigen Bevölkerung ist er somit eher ein Feind statt ein Held, der tapfer Anderen unter die Arme greift.

Der Clan steht im Vordergrund:

Darüber hinaus habe Eivor schlichtweg kein Bedürfnis nach Nebenaufträgen, die vom eigentlichen Ziel seiner Mission ablenken. Je nach Geschlecht geht es ihm oder ihr vor allem darum, dem eigenen Clan ein neues und sicheres Zuhause zu liefern. Warum dazwischen Zeit für das Transportieren von Äpfeln für einen Priester ist, aber nicht für komplexere Quests, wird damit aber nicht unbedingt erklärt.

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Kein endgültiges Ende

Mit diesen beiden Grundgedanken im Hinterkopf habe das Team von Ubisoft Montreal die Story von Eivor konzipiert, bei der man sich an isländischen Sagen und deren episodischen Aufbau orientierte. In diesen würden eher einzelne Personen einer Familiendynastie und bestimmte Themen im Vordergrund stehen.

Auf das Spiel übertragen funktioniert das so: Eivor reist in verschiedene Gebiete oder Grafschaften, um dort für seinen Wikinger-Clan Allianzen zu schmieden. Jede Region erzählt dabei eigene Geschichten, die sich um ansässige Könige, scheidende Pärchen und andere Dinge drehen.

Obwohl Assassin's Creed Valhalla diesen Weg einschlägt, heißt das nicht, dass Ubisoft zukünftig nur noch diesen Ansatz verfolgt. Immerhin existieren auch im Wikinger-Abenteuer weiterhin Nebenquests, wobei diese weitgehend an die Siedlung geknüpft sind. Darin kümmert ihr euch als Eivor selbstständig um den Aufbau und Fortbestand eines kleinen Dorfes und dessen Bewohner.

Für Kollegin Elena Schulz erzählt die Siedlung sogar die mit Abstand stärksten Geschichten in Assassin's Creed Valhalla:

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Wie gut Ubisofts Konzept der Weltereignisse langfristig bei den Spielern ankommt, bleibt derweil noch abzuwarten. Bislang verkauft sich Assassin's Creed Valhalla jedoch so gut, dass selbst der französische Publisher vom Spieleransturm überrascht war.

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