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Barotrauma lässt U-Boote wieder frisch und spannend wirken

In der U-Boot-Simulation ohne Weltkriegs-Setting ist die Atmosphäre so dicht, ihr werdet gar nicht wieder auftauchen wollen.

von Mario Donick,
22.06.2021 05:00 Uhr

Barotrauma macht euch zum U-Boot-Kapitän - im Singleplayer- und Koop-Modus. Wir testen die Early-Access-Version auf Steam. Barotrauma macht euch zum U-Boot-Kapitän - im Singleplayer- und Koop-Modus. Wir testen die Early-Access-Version auf Steam.

Alles passierte in Sekunden. Der Kriecher-Schwarm fraß sich durch die Hülle, auf der Suche nach Menschenfleisch, eine willkommene Abwechslung im Überlebenskampf unter den Eisschichten des Jupitermondes Europa. Zwar gelang es der Besatzung, die Kriecher zurückzudrängen, doch immer mehr Wasser strömte durch die vielen Hüllenbrüche ins Boot und am Ende war es nicht mehr zu halten. Abteilung für Abteilung wurde geflutet, und die Sauerstoffflaschen verzögerten das Ende nur.

Jetzt schwebt der Kommandant, fast frei. Ein letztes Ausatmen, ein lautloses Seufzen.

Der Tod im Weltraum kommt schnell.

Diese Geschichte schildert nur einen der Tode, die ich während meiner bisherigen Barotrauma-Spielzeit erleiden durfte. Einen von vielen, denn Barotrauma verzeiht gerade am Anfang keine Fehler und verlangt etwas Einarbeitung. Seit gut zwei Jahren befindet sich Barotrauma auf Steam im Early Access, die User-Reviews sind zu 91 Prozent positiv und gerade ist ein großes Update namens »Thunder Under the Ice« erschienen - der perfekte Zeitpunkt für einen ausführlichen Test.

Die Grundidee ist so einfach wie faszinierend: In einer nicht weit entfernten Zukunft haben die Menschen die Meere des Jupitermondes Europas besiedelt. Aus ersten Außenposten entwickelten sich im Laufe der Zeit Kolonien, ganze Städte, eine komplexe Gesellschaft mit mehreren Fraktionen - und U-Boote sind das Fortbegungsmittel der Wahl.

Wirklich zufrieden wirkt hier niemand, denn einladend ist die Unterwasserwelt nicht. Dafür sorgen viele feindselige Kreaturen, die an Alien erinnern oder mich an die Werke H. P. Lovecrafts denken lassen. Im Skype-Interview bestätigt mir Chefentwickler Joonas Rikkonen diese Inspirationsquellen, nennt aber auch The Thing und Event Horizon als Einflüsse. Nach dem Gespräch habe ich Barotrauma weitergespielt - im Early-Access-Test erkläre ich euch Stärken und Schwächen des Spiels und vergebe eine Wertungstendenz.

Kriecher fressen sich schnell durch die Hülle des Boots, können aber mit dem Revolver erledigt werden. Das U-Boot im Bild stammt übrigens aus dem Steam-Workshop zu Barotrauma, wo es eine riesige Auswahl gibt. Kriecher fressen sich schnell durch die Hülle des Boots, können aber mit dem Revolver erledigt werden. Das U-Boot im Bild stammt übrigens aus dem Steam-Workshop zu Barotrauma, wo es eine riesige Auswahl gibt.

Eignet sich für euch, wenn ...
  • ... ihr düstere U-Boot-Atmosphäre in ungewohntem Setting erleben wollt.
  • ... ihr Spaß an Mikromanagement habt.
  • ... gern mit Freunden zusammen Probleme löst.
Eignet sich nicht für euch, wenn ...
  • ... ihr eine realistische U-Boot-Simulation sucht.
  • ... Hektik und Mikromanagement euch stressen.
  • ... ihr nicht frustresistent seid (gerade zu Beginn).

Der Autor
Mario Donick liebt Fahrzeugsimulationen aller Art. Im echten Leben ist Mario Autor und Hobbypilot, am PC taucht er gerne mal ins kühle Nass. Für GameStar Plus hat er bereits die U-Boot-Simulation UBOAT getestet. Was ihn an Barotrauma besonders fasziniert: Endlich darf er mal abseits des Zweiten Weltkriegs ein U-Boot in einem anderen, ausgefallenen Szenario lenken.

Was Barotrauma ausmacht

»Barotrauma sollte von Anfang an einen used-future-Look haben«, berichtet mir Joonas Rikkonen. »Aber ursprünglich sollte es auf der Erde spielen und mehr an Jules Vernes erinnern.« Klingt doch auch gut - wieso dann die Reise ins All? »Im Weltraum haben wir einfach mehr Möglichkeiten, verrücktere Monster zu gestalten, und so kamen wir auf Europa.«

Gute Entscheidung, möchte ich sagen. Vom ersten Moment an nimmt uns die fremde Welt mit ihrer dunklen Atmosphäre gefangen, woran das Artdesign und der sehr gute Soundtrack großen Anteil haben. Hypnotische Klänge zwischen Industrial und Elektronik ziehen uns in die völlig fremde Unterwelt, die wir vorsichtig, immer auf dem Sprung, mit unserem U-Boot erkunden.

Wie es sich in einem U-Boot gehört, sehen wir die Außenwelt fast nur durch das Periskop oder wenn wir das Boot im Taucheranzug verlassen; Fenster gibt es kaum. Ansonsten orientieren wir uns nur mit Hilfe der abstrakten Darstellung im Sonar.

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