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Seite 3: Battlefield 1 im Test - Dice hat's noch drauf

Battlefield ist nicht Verdun

Zwischen den Kriegen in Battlefield 1 und Battlefield 4 liegen zwar über 100 Jahre, auf dem Schlachtfeld merkt man davon allerdings erstaunlich wenig. Battlefield 1 ist genauso schnell und actionorientiert wie seine Vorgänger und entspricht damit so gar nicht dem Bild, das Historiker vom Ersten Weltkrieg vermitteln. Statt zermürbendem Stellungskrieg erleben wir schnelle Vorstöße mit vollautomatischen Waffen, Panzerunterstützung und Luftkämpfen über unseren Köpfen. Wer eine realistische Darstellung des Ersten Weltkriegs sucht, sollte lieber Verdun spielen. Wer dagegen einfach seinen Spaß in einem grandiosen Multiplayer-Shooter haben will, liegt bei Battlefield 1 genau richtig.

Battlefield 1: Operations - Der beste neue Spielmodus 10:28 Battlefield 1: Operations - Der beste neue Spielmodus

Das Erfolgsrezept der Reihe verändert Dice nur in Nuancen. Die vier Soldatenklassen sind diesmal Sturmsoldat (Assault), Sanitäter (Medic), Versorger (Support) und Aufklärer (Scout). Kenner vermissen vielleicht den Ingenieur. Dessen wichtigste Aufgaben (Fahrzeuge zerstören und wieder reparieren) wurden auf den Sturmsoldaten und den Versorger aufgeteilt. Der Assault ist mit seiner Rocket Gun und Anti-Tank-Granaten gut für den Kampf gegen Panzer gerüstet, der Support packt auf Wunsch einen Schraubenschlüssel ein und wird so zum Mechaniker.

Während sich die Fähigkeiten von Sturmsoldat, Medic und Versorger toll ergänzen, richtet sich der Scout eher an Einzelgänger. Nur mit seiner Leuchtpistole, die automatisch Feinde markiert, kann er sich wirklich im Team nützlich machen. Alle anderen Gadgetswie die Stolperminen oder der Sniper-Schildhelfen ihm eher dabei, es sich mit seinem Scharfschützengewehr in einer entlegenen Ecke der Map gemütlich zu machen.

Bleib drin, wenn's brennt!

Einige Spezialisten ergänzen in Battlefield 1 das Klassenquartett. Spieler, die in Battlefield 1 direkt in Fahr- und Flugzeugen ins Spiel einsteigen, werden automatisch zu Panzerfahrern oder Piloten. Das hat den Vorteil, dass sie ihr Vehikel auch aus der gemütlichen Sicherheit ihres Fahrersitzes reparieren können. Werden sie aber gezwungen, ihren fahrbaren Untersatz zurückzulassen, sind sie schlechter bewaffnet als die Standardklassen. Dieses clevere System motiviert Spieler effektiv dazu, ihr Fahrzeug bis zum bitteren Ende zu bemannen und es nicht wie in den Vorgängern bei der erstbesten Gelegenheit auf dem Schlachtfeld stehenzulassen.

Der deutsche A7V-Tank ist eine mächtige Waffe. Im engen Amiens ist der unbewegliche Klotz aber auf Geleitschutz angewiesen. Der deutsche A7V-Tank ist eine mächtige Waffe. Im engen Amiens ist der unbewegliche Klotz aber auf Geleitschutz angewiesen.

Während der First-Trial-Phase sehen wir zwar immer noch häufig Fahrer, die ihren leicht beschädigten Tank panisch verlassen, das dürfte sich aber legen, wenn sie erkennen, wie wertvoll die Panzer in Battlefield 1 geworden sind. Wer sich im Rush-Modus ein oder sogar mehrere Fahrzeuge vom Feind abluchsen lässt, kann auch gleich die bedingungslose Kapitulation unterschreiben.

Die Tanks sind nämlich gleichzeitig seltener und mächtiger geworden und haben deshalb einen größeren Einfluss auf den Verlauf einer Partie. Das liegt zum einen daran, dass die Panzer mehr aushalten als früher. Konnte in Battlefield 4 noch ein einzelner Ingenieur einen Tank mit nur wenigen Hecktreffern seines Raketenwerfers in die Luft jagen, braucht es jetzt mehrere Assault-Spieler, die gut zusammenarbeiten. Außerdem können wir uns den Fahrzeugen nicht mehr so leicht nähern, um Sprengstoff oder Minen zu platzieren. Die großen A7V-Panzer werden etwa von ihrer sechsköpfigen Crew gleichzeitig in alle Richtungen verteidigt.

Auf der Map Festung von Faw zeichnen sich die Umrisse der Feinde vor der sinkenden Sonne ab. Auf der Map Festung von Faw zeichnen sich die Umrisse der Feinde vor der sinkenden Sonne ab.

Abschließend noch ein paar Worte zum neuen Spawn-System für Fahrzeuge, mit dem sich Battlefield 1 in der Community schon Vergleiche zum »Casual-Shooter« Star Wars: Battlefront eingehandelt hat. Panzer und Flugzeuge stehen nun nicht mehr auf dem Schlachtfeld bereit. Stattdessen wählen wir sie im Wiedereinstiegsmenü aus, um direkt am Steuer einzusteigen. So verhindert Dice das nervige Spawncamping. Im Gegensatz zu Battlefront, wo wir Tie-Fighter oder AT-STs durch das Einsammeln zufällig erscheinender Items ergattern, kommuniziert Battlefield 1 klar, wie viele Fahr- oder Flugzeuge an einem Flaggenpunkt zur Verfügung stehen. Ein deutlich besseres System, finden wir.

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