Cyberpunk 2077 - Studio-Chef erklärt lange Entwicklungszeit

In einem Kotaku-Podcast gibt der Mitgründer von CD Projekt Marcin Iwinski interessante Einblicke in die Entwicklung von Cyberpunk 2077.

von Dimitry Halley,
20.06.2018 11:42 Uhr

Cyberpunk 2077 ist für CD Projekt ein noch ambitionierteres Projekt als The Witcher 3.Cyberpunk 2077 ist für CD Projekt ein noch ambitionierteres Projekt als The Witcher 3.

Seit 2013 brodelt Cyberpunk 2077 als CD Projekts neues Mega-Projekt in den Gerüchteküchen des World Wide Web. 5 Jahre hat es gedauert, bis die polnischen Entwickler auf der E3 2018 einen ersten, ziemlich beeindruckenden Prototypen vorstellen konnten. Von einem Release sind wir aktuell noch weit entfernt. In einem umfangreichen Kotaku-Podcast spricht Studio-Mitgründer und Co-CEO Marcin Iwinski mit Jason Schreier über die Hintergründe dieser Entwicklungsdauer.

So stand man wohl gerade zu Beginn der Entwicklungen vor großen Herausforderungen, weil der Rahmen dieser neuen Marke ja erst erschaffen werden musste. Von außerhalb wurde häufiger gemunkelt, CD Projekt habe mehrere Neustarts (»Reboots«) vorgenommen, bevor die Grundlagen von Cyberpunk feststanden. Marcin Iwinski:

"Ich würde da nicht von Neustarts sprechen. Wir haben den Kurs geändert auf der Suche nach der Essenz dieses neuen Spiels. Es ist unheimlich schwierig, eine neue Marke zu etablieren, weil man theoretisch alles tun und lassen kann, aber auf der anderen Seite auch alles hinterfragt. Dadurch entsteht ein extrem komplizierter Prozess von inneren und äußeren Dialogen und Monologen, weil man nie ganz sicher weiß: Ist das jetzt cool? Oder nicht? Dann sagt man sich plötzlich: 'Nein, ich dachte nur, diese eine Sache sei super, aber jetzt sehe ich das anders, also müssen wir was neues probieren.' Das muss ich dann wiederum den Mitarbeitern erklären, das Team ist allerdings viel größer, Leute missverstehen, wie man meint, was man sagt."

Damit spielt Iwinski auf negatives Feedback an, das auf Job-Rating-Portalen im Hinblick auf CD Projekt als Arbeitgeber hinterlassen wurde.

"Man muss das aus Sicht der Entwickler begreifen. Wenn jemand auf einem hohen Niveau sechs Monate an einer Idee arbeitet, die er klasse findet, und wir dann die Entscheidung fällen, in eine andere Richtung vorzustoßen - natürlich macht das unglücklich. Solche Dinge kommen dann entsprechend kritisch an die Oberfläche."

Mehrere Spiele gleichzeitig

Erschwerend kam offenbar hinzu, dass man zu Beginn der Projektphase dachte, man könne mehrere Spiele gleichzeitig stemmen. Sowohl an The Witcher und dessen Addons, als auch an Cyberpunk 2077 wurde parallel gearbeitet. Ein ambitioniertes Unterfangen, das in der Praxis allerdings viele Probleme verursachte.

Iwinski weist angesichts all der Unsicherheiten mehrfach darauf hin, wie wichtig deshalb das Feedback der Spieler auf Messen wie der E3 oder der Gamescom sei. Erst dann wisse man, ob die Rechnung grob aufgeht - oder eben nicht. Kein Wunder also, dass nach der E3-Demo kleine Umfragezettelchen verteilt wurden, auf denen wir Journalisten ein erstes Feedback hinterlassen sollten.

Falls ihr mehr Infos zu unseren ersten Gameplay-Eindrücken zu Cyberpunk 2077 wollt, empfehlen wir unsere umfangreiche Plus-Preview, in der wir haargenau aufdröseln und einordnen, was in der 50-minütigen Demo hinter verschlossenen Türen zu sehen war. Und natürlich lohnt sich auch, den Podcast der Kollegen von Kotaku komplett zu hören. Und danach direkt unseren eigenen GameStar-Podcast zu Cyberpunk 2077, der E3 und den Trends der Zukunft:

Cyberpunk 2077 - Analyse-Video: Alle Geheimnisse des E3-Trailers 29:52 Cyberpunk 2077 - Analyse-Video: Alle Geheimnisse des E3-Trailers


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