GameStar Plus Logo
Weiter mit GameStar Plus

Wenn dir gute Spiele wichtig sind.

Besondere Reportagen, Analysen und Hintergründe für Rollenspiel-Helden, Hobbygeneräle und Singleplayer-Fans – von Experten, die wissen, was gespielt wird. Deine Vorteile:

Alle Artikel, Videos & Podcasts von GameStar
Frei von Banner- und Video-Werbung
Jederzeit online kündbar

Fazit: Battlefield 1 im Test - Dice hat's noch drauf

Fazit der Redaktion

Johannes Rohe
@DasRehRohe

Bingo! Battlefield 1 gibt mir genau das, was ich von einem Battlefield erwarte. Riesige Schlachten, abwechslungsreiche Maps und Modi, unkomplizierte Action und einfach jede Menge Spielspaß. Die Abkehr vom Modern-Warfare-Setting gefällt mir ganz besonders gut, denn mit dem modernen Szenario verschwinden auch selbstlenkende Raketen, Drohnen, zahllose Waffenerweiterungen, kurz: Schnickschnack, den ich eh nicht brauche, und der mich nur vom eigentlichen Spiel ablenkt. Gib mir einen Karabiner, ein Ziel und vielleicht einen Panzer und ich bin glücklich.

Dass Dice den Shooter dabei nicht neu erfindet, nehme ich ihnen keinesfalls übel, denn ihr Erfolgsrezept funktioniert schließlich nach wie vor nahezu perfekt. Die Änderungen gegenüber den Vorgängern sind zwar nicht zahlreich, fügen sich dafür aber unisono toll ein die bestehenden Systeme ein - egal ob Behemoths, Wettersystem oder Fahrzeug-Soldatenklassen. Und der Operations-Modus … ein echtes Sahnestück. Warum erst jetzt?

Naja, und dann sind da ja noch die Kriegsgeschichten. Es tut nicht weh sie mal durchzuspielen und selbst die Italien-Story ist erzählerisch besser als der Kampagnen-Unsinn in Battlefield 4. Dennoch wiegt hier mein größter Kritikpunkt an Battlefield 1 am schwersten. Dice hat aus dem unglaublich spannenden Szenario lange nicht alles herausgeholt. Die Multiplayer-Matches sind ein Abenteuerspielplatz, der genau so auch im Zweiten Weltkrieg stattfinden könnte. Und die Kriegsgeschichten zeigen nur eine Seite dieses furchtbaren Kriegs. Die der Sieger. Wer mit diesem Mangel an Authentizität leben kann, bekommt im Gegenzug allerdings ohne Zweifel den besten Multiplayer-Shooter des Jahres. Und Dice beweist nach dem durchwachsenen Battlefront, dass sie es immer noch draufhaben!

Petra Schmitz
@flausensieb

Dieser Moment. Dieser eine Moment auf Monte Grappa in meiner allerersten Operations-Partie, als der erste Zeppelin zu unserer Unterstützung angekündigt wurde, da dachte ich: »Wie habe ich all die Jahre nur ohne diesen Spielmodus leben können?« Unterm Strich ist Operations zwar nur die logische Verschmelzung zwischen Rush und Conquest - und dann ist es aber noch so viel mehr! Wenn die (okay, automatisch generierten) Schreie in den ersten Sekunden des Angriffs zu hören sind, wächst mir auch nach Dutzenden Partien noch eine Gänsehaut auf den Armen. Wenn die Einnahme eines Sektors den Stempel »Superb« bekommt, dann schwillt mir das Herz vor Stolz in der Brust. Wenn die verzweifelte Attacke auf den letzten Sektor trotz gefühlter 2.000 Medics im eigenen Team fehlschlägt, dann ist für kurze Zeit alles großer Mist, das eigene Team doof wie Klappspaten und alles sowieso furchtbar ungerecht. Und trotzdem geht's nur wenige Sekunden später für mich weiter. Himmel, das ist so gut!

Operations ist aber nicht nur ein emotionaler Ritt, sondern auch spielmechanisch ausgefuchst. Das schrittweise Erobern der Sektoren gibt wenige und sehr klare Ziele vor. Einsame Übernahmen von irgendeiner Flagge am Rande der Karte fallen flach. Wo ich bin, sind auch die Gegner. Und dass es sich um Flaggen und nicht um Sprengziele wie bei Rush handelt, lässt den Kampf in einem Sektor wunderbar hin und herwogen. Selbst die Behemoth-Einheiten sind keine Sieggaranten, so sparsam, wie sie zur Verfügung gestellt werden. Verschnaufpausen gibt's eigentlich nur, wenn man mal als Scharfschütze für eine Weile irgendwo an einem fernen Hang abgammelt.

Apropos Scharfschützen und abgammeln: Wenn man eine Sektoreinnahme versemmelt, liegt es oft nicht nur daran, dass die andere Mannschaft besser ist, sondern daran, dass zu viele Scharfschützen im eigenen Team bräsig im Hinterland rumliegen, statt als Medic, Assault oder Supporter Druck nach vorne aufzubauen. Das wird sich aber hoffentlich auch noch ändern. Wir sind ja alle noch in der Lernphase. Was ich aber jetzt schon sicher weiß: Operations ist das Beste, was Battlefield seit Jahren passiert ist.

Christian Fritz Schneider
@GrummelFritz

Battlefield ist Multiplayer, wer spielt das schon wegen der Singleplayer-Kampagne? Ich! Und zwar gerne, auch wenn die Serie für Einzelspieler selten überzeugen konnte. Der einzige richtige Lichtblick war bislang die erste Bad-Company-Kampagne - und die gibt es nicht mal auf dem PC.

Doch mit Battlefield 1 haben wir wieder ein echtes Solo-Highlight, das nicht nur technisch ein bahnbrechendes Erlebnis ist. Die Idee und Inzsenierung der Kriegsgeschichten passt nämlich viel besser zur Serie, als der verzweifelte Versuch Call of Duty hinterzulaufen. Kompakte aber emotionale Storys, spektakulär und unabhänging von einer Haupthandlung - das ist Battlefield. Und das ist es endlich auch im Singleplayer.

Spielerisch konnte mich die Kampagne meist auch überzeugen, selbst wenn das Herumschleichen und heimliche Nahkampftöten etwas zu mächtig ist, ähnlich wie bei Mafia 3. Die Atmosphäre und die Abwechslung gleichen solche Kleinigkeiten locker aus. Einziger Wermutstropfen: Die Mini-Kampagnen nehmen sich beim Wort und sind manchmal vielleicht etwas zu kurz.

Tobias Veltin
@FrischerVeltin

Meine Erwartungshaltung war groß, aber Battlefield 1 hat sie mit Bravour erfüllt. Das liegt allerdings in erster Linie daran, dass ich mir von der Kampagne keine Wunderdinge erwartet habe, die Solo-Abenteuer in Battlefield 3 und 4 waren mir Warnung genug - auch wenn ich sie letztendlich gern gespielt habe. Battlefield 1 liefert in diesem Bereich solide Kost, die zwar nicht über den Shooter-Standard hinauskommt, aber immerhin eine gefällige Erzählweise und abwechslungsreiche Szenarien bietet. Doch obwohl mir das Spiel jederzeit unter die Nase reibt, dass ich mich im Ersten Weltkrieg befinde, fühlt sich alles aufgrund des Tempos und der vielen automatischen Waffen mehr nach Zweitem Weltkrieg an - schade.

Und bevor ihr fragt: »Hättest du dir wirklich einen langwierigen Stellungskampf liefern wollen?« Ja, das hätte ich, mit Freuden sogar. Insgesamt verballert mir Dice bei der Kampagne nach dem sehr guten Stahlgewitter-Start zu viele Chancen und geht mir zu sehr auf Nummer sicher, statt wirklich zu überraschen - Szenen wie die Brieftaube zeigen aber immerhin, dass es versucht wurde.

Letztendlich sollte man aber auch Battlefield 1 als das sehen, was es ist, nämlich ein Multiplayer-Shooter mit angeflanschter Solo-Komponente. Und nach den ersten Multiplayer-Gefechten war mir schon klar, dass Dice hier mehr als nur liefern wird - vorausgesetzt die Server halten und die Balance der Modi, Karten und Klassen stimmen. Mit dem richtigen Squad machen die Massenschlachten einen Heidenspaß, die Mischung aus Infanterie- und Fahrzeuggefechten entfesselt einmal mehr einen immensen Sog, die Schlachtenatmosphäre ist insbesondere im neuen Operations-Modus einmalig. In knapp 20 Partien habe ich schon mehr bemerkenswerte und kuriose Szenen gesehen als bei anderen Shootern während der gesamten Spielzeit.

Damit mag sich Battlefield 1 insgesamt zu sehr auf seinen Serienstärken ausruhen und das spannende Szenario nicht komplett ausreizen - angesichts der hohen Qualität der Multiplayer-Komponente ist mir das letztendlich aber herzlich egal. Battlefield 1 ist in meinen Augen genau das Battlefield geworden, das sich viele Serien-Fans nach dem halbgaren Battlefield Hardline gewünscht haben. Ein besseres Kompliment kann man dem Dice-Shooter nicht machen.

6 von 7

nächste Seite


zu den Kommentaren (245)

Kommentare(245)

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.