Kaum eine Science-Fiction-Serie der 90er-Jahre hat sich so tief ins Gedächtnis ihrer Fans eingebrannt wie Babylon 5.
In einer Ära, in der Serien oft episodisch konzipiert wurden, setzte Babylon 5 auf eine über fünf Staffeln fortgeführte Storyline – mit Anfang, Mitte und Ende. Und: Dieses Ende hat ein ganz besonderes Detail.
Er macht das Licht aus
Die letzte Folge mit dem Titel »Sleeping in Light« (deutsch: »Der Weg ins Licht«), die ursprünglich 1998 ausgestrahlt wurde, nimmt Abschied von der Raumstation Babylon 5. Die Handlung springt 20 Jahre in die Zukunft: Die Station ist alt geworden, überflüssig in einer Zeit des Friedens, und soll außer Betrieb genommen werden.
In einem stillen, beinahe melancholischen Moment wird der Strom abgeschaltet – ein symbolischer Akt, der das endgültige Ende der einst so zentralen Station markiert. Der Techniker, der den letzten Hebel umlegt und die Station in die Dunkelheit schickt, ist kein Schauspieler – sondern Serienerfinder J. Michael Straczynski selbst.
Es ist ein kurzer, wortloser Auftritt, aber von enormer symbolischer Bedeutung. Straczynski, der die Serie nicht nur konzipiert, sondern auch fast jede einzelne Folge selbst geschrieben hat, beendet seine Geschichte buchstäblich mit eigener Hand. Eine filmische Verneigung vor seinem Lebenswerk – und ein emotionaler Gruß an die Fans, die zuvor um das Fortbestehen der Serie bangen mussten.
Passender Schlusspunkt
Nach dem Abschalten des Reaktors wird die Station wenig später in einer kontrollierten Explosion zerstört. Ein konsequentes Ende für eine mehrjährige Reise, die Schauspieler und Fans gemeinsam durchmachten.
Dabei war die Produktion der Serie keineswegs frei von Schwierigkeiten. Immer wieder drohte das Projekt an Budgetfragen oder Studioeinmischungen zu scheitern. Doch Straczynski hielt an seiner Vision fest – und schrieb sich mit Babylon 5 in die Genre-Geschichte ein. Der stille Cameo am Ende ist deshalb mehr als nur ein netter Gag für Eingeweihte.
Babylon 5 bleibt relevant
Babylon 5 hat trotz ihrer Zerstörung die Zeiten überdauert. Zum einen erschienen während und nach der Fernsehausstrahlung mehrere Einzelfilme im selben Universum.
Zum anderen kehrten viele Charaktere und Schauspieler 2023 für das animierte Zeitreise-Sequel Babylon 5: The Road Home zurück. Und schließlich halten sich weiterhin Gerüchte um einen Reboot in Serienform.
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Mit Babylon 5: The Road Home kehrt eine legendäre Science-Fiction-Serie zurück
Doch unabhängig davon, ob Babylon 5 irgendwann zurückkehrt – Sleeping in Light bleibt eines der kraftvollsten Serienfinale der Science-Fiction-Geschichte.
Nach dem Ende von Babylon 5 machte J. Michael Straczynski als vielseitiger Autor weiter Karriere – im Fernsehen, im Kino und in der Comic-Welt. Er schrieb das Drehbuch zum Clint-Eastwood-Film Der fremde Sohn (Originaltitel: Changeling, 2008), das für einen Oscar nominiert wurde, und war als Autor an Marvels Thor (2011) beteiligt - dort trat er ebenfalls in einem Cameo auf.
Auch im Comic-Bereich setzte er Akzente, etwa mit The Amazing Spider-Man, Superman: Earth One oder eigenen Werken wie Rising Stars und Midnight Nation. Für die Science-Fiction-Serie Sense8 auf Netflix arbeitete er von 2013 bis 2017 als Executive Producer und Co-Writer mit den Wachowski-Geschwistern zusammen.
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