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Chivalry 2 gespielt: Mittelalter-Multiplayer war selten so gut

Das mittelalterliche Schlachtspektakel Chivalry 2 geht in die Beta. Wir konnten schon reinspielen und verraten, was euch erwartet und ob Mordhau sich hüten muss.

von Fabiano Uslenghi,
21.04.2021 15:00 Uhr

Genre: Action | Entwickler: Torn Banner Studios | Release: 8. Juni 2021

Bei Der Herr der Ringe: Die Eroberung habe ich blind zugegriffen und es sofort bereut. Aber der Gedanke an filmreife Schlachten epischen Ausmaßes war einfach zu verlockend. Nur war das Spiel weder episch, noch filmreif. Wie es besser geht, zeigte drei Jahre später, 2012, Chivalry: Medieval Warfare. Und das ganz ohne »Herr der Ringe«-Lizenz. Hier bekam ich brachiale Schlachten aus der Ego-Perspektive.

Dass sich unter den Fans von Chivalry viele Herr-der-Ringe-Fans befinden, wussten auch die Entwickler bei Torn Banner Studios, deshalb folgte etwas später ein Spiel namens Mirage: Arcane Warfare, mit dem das junge Studio jedoch einen derben Misserfolg hinlegte. Und nicht nur das. Chivalry gingen so langsam die Spieler flöten.

Und dann kam 2019 plötzlich Mordhau raus. Im Kern ein fast schon dreister Chivalry-Klon, der aber besser aussah und ein paar neue Ideen wie Pferde einbaute.

Doch Chivalry kehrt zurück. Wenige Monate nach dem Mordhau-Release kündigte Torn Banner Chivalry 2 an, das am 8. Juni 2021 im Epic Store erscheint. Der einstige König beansprucht also erneut seinen Thron. Und nachdem ich's bereits in der Beta spielen konnte, beantworte ich die wichtigsten Fragen: Wie will Chivalry 2 seine Spielerschaft zurückgewinnen - und kann das überhaupt gelingen?

Wenn ihr am 28. April selbst loslegen wollt, dann erfahrt ihr hier alle Details zur Beta von Chivalry 2:

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Muss sich Mordhau in Acht nehmen?

Im Interview mit Steve Piggot (Präsident und Gründer von Torn Banner) kamen wir auch auf den großen Konkurrenten Mordhau zu sprechen. Hier gab sich Piggot gewohnt versöhnlich. Für ihn sei es kein »Cola oder Pepsi«-Wettstreit. Das Genre der Ego-Nahkämpfer sei ohnehin eher klein und es gäbe keinen großen Konkurrenzkampf. Macht aber auch klar, dass sie mit Chivalry 2 eine andere Richtung einschlagen als Mordhau.

Mordhau führte etwa das Kampfsystem weiter. Machte es aber auch etwas komplexer und schwieriger zu lernen. Chivalry 2 will Spielern vor allem das Gefühl geben, mitten in einem mittelalterlichen Hollywoodstreifen zu stecken. Die Schlachten von Chivalry 2 sind mehr Barschlägerei als authentische Schwertkampf-Simulation.

Wahlweise gibt es wieder einen Third-Person-Modus. Dank neuer Animationen wirkt das alles auch nicht mehr so ungelenk wie noch im Vorgänger. Wahlweise gibt es wieder einen Third-Person-Modus. Dank neuer Animationen wirkt das alles auch nicht mehr so ungelenk wie noch im Vorgänger.

Kämpfe wurden daher eher verfeinert als umstrukturiert. Blocks können nun beispielsweise gehalten werden, solange die Ausdauer reicht. Für einen Konter gilt es im rechten Moment das selbe Manöver wie der Gegner auszuführen. Das hilft vor allem dann, wenn ein Krieger mit riesiger Streitaxt permanent nur auf die linke Maustaste haut. Sinnvoller ist es, Angriffsformen abzuwechseln. Mit dem Mausrad auch mal von oben zuzuschlagen oder zuzustechen. Finten brechen Angriffe nicht mehr einfach nur ab, sondern gehen direkt in eine andere Attacke über.

Die Nahkämpfe bleiben gleichzeitig schön wuchtig und spielen sich allgemein deutlich dynamischer als im ersten Teil. Aber sie bleiben außerdem überschaubar und fühlen sich nicht so überladen an wie bei Mordhau. Man kommt sofort rein und kann schnell Erfolgserlebnisse feiern. Gerade weil der Kampf in Unterzahl dank der neuen Parade und Ausweichmanövern öfter von Erfolg gekrönt ist. Als Bogenschütze hat man jedoch etwas weniger Spaß. Die Fernkämpfer sind wie schon im ersten Chivalry eher schwachbrüstig und richten auch keinen großen Schaden an.

Noch mehr Details zum Nahkampf von Chivalry 2 werden im Guide-Video erklärt:

Chivalry 2 - Lernt im Guide-Trailer die Kunst des Kampfes 5:50 Chivalry 2 - Lernt im Guide-Trailer die Kunst des Kampfes

Chivalry 2 gelingt es, dass wir uns in einem Moment noch wie ein unbesiegbarer Lanzelot fühlen, nur um Sekunden später einen würdelosen, blutigen aber irgendwie trotzdem nicht demotivierenden Tod zu sterben. Der ist oft so unterhaltsam, dass einem das virtuelle Ableben fast egal wird.

Eine Armee aus Schwarzen Rittern

Chivalry 2 liegt ein von den Entwicklern erdachtes Motto zu Grunde: »Refuse to die«. Spieler sollen sich weigern zu sterben. Egal, wie schwer wir verletzt sind, es geht immer weiter. Selbst einarmig können wir unseren Gegenüber noch abstechen. Wer seine kompletten Lebenspunkte einbüßt, gilt auch nicht sofort als tot. Stattdessen können wir noch eine Weile am Boden rumkriechen.

Wer kriechend es trotzdem noch schafft, einen Gegner umzuhauen, darf wieder aufstehen und weiterkämpfen. Oder wir werden einfach von einem Teamkameraden wiederbelebt. Das klappt übrigens nicht, wenn ein Zweihänder unseren Schädel von den Schultern trennt. Dann sind wir wirklich sofort erledigt.

Chivalry 2 in Zahlen

  • Wie viele Spieler sind in einer Schlacht? 64 Spieler
  • Wie viele Maps gibt es? 8 Karten. 5 große und 3 kleine.
  • Wie viele Modi gibt es? 3 Spielmodi. Team Objective (Belagerungen), Team Deathmatch und Free-For-All
  • Wie viele Klassen gibt es? 4 Hauptklassen mit je 3 Unterklassen.
  • Wie viele Waffen gibt es? Es gibt über 60 Waffen, inklusive 20 Schild-Varianten.
  • Was kostet Chivalry 2? 36 Euro

Und worum geht es in Chivalry 2?

Über den genauen Hintergrund von Chivalry 2 müsst ihr eigentlich nicht viel wissen. Der spielt immerhin gar keine so große Rolle und eine Story-Kampagne gibt es in den reinen Multiplayer-Schlachten ohnehin nicht. Es geht um unrechtmäßige Könige und jede Menge Herrschaftsansprüche. In die Haare kriegen sich dabei die tapferen aber rücksichtslosen Ritter des Mason Ordens (rot) und die ebenso loyalen wie ehrbaren Agatha-Ritter (blau).

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Für wen wir kämpfen, fällt uns aber spätestens nach Beginn der Schlacht auf. Dann stürzen sich die Soldaten nämlich mit erhobenen Klingen ins Gefecht und kreischen dabei Parolen wie: »For the Order!« oder »For the cross and the lion!«. Und mein ganz persönlicher Favorit: »Give it all you've got. I'm not gonna lay down and take it - like your mother!«.

Ja - in Chivalry 2 haben wir einen Sprachbefehl, mit dem wir einzig und allein die Mütter unserer Feinde beleidigen können. Der von Monthy Python inspirierte schwarze Humor war schließlich schon immer Teil des besonderen Chivalry-Charmes. Das äußerst sich nicht nur über die die zahlreichen Schlachtrufe und Befehle. Sondern auch den teilweise absurden Slapstick.

Wer braucht schon ein Schild? Wir stürmen an die Front, bewaffnet mit Kurzschwert und Hühnchen. Gagaak! Wer braucht schon ein Schild? Wir stürmen an die Front, bewaffnet mit Kurzschwert und Hühnchen. Gagaak!

Inmitten der äußerst brutalen Schlachten wird das Geschehen stets ein wenig aufgelockert. Irgendwie muss man einfach doch lachen, wenn ein Ritter in voller Rüstung mit einem Kriegsschrei auf den Lippe nach vorne stürmt, nur um unmittelbar danach den Blechhelm von einer Schaufel eingedellt zu bekommen. Schaufel ist euch noch nicht albern genug? Dann sammelt eben einen Bierkrug auf oder einen unglückseligen Gockel. Das ganze Schlachtfeld ist eure Waffe!

Was gefällt uns? Was bleibt unklar?

Was gefällt uns bisher?

  • Das Schlachtfeld-Feeling: In Chivalry 2 sind wir mittendrin. Von der ersten Sekunde an zieht uns das Spiel in seine mittelalterlichen Feldschlachten. Waffen knallen krachend aufeinander, überall herrscht Chaos, Pfeile fliegen und ständig verliert irgend ein Ritter in unserer nähe Arm, Bein oder Kopf.
  • Die Kämpfe: Die Zweikämpfe fühlen sich nochmal deutlich besser an als im Vorgänger. Spieler kreiseln nicht mehr so oft auf der Stelle und mit Kontern, Finten, Ausweichbewegungen und Wurfwaffen bekommen wir jede Menge neuer Optionen, um im Zweikampf oder auch gegen eine Überzahl zu bestehen.
  • Die Grafik: Vor allem im Vergleich zum fast 10 Jahre alte Vorgänger macht Chivalry 2 einen deutlichen Schritt nach vorne. Die Schlachtfelder sehen bei Tag und bei Nacht großartig aus und stellen den Konkurrenten Mordhau in den Schatten. Auch Effekte wie fliegende Funken und Feuer können sich sehen lassen.
  • Der Humor: Trotz seiner Brutalität und der realistischen Grafik büßt Chivalry 2 nichts von seinem absurden Humor ein. Seien es die verschiedenen Stimmen der Soldaten, die teils urkomische Beleidigungen rufen oder sich an einem verzweifelten Kriegsschrei versuchen - stets bringt einem das Spiel zum Schmunzeln. Von der Situationskomik mal ganz abgesehen.

Was gefällt uns nicht?

  • Der Fernkampf: Bogen und Armbrust bleiben auch im zweiten Teil eher eine unbefriedigende Erfahrung. Es fällt schwer sich daran zu gewöhnen, wie langsam die Geschosse zum Teil unterwegs sind und dann richten sie meist noch wenig Schaden an. Die weiße Luftspur passt zudem nicht so richtig zur cinematischen Inszenierung.
  • Überschaubare Maps und Modi: Zum Release wird es in Chivalry 2 nur 8 verschiedene Karten und lediglich 3 Spielmodi geben. Darunter kein Duellmodus, in dem man sich im Eins-gegen-Eins messen kann. Nach Release soll zwar noch was folgen, davor bleibt es aber überschaubar.

Was bleibt unklar?

  • Die Pferde: Zum Release wird es keine Reittiere geben, die sollen erst später nachgereicht werden. Es bleibt also offen, ob diese Änderungen das Spiel bereichert oder zum Problem wird. Kann das die Balance ruinieren? Macht das Spaß? Wir werden sehen.
  • Genug optische Anpassungen? In Mordhau können wir unseren Ritter sehr frei anpassen. Das hat natürlich auch nackte Wahnsinnige zur Folge, die auf die Atmosphäre drücken. In der Pre-Beta von Chivalry waren die Anpassungen noch deaktiviert, wir müssen abwarten, wie tief das System hier reicht.
  • Genug Spieler? Chivalry und Mordhau waren beides eher Strohfeuer und konnten die Massen an Spielern nicht übermäßig lange halten. Die Zeit muss zeigen, ob Chivalry 2 langfristig besser funktioniert als seine Vorgänger. Immerhin bietet das Spiel Crossplay zwischen allen Plattformen. Das könnte die Server voll halten.

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