Platz 3: The Elder Scrolls 4: Oblivion
PLUS
21:47
Skyblivion - »Ein massives Upgrade für Oblivion«
Release: März 2006 | Plattform: PC, PS3, Xbox 360 | Wertung: 89
Géraldine Hohmann: Achtung, es folgt eine kontroverse Meinung: Oblivion hat das mit Abstand beste Questdesign aller Elder-Scrolls-Spiele. Und das sage ich nicht (nur), weil Oblivion eines meiner ersten Rollenspiele war und ich jedem Kritiker sofort was mit meinem Stahl-Claymore überziehe.
Nein, ich denke heute noch sehnsüchtig an die Zeit zurück, in der ich mich in einer Nacht-und-Nebel-Aktion in einem absurden Wett-Stehlen als neuestes Mitglied der Diebesgilde beweisen musste. Als ich mit der Erwartung von langweiliger Standardquest XY auf der Suche nach irgendeinem NPC plötzlich in seinen Alptraum gezogen wurde und den ganzen Tag in einer verzerrten Horror-Version seines Hauses verbrachte. Und natürlich an den Moment, als ich nach einer preisgünstigen Nacht auf einer Schiffspension plötzlich ins Gesicht eines verdutzen Piraten blickte, der mit seiner verdammten Crew über Nacht das Schiff entführt hatte.
Ja, in Oblivion bin ich selten zur Ruhe gekommen. Ich war Krieger, Meisterdieb, Vampir, Auserwählter und Arena-Meister (wenn TES6 die Arena nicht zurückbringt, pack ich übrigens mein Claymore wieder aus). Ich bin durch die postkartenwürdige Goldküste gereist, habe ins grässliche Antlitz von Oblivion geblickt und jeden schlecht übersetzen Sch. Tr. d. Le.e.-We. konsumiert, der nicht bei drei auf dem Baum war. All das und noch mehr führte dazu, dass ich das legendäre Intro noch heute jedes Mal laut mitspreche, wenn ich mal wieder zurück nach Cyrodiil reise. »Dies sind die letzten Tage des dritten Zeitalters. Und die letzten Stunden... meines Lebens!«
Platz 2: The Elder Scrolls 5: Skyrim
9:41
Die zehn besten Rollenspiele - Platz 3: Skyrim - »Falsch, fehlerhaft, und trotzdem so ein tolles Spiel«
Release: November 2011 | Plattform: PC, PS4, Xbox One, Switch, PS3, Xbox 360 | Wertung: 90
Peter Bathge: Ich werde nie den Moment vergessen, als ich mich in Skyrim verliebt habe. Es war auf dem Weg aus der Taverne in Winterfeste. Ich war gerade von einem Auftrag für die Magiergilde zurückgekehrt und wollte noch schnell ein paar Besorgungen im Gasthaus erledigen. Beschwingt trat ich aus der Tür (nachdem ich zum x-ten Mal für endlose Sekunden den nervigen Ladebildschirm angestarrt hatte), bereit mir meine Belohnung abzuholen. Doch draußen erwartete mich die Hölle auf Erden.
Ein Schneesturm tobte, NPCs liefen durcheinander. Wachen schrien, schossen Pfeile in die Luft (und bestimmt auch in manches Knie eines Kollegen). Die Musik schwoll an, peitsche auf mich ein, der Männerchor stimmte sein heute legendäres Lied an. Schauer jagten über meinen Rücken, einer schneller als der andere. Und dann saß da dieser Drache auf dem Tavernendach. Oh-oh.
Man kann von Skyrim halten was man will, das Skillsystem mag im Vergleich zu Morrowind vereinfacht, die Gilden-Quests mögen nicht so gut wie in Oblivion sein. Aber diese Atmosphäre! Keine andere Open World hat mich so komplett in ihren Bann gezogen wie das Land der Nordmänner. Hier bin ich Entdecker, Schatzjäger, Weltenretter. Drachentöter. Wer in seiner Spielerkarriere keine 100 Stunden in Skyrim verbracht und dabei über Dörfer angreifende Drachen (und sprechende Hunde!) gestolpert ist, der tut mir deshalb aufrichtig leid.
Platz 1: The Elder Scrolls 3: Morrowind
10:19
Morrowind mit neuer Grafik - So gut sieht Skywind aus
Release: Mai 2002 | Plattform: PC, Xbox | Wertung: 82
Dimitry Halley: Mir fehlen die Worte. Nein, ehrlich, ich habe schon in so vielen Artikeln von den Dächern gerufen, dass Morrowind das beste Elder Scrolls überhaupt ist, dass mir keine originelle Formulierung mehr dazu einfällt. Aber hey, probieren wir's: Wo Oblivion den Kniefall vor der europäischen Tolkien-Fantasy macht, pfeift The Elder Scrolls 3 auf Klischees. Statt Ritterburgen erkunde ich riesige Chitin-Panzer-Bauwerke, statt idyllischer Wälder sehe ich karges, felsiges Aschenland, so weit das Auge reicht. Und schließe mich einer quasi-römischen Legion, einem fanatischen Inquisitoren-Orden, wahnsinnigen Dunkelelfen-Magiern oder zig anderen Fraktionen an.
Und selbst die Hauptquest wirkt bloß auf den ersten Blick wie ein Klischee: Außererwählte/r Held/in, alte Prophezeiung, dunkle Bedrohung. Aber tatsächlich bin ich gar kein auserwählter Avatar des Guten, sondern muss alles um mich herum so manipulieren, dass ich am Ende irgendwie zur Prophezeiung passe. Ein sehr cooler Kniff! Doch wie bei jedem Elder Scrolls geht es in Morrowind nicht um die Hauptquest, sondern die Freiheit, die Reise, die Ritte auf Schlickschreitern, die ruhigen Momente an diesem unfassbar tollen Wasser, die Kämpfe gegen Klippenläufer, Vampire und so weiter.
Und jetzt höre ich mal auf mich um originelle Formulierungen zu bemühen, denn es gibt einen ganzen Artikel von mir, warum Morrowind das beste Elder Scrolls ist. Lest da halt weiter. Stattdessen will ich den Kolleginnen und Kollegen mal auf die Schulter klopfen, dass sie sich für die einzig richtige Nummer 1 entschieden haben. Ätsch bätsch, Skyrim.

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