Age of Empires 3 - Das beste Age, das niemand mag

Age of Empires 3 gilt vielen Fans der Reihe als schlechtester Teil und Grund für das Ende der Age-Serie – zu Unrecht, findet Jochen.

von Jochen Redinger,
21.01.2018 08:00 Uhr

Erschießt mich, aber Age of Empires 3 ist für mich das spielerisch beste Spiel der ehrwürdigen Strategiereihe! Ausnahmsweise auch ganz ohne Mittelalter.Erschießt mich, aber Age of Empires 3 ist für mich das spielerisch beste Spiel der ehrwürdigen Strategiereihe! Ausnahmsweise auch ganz ohne Mittelalter.

Immer wenn Maurice und ich über Age of Empires reden, bringe ich ihn mindestens einmal dazu, mit den Augen zu rollen und »Banause« zu schnaufen, denn während wir beide große Fans des zweiten Teils sind und am liebsten ewig Mittelalterschlachten schlagen würden, muss ich doch anmerken, dass Age of Empires 3 spielerisch eine weitaus bessere Figur macht.

Ja, das Setting ist Murks, weil sich bei uns kaum jemand für die Geschichte Amerikas interessiert und Husaren, Schusswaffen und Kanonen gegen Ritter, Langbogenschützen und Trebuchets nicht ankommen. Abseits der für Age- und Genre-Verhältnisse erstaunlich spannenden und umfangreichen Kampagne nehmen mich die Epochen, die das Spiel abbilden will, aber einfach nicht so mit wie die Antike oder das Mittelalter. Dass das vielen Spielern genauso geht, beweist der Erfolg der HD-Edition von Age of Empires 2, das sich auf Steam dauerhaft in den Topseller-Listen eingenistet hat.

Über den Autor
Auch wenn Jochens erstes Strategiespiel Warcraft 2 war, hat ihn die Age-Serie ab 1997 fest in Beschlag genommen. Die LAN-Schlachten mit Age of Empires 2 zählen noch immer zu seinen liebsten Zocker-Erinnerungen - auch wenn seine tapferen Byzantiner dort manche Niederlage einstecken musste. Age of Empires 3 hat den zweiten Teil aber mittlerweile als »Immer-mal-wieder-Vergnügen« abgelöst.

Das beste Age, Heimatstadt und Fackeln sei Dank!

Seit Age of Empires 3 kann und mag ich mir ein Age ohne ausbaubare Heimatstadt gar nicht mehr vorstellen - Holz und Stein gewordene Motivation!Seit Age of Empires 3 kann und mag ich mir ein Age ohne ausbaubare Heimatstadt gar nicht mehr vorstellen - Holz und Stein gewordene Motivation!

Wenn man sich jedoch erst mal auf das Setting einlässt, zeigt Age of Empires 3, was es kann, nämlich alles besser als seine Vorgänger! Ihr dürft mir gern Mönche vorbeischicken, um mich zu bekehren, aber der dritte Teil verbessert das Age-Konzept in jeder Hinsicht. Ressourcen wandern direkt aufs Konto und machen die nervigen Lagergebäude obsolet, Felder und Plantagen sind auf Dauer angelegte Gebäude für ganze Bauerngruppen, Handelsposten und NPC-Dörfer verbessern die eigene Siedlung mit nützlichen Boni und Nahkämpfer werfen endlich mit Fackeln auf Gebäude!

Teil drei und seine Grafik- und Physikeffekte können sich auch heute noch problemlos sehen lassen.Teil drei und seine Grafik- und Physikeffekte können sich auch heute noch problemlos sehen lassen.

Die größte Neuerung und mein Hauptgrund, immer wieder in die Kolonien zurückzukehren, sind jedoch die Heimatstädte der unterschiedlichen Nationen. Spielerisch, weil ich mit jedem Level-up neue Vorteilskarten für mein Deck freischalten und die Stärken meines Volkes damit ausbauen kann, immersiv, weil sich das Herzstück meines Reiches sichtbar verändert. Wo anfangs nur ein paar Hafenarbeiter auf meinen Istanbuler Kais herumlungern, flanieren später Edelleute im Schein der Gaslaternen, während im Hintergrund ein Sturm aufzieht.

Ich würde sogar so weit gehen, dass ich von Age of Empires 4 erwarte, das Heimatstadt-Feature bloß nicht wieder unter den Tisch fallen zu lassen, weil es für mich die augenscheinlichste und wichtigste Innovation der kompletten Serie bisher ist. Bis das geklärt ist, werde ich weiterhin die neue Welt und Asien unterwerfen mit dem spielerisch besten Age of Empires der gesamten Serie!

Age of Empires 4 - Wie die Serie groß wurde und was wir über die Fortsetzung wissen 16:43 Age of Empires 4 - Wie die Serie groß wurde und was wir über die Fortsetzung wissen


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