Children of Morta ist so schwer, wir haben als einzige den Boss besiegt

Das wunderschöne Pixel-Diablo Children of Morta verlangte den Journalisten auf der gamescom alles ab. Der hohe Schwierigkeitsgrad sorgte dafür, dass GameStar die einzige Redaktion war, die in der Demo den Bosskampf meistern konnte.

von Peter Bathge,
23.08.2019 17:00 Uhr

Children of Morta wird schwer. So schwer, dass die Journalisten reihenweise am Schwierigkeitsgrad des Action-Rollenspiels scheiterten. Nur einer besiegte den Boss. Ratet mal wer?Children of Morta wird schwer. So schwer, dass die Journalisten reihenweise am Schwierigkeitsgrad des Action-Rollenspiels scheiterten. Nur einer besiegte den Boss. Ratet mal wer?

Wo ist mein Achievement? Auf der gamescom hielt ich die Fahne der GameStar erfolgreich beim Anspielen von Children of Morta hoch! Denn am Ende war ich der einzige Journalist, der den Bossgegner der Messedemo nicht nur zu Gesicht bekam, sondern ihn auch noch besiegen konnte.

Und das, ohne dass mein Avatar im Diablo-ähnlichen Action-Rollenspiel den Löffel abgab! Allen anderen Pressevertretern, die sich an den drei vorherigen Tagen am Stand eingefunden hatten, verhagelte der hohe Schwierigkeitsgrad von Children of Morta die Bilanz.

Ob das jetzt eine Auszeichnung für das Spiel ist, das mit handgezeichneter Pixelgrafik und wunderschönen Detailanimationen punktet, ein Kommentar über die Gamepad-Eignung meiner geschätzten Kollegen oder einfach nur ein Beispiel für die Leichtgläubigkeit mancher Redakteure, die den Spieleherstellern alles glauben, wenn es nur ihr Ego streichelt ... das darf der geneigte Leser für sich selbst entscheiden.

Was ist Children of Morta?

Als sogenanntes Rogue-lite setzt das Indie-Spiel von Entwickler Dead Mage und Publisher 11 Bit Studios (Frostpunk) auf prozedural generierte Dungeons und sogenannte »Runs« durch diese Spielabschnitte. Wer unterwegs stirbt, verliert seine gesammelte Ausrüstung, kann aber das verdiente Gold behalten und damit die Heimatbasis ausbauen. Dabei handelt es sich um das Anwesen der Bergsons, denn ihr spielt in Children of Morta die Mitglieder einer Familie; jeder besitzt eine andere Klasse wie Schurke, Krieger oder Bogenschützin.

Eure Heimatbasis ist das liebevoll eingerichtete Haus der Bergsons. Hier erfahrt ihr mehr über die Familienmitglieder, kauft Upgrades in der Schmiede oder verbessert Attribute und Skills.Eure Heimatbasis ist das liebevoll eingerichtete Haus der Bergsons. Hier erfahrt ihr mehr über die Familienmitglieder, kauft Upgrades in der Schmiede oder verbessert Attribute und Skills.

Permadeath gibt es nicht, überhaupt ist Children of the Morta trotz des hohen Schwierigkeitgrads viel verzeihender als andere vom Klassiker Rogue inspirierte Spiele, bei denen ihr durch erfolglose »Runs« lediglich euren eigenen Skill verbessert. In den knackigen Kämpfen gegen Skelette, von einer mysteriösen Fäulnis mutierte Fledermäuse oder Trolle könnt ihr euch einen Vorteil verschaffen, indem ihr die Umgebung genau absucht und beim Rogue-like-typischen Händler Gegenstände kauft.

Vergleichbares Spiel: Rogue Legacy ist ebenfalls schwer, aber nicht frustig

Children of Morta - Emotionaler Trailer verrät das Release-Datum für Konsolen 2:00 Children of Morta - Emotionaler Trailer verrät das Release-Datum für Konsolen

Die magischen Items sind nur im aktuellen Dungeon aktiv und lassen etwa tödliche Flammen um den Helden kreisen, verlangsamen für kure Zeit Gegner oder verleihen ihm einmalig ein paar Sekunden Immunität gegen alle Angriffe. Außerdem schaltet ihr im Spielverlauf neue Skills für die Bergsons frei, welchen Charakter ihr auf eine Mission mitnehmt, steht euch dabei frei.

Eine Besonderheit von Children of Morta ist neben dem außergewöhnlichen Grafikstil auch der Fokus auf Charaktere und Story: Die Familie steht im Zentrum der Erzählung und zwischen den hektischen Echtzeitkämpfen lassen die Entwickler viel Raum für ruhige Momente und (unvertonte) Dialoge im Bergson-Haus. Ein allgegenwärtiger Erzähler soll dabei die Geschichte mit seiner (ausschließlich englischen) Sprachausgabe zum Leben erwecken.

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Wie schwer war der Bosskampf?

Children of Morta lässt sich alleine im Singleplayer oder zu zweit im Koop-Modus spielen - zum Release nur lokal, ein Patch soll kurze Zeit später die Online-Funktionalität nachliefern. Ein Mitarbeiter von 11 bit studios stand mir bei der Probepartie zur Seite - diesen Vorteil hatten aber auch alle anderen Journalisten, das soll also meinen in aller Bescheidenheit nur großartig und einzigartig zu nennenden Erfolg im Namen von GameStar nicht schmälern.

Zumal der Bosskampf gegen eine Art Stier-Werwolf tatsächlich nicht von schlechten Eltern war: Mit seinen plötzlichen Rammangriffen auf engstem Raum brachte mich das Monster bereits nach wenigen Sekunden ins Schwitzen - und als dann auch noch ein zweites, stärkeres Exemplar auftauchte, schlug mir mein Herz bis zum Hals.

Children of Morta sammelte 2015 bei Kickstarter über 100.000 Dollar von Unterstützern ein.Children of Morta sammelte 2015 bei Kickstarter über 100.000 Dollar von Unterstützern ein.

Die Ausweichtaste lässt sich nämlich maximal zwei Mal in schneller Abfolge betätigen, danach braucht es eine Weile, bis die Ausdauer des Charakters wiederhergestellt ist. Das ist besonders fies, weil ihr sowohl beim Boss als auch in normalen Kämpfen nicht nur Geschossen und Schlägen ausweichen müsst (parieren geht nicht), sondern die Fäulnis auch allerlei schädliche Pfützen auf dem Boden verteilt und mit Fallen gespickte Gänge euren Helden aufspießen.

Children of Morta: Der Test folgt in Kürze

Children of Morta erscheint am 3. September 2019 auf Steam und Gog.com. Konsolenversionen für PS4, Xbox One und Nintendo Switch folgen am 15. Oktober. Gut so, denn Performance und Ladezeiten auf der gespielten Xbox-Fassung waren noch verbesserungswürdig.

Der Review-Code von Children of Morta hat die GameStar-Redaktion bereits erreicht, ein Test folgt zum Release auf GameStar.de. Bereits jetzt lässt sich jedoch festhalten, dass das Rogue-lite sehr vielversprechend wirkt. Und das sage ich nicht nur, weil mich dieses Spiel endlich auch ganz offiziell zum besten Journalisten der gamescom gemacht hat.

Hinter den Pixeln: Ist das Kunst oder kann das weg?
Warum ist Pixelgrafik bei Indie-Entwicklern und Spielern so beliebt? Und was sagen Entwickler selbst zu Kritikern, die in Zeiten von Raytracing solch einen »Pixelbrei« einfach nur »hässlich« finden? In der Podcast-Reportage findet es euer Host Daniel Ziegener heraus - Hinter den Pixeln.


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