Die KI-Kontrahenten sind in jedem Anno eine schwierige Angeleinheit. In der Regel mag man sie oder sie bieten zumindest eine würdige Herausforderung – allerdings können sie auch oft frustrieren. Vor allem dann, wenn die Diplomatie mit ihnen schwerfällig erscheint und es scheinbar wenige Möglichkeiten gibt, sich mit ihnen zu arrangieren.
Das war auch in dem eigentlich brillanten Anno 1800 ein Problem. Anno 117 will es besser machen und hat dafür ein paar völlig neue Features im Angebot. Im Livestream vom 30. September hat das Entwicklerteam über die Diplomatie gesprochen und dabei ein paar wirklich interessante neue Features enthüllt.
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Anno 117: Wir haben 60 Minuten lang die Demo gespielt und … ja, unsere Stadt ist in Flammen aufgegangen
Die wichtigste Neuerung
Die wichtigste Neuerung des Diplomatiesystems von Anno 117 konntet ihr in der Demo sicherlich bereits beäugen. Denn hier gab es bereits die Möglichkeit, mit einigen der Konkurrenten zu verhandeln. Und siehe da: Die Diplomatie in Anno 117 ist deutlich nachvollziehbarer als in Anno 1800.
Denn im Vorgänger war es ein Stück weit ein Glücksspiel, ob die KI Angebote annimmt oder nicht. Je nach Reputation war die Wahrscheinlichkeit dafür hoch oder niedrig. In Anno 117 wisst ihr immer genau, ob ein Deal angenommen wird oder nicht. Denn hier dröselt das Aufbauspiel im Detail auf, welche Faktoren den Konkurrenten gefallen und welche nicht. Dazu gehören etwa:
- Wie stark seid ihr im Vergleich?
- Wie solide ist eure Wirtschaft?
- Welche Götter betet ihr an?
- Werden die Kelten romanisiert?
- Wie weit habt ihr euch ausgebreitet?
Und natürlich haufenweise Kram, der einzelnen Charakteren wichtig ist. Dorian mag es etwa, wenn ihr eine gesunde Bevölkerung habt. Die Werte werden verrechnet und ist das Ergebnis positiv, nimmt der Charakter den Vertrag an.
Neue Abkommen
Damit funktioniert das Aushandeln bereits deutlich besser, da man nicht so oft im Dunkeln stochert und ungefähr abschätzen kann, was es braucht, um die Beziehung zu verbessern. Zusätzlich erweitert Anno 117 die Auswahl an möglichen Abkommen um ein paar sehr sinnvolle Ergänzungen:
- Defensivabkommen: Hiermit könnt ihr einen militärischen Pakt schließen, der nur im Verteidigungsfall greift. Das löst das nervige Problem aus Anno 1800, wo eine Allianz oft zur Folge hatte, dass die Bündnispartner euch in ungewollte Angriffskriege gezogen haben. Ihr könnt übrigens auch beim Defensivabkommen noch einen Kriegsbeitritt ablehnen, aber das setzt eurem Prestige ganz schön zu.
- Unterwerfen: Mit der richtigen Technologie und ausreichend Geld könnt ihr Bündnispartner unterwerfen. Dann werden ihre Inseln zu euren Vasallen und der Charakter verschwindet von der Karte. Er verwandelt sich dann in einen Spezialisten (also eine Art Item), den ihr in eurem Gästehaus einsetzen könnt, um von seinen besonderen Effekten zu profitieren.
- Gewaltsames Unterwerfen: Habt ihr ausreichend Prestige beim Kaiser, könnt ihr zum Konsul aufsteigen und dann auch ohne Bündnis die anderen Statthalter zwingen, sich zu unterwerfen.
- Fehde: Weniger ein Abkommen als mehr eine Kriegsform ist die Fehde. Damit könnt ihr Kriege führen, die keine zivilen Gebäude oder Schiffe zum Ziel haben dürfen.
Die Unterwerfung scheint die neue Methode zu sein, Konkurrenten »friedlich« von der Karte zu fegen. Dass man sie dann als Spezialisten bekommt, macht das fast schon zu einem kleinen Sammelspiel.
Ein cooles, neues Feature
Im Stream wurde darüber hinaus noch ein völlig neues Feature enthüllt, das es bislang in noch keinem Anno gab. Denn erstmals könnt ihr in einer laufenden Partie Konkurrenten hinzufügen! Sofern eine Insel frei ist und ein Platz im Diplomatiefenster, könnt ihr einfach einen neuen KI-Gegner auswählen, der sich der Runde anschließt.
Damit ist es dann etwa möglich, anfangs erstmal ohne Gegner zu starten und sie dann erst später ins Spiel zu lassen. Oder wenn ihr jemanden ausradiert habt, könnt ihr stattdessen einen stärkeren Nachfolger hinzuziehen. So kann selbst im Endlosspiel der Schwierigkeitsgrad zunehmen und ihr könnt es mit jedem Charakter einmal aufnehmen.
Wir kennen jetzt auch alle sieben von Beginn an verfügbaren Konkurrenten:
Leicht:
- Dorian: Der freundliche Römer legt Wert auf Sport und Gesundheit. Er wird niemals woanders siedeln als in Latium.
- Tarragon: Tarragon ist ein alter, ehemaliger Soldat. Er scheut also keinen Krieg, aber will sich lieber auf Landwirtschaft konzentrieren.
- Licia Ma: Licia verhält sich friedlich und legt Wert auf Diplomatie. Sie ist die Tochter eines Seidehändlers aus Seres, dem griechischen Wort für das heutige China.
Mittel
- Athr Iorgwyn: Der Kelte ist seiner Heimatregion Albion treu und ein starker, militärischer Führer. Er ist der antike Vorfahre der berühmten Jorgensens.
- Zara Nitu: Ist eigentlich die Königin von Mesopotamien und vor allem klug. Sie legt hohen Wert auf wissenschaftlichen Fortschritt und wird viele Technologien schnell erforschen.
- Concordia: Die ältere Dame ist eine ehemalige Priesterin und entsprechend fromm unterwegs. Sie mag es, wenn ihr römische (!) Götter verehrt und euch nicht dem Luxus hingebt.
Schwer
- Neferneru: Der herausforderndste Gegner im ganzen Spiel ist ein Botschafter der Königin von Kashta und ein militärisch versierter, expansionistischer General. Sich mit ihm anzulegen, wird euch einiges abverlangen.
Letztlich muss sich dann im fertigen Spiel zeigen, ob die Diplomatie mit all diesen Änderungen in Anno einen Schritt nach vorn macht. Schließlich hängt hier auch viel davon ab, wie die KI mit diesen Möglichkeiten umgeht und auch, wie sie untereinander verhandeln. Insgesamt scheint es aber wie das deutlich rundere System zu wirken, als noch in Anno 1800. Was denkt ihr?

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