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Seite 2: Aquanox: Deep Descent - Rückkehr auf Schleichfahrt

Etwas altbacken

Das eigene Schiff lässt sich serientypisch natürlich ausbauen. Das eigene Schiff lässt sich serientypisch natürlich ausbauen.

Allzu viel kann er dabei allerdings noch nicht zeigen. Die Alpha-Version des Spiels, die wir sehen, ist noch wenig mehr als eine Technik-Demo. Ein bisschen Herumfahren, ein bisschen Schießen, ein frühes Handelsmenü. Die Technik wirkt ein wenig altbacken, aber einige schöne Effekte wie Torpedos, die das Wasser um sich verdrängen und riesige, wabernde Planktonwolken zeigen, dass Varta und sein Team in der Lage sind aus ihren begrenzten Mitteln durchaus beeindruckende Szenen herauszuholen.

Auch das Design des U-Boot-Cockpits, das mit Monitoren und Querstreben vergleichsweise weit ins Bild hinein ragt, ist eine clevere Idee und vermittelt ein Gefühl von Enge und die Illusion, nur durch eine Glaskuppel von tonnenschwerem Wasser geschützt zu sein.

Glaubwürdige Science-Fiction

Ob die Anmutung einer Glaskuppel bleibt, ist allerdings nicht sicher. Das Team will seine Science-Fiction-Welt so wissenschaftlich glaubwürdig machen, wie es geht. Glaskuppeln und Raketeneinschläge, finden sie, passen nicht recht zusammen. Daher recherchieren sie gerade diverse Zukunftsmaterialien, die stattdessen zum Einsatz kommen können.

Wie in den Vorgängerspielen auch, dreht es sich in Deep Descent um eine feuchte Postapokalypse in der die Oberfläche der Welt komplett unbewohnbar geworden ist und die Menschheit in ihrer Not zum Leben unter den Ozeanen verdammt. Seitdem treiben direkt unter der Wasseroberfläche riesige Wolken so genannten Nanoplanktons durch die Meere, bestehend aus Milliarden winzigster, Metall zerfressender Roboter. Versuch auf der Oberwelt nach dem rechten zu sehen, macht unser U-Boot daher zur Brausetablette.

Die Menschheit, so scheint es, ist endgültig unter dem Meer gefangen. Was für eine Katastrophe den Exodus dorthin überhaupt ausgelöst hat, was es mit den Wolken von Nano-Robotern auf sich hat und wieso vom Nanoplankton infizierte, harmlose Meeresbewohner plötzlich zu angriffslustigen Bestien werden, das erzählt die Geschichte des Spiels.

Mit den Geschichten der Vorgänger hat sie allerdings nichts zu tun, Deep Descent ist ein Reboot der Serie. Laut Nordic jedoch nicht aus Marketing-Erwägungen, sondern aus Respekt.

Keine Fortsetzung mehr

Denn die Geschichte des Original-Aquanox nahm ein tragisches Ende. Das Unterwasser-Universum des Originals ist eine Kreation des Autors Helmut Halfmann. Bis heute liebt der harte Kern unter den Fans seine Geschichte einer Welt im ewigen Dunkel der Meerestiefen, in der sich die Menschen mit den Worten »Licht« begrüßen und diverse Fraktionen um knappe Ressourcen ringen.

Doch 2009 verstirbt Halfmann an Krebs. Für den Schriftsteller, der in den Erscheinungsjahren der Spiele unermüdlich mit den Spielern diskutiert, erwacht mit der Umsetzung im Computerspiel seine ganz eigene Traumwelt zum Leben. In Gesprächen erzählt er, aufzuhören mit den Charakteren zu arbeiten sei als würden gute Freunde ausziehen, die über Monate auf seiner Couch gelebt hätten.

Im Aquanox-Universum musste die Menschheit in die Tiefen der Ozeane flüchten und sich hier einen neuen Lebensraum erobern. Im Aquanox-Universum musste die Menschheit in die Tiefen der Ozeane flüchten und sich hier einen neuen Lebensraum erobern.

Selbst kurz vor seinem Tod scheint Halfmann an seine Aquanox-Fans zu denken. Eine Freundin richtet nach seinem Tod im Aquanox-Forum letzte Wünsche aus. In dem bis heute nachzulesenden, bewegenden Posting heißt es: »Keine Blumen, keine Karten, keine Anrufe, keine Beerdigung, kein großes Fass. Er wird auf See bestattet werden. Du und Slow, wenn ihr beiden könnt, trommelt ein paar von den alten Veteranen aus den "goldenen Zeiten" zusammen, spielt ein Match, bei dem ihr ordentlich Salut schießt und ein paar Tsunami Booster auf ihn gurgelt. Das hätte ihm gefallen. Ihr habt ihn besser gekannt und verstanden, wie so manch einer seiner Kollegen und Chefs.«

Da man nicht wisse, wie Helmut Halfmann seine Geschichte weitererzählen wollte, sagte Reinhard Pollice, werde man sich an deren Grundgedanken orientieren, ansonsten aber neu anfangen. Seine Welt unter dem Meer soll unangetastet bleiben.

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